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23.09.2014, 11:54 Uhr KOLUMNE

Feuer und Flamme für die Junge Union

Von Melanie Heike Schmidt


Der JU-Toaster macht aus schlichten Schnitten echte Statements. Screenshot: NOZDer JU-Toaster macht aus schlichten Schnitten echte Statements. Screenshot: NOZ

Osnabrück. Wer wirklich für eine Sache brennt, der setzt schon beim Frühstück Zeichen. Eine brandheiße Idee dazu hat die Junge Union: Auf ihrer Homepage bietet sie einen Toaster an, der Weißbrot in echte JU-Schnitten verwandelt. Und das Beste: Sogar verschiedene Schwarz-Stufen sind wählbar.

Gebranntes Kind scheut Feuer, sagt der Volksmund. Nicht so bei der Jungen Union (JU). Die Nachwuchsorganisation von CDU und CSU setzt fest auf Brandzeichen, um der Welt ihre politischen Standpunkte kundzutun.

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Weil sich aber vermutlich eine überwältigende Mehrheit der 117000 JU-Mitglieder weigern würde, sich die Initialen tatsächlich in die Haut einbrennen zu lassen, haben sich die ideenreichen Werbestrategen einen anderen Weg gesucht: den JU-Toaster. Das knallblaue Küchenutensil verziert allmorgendlich harmloses und vor allem völlig unpolitisches Weißbrot mit dem feschen JU-Logo. Man könnte auch sagen: Die JU macht aus Toast Polit-Brot.

Wie warme Semmeln

Eine sensationelle Idee, die offenbar so gut ankommt, dass der Nachschub knapp wird. „Nur noch wenige vorhanden“, steht warnend neben der Artikelnummer 281036 in der Shop-Ecke der JU-Homepage . Außerdem kostet das schmucke Teil auch nur 19,95 Euro, ein wahres Schnäppchen also.

Der euphorische Werbetext neben dem Foto offenbart auch, wohin die bisher verkauften Knuspergeräte wohl gegangen sein könnten: Es sei das „absolute Highlight in jeder Küche“, heißt es da. Und außerdem „ein Muss für jede JU-WG!“ sowie „ideal als Referentengeschenk!“ - wer kann da schon widerstehen?

Durchdacht bis zum kleinsten Krümel

Auch die „1-6 Stufenschaltung“ klingt super, lassen sich doch damit zielsicher die persönlichen politischen Präferenzen und Schattierungen ins Brot brennen, von 1 wie „moderat angeschwärzt“ bis 6 „erzkonservativ tiefschwarz“. Herrlich. Und auch an die Allerkleinsten wurde gedacht – sie landen in der „herausnehmbaren Krümelauffangschale“.

Eine Sorge weniger

Der Toaster ist also eine tolle Sache - für diejenigen, die sich der Jungen Union verschrieben haben, versteht sich. Einer von ihnen ist Paul Ziemiak. Der 29-jährige Sauerländer ist soeben zum neuen Bundesvorsitzenden gewählt worden (sehr zum Ärger des unterlegenen Mitkandidaten Benedict Pöttering aus Bad Iburg), und damit hat er nun einen ganzen Bauchladen voller Aufgaben quasi geschenkt bekommen. Dank des blauen Wunder-Toasters muss er sich um eines zum Glück nicht mehr kümmern: um das perfekte Werbemittel. So hat Ziemiak eine Sorge weniger – und die Welt mit jeder JU-Schnitte ein politisches Statement mehr.


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