Luftangriffe in Syrien Menschenrechtler: US-Luftwaffe tötet 20 IS-Kämpfer

Meine Nachrichten

Um das Thema Politik Ihren Nachrichten hinzuzufügen, müssen Sie sich anmelden oder registrieren.

US-Kampfjet an Bord des Flugzeugträgers USS George H.W. Bush. Die US-Luftwaffe hat in der Nacht erstmals auch IS-Milizen auf syrischem Boden angegriffen. Foto: dpaUS-Kampfjet an Bord des Flugzeugträgers USS George H.W. Bush. Die US-Luftwaffe hat in der Nacht erstmals auch IS-Milizen auf syrischem Boden angegriffen. Foto: dpa

Reuters/dpa Beirut/Tel Aviv. Bei den US-Luftangriffen auf die IS-Miliz in Syrien in der vergangenen Nacht sind offenbar zahlreiche Islamisten getötet worden. Mindestens 20 Kämpfer der Miliz Islamischer Staat (IS) seien ums Leben gekommen, teilte eine der syrischen Opposition nahestehende Menschenrechtsgruppe mit, die über ein weit verzweigtes Netz an Aktivisten Informationen in dem Bürgerkriegsland sammelt..

Das US-Militär habe mindestens 50 Luftangriffe in den Provinzen Rakka und Deir al-Sor geflogen. Auch die der Al-Kaida nahestehende Extremisten-Gruppe Nusra Front im Nordwesten Syriens sei attackiert worden, erklärte die Syrische Beobachtergruppe für Menschenrechte weiter. Die USA hatten ihre Militäroffensive gegen die radikale IS-Miliz in der Nacht erstmals vom Irak auf Syrien ausgeweitet. Dabei wurden sie nach Angaben eines Regierungsvertreters von Saudi-Arabien, den Vereinigten Arabischen Emiraten, Jordanien, Bahrain und Katar unterstützt. In welcher Form blieb zunächst unklar. US-Präsident Barack Obama hatte vor rund zwei Wochen angekündigt, eine breite internationale Allianz gegen die IS-Extremisten zu schmieden und die Miliz auch in Syrien anzugreifen.

Bei den Verbündeten handelt es sich nach Informationen der „Washington Post“ um Saudi-Arabien, Jordanien, die Vereinigten Arabischen Emirate und Bahrain. Nach Angaben des US-Senders CNN sowie der „New York Times“ soll auch das Golfemirat Katar beteiligt sein. Zuletzt hatte US-Außenminister John Kerry versucht, arabische Staaten für Angriffe gegen den IS an der Seite der USA zu gewinnen. Die Golfstaaten werden verdächtigt, islamistischen Terror unterstützt zu haben.

Zu den syrischen Angriffszielen gehörten laut CNN Gebäude, in denen sich IS-Anführer treffen, sowie Kommandozentren, Trainingslager und Waffenarsenale. Nach Informationen der „Washington Post“ planten die USA Angriffe auf 20 IS-Ziele. Der Einsatz wäre somit der Tag mit den meisten Attacken gegen IS seit Beginn der Bombenflüge im Irak am 8. August.

Syrien wurde über die US-Luftschläge nach eigenen Angaben vorab von Washington informiert. Der syrische Ständige Vertreter bei den Vereinten Nationen (UN) in New York sei am Montagabend (Ortszeit) von Washington in Kenntnis gesetzt worden, berichtete die syrische Nachrichtenagentur Sana am Dienstag unter Berufung auf das syrische Außenministerium.

Der Angriff habe mit von See aus abgefeuerten Marschflugkörpern „Tomahawk“ begonnen und sei mit Flugzeugen fortgesetzt worden, sagte ein Offizier der US-Streitkräfte dem Sender CNN. Im Einsatz waren laut ABC erstmals auch Kampfflugzeuge des Typs F-22 „Raptor“. Den Befehl habe US-Präsident Barack Obama gegeben.

Vor wenigen Tagen hatte auch Frankreich begonnen, sich mit Luftangriffen an der Kampagne gegen IS zu beteiligen. Die britische Regierung hat noch nicht entschieden, ob sich das Land an dem US-Einsatz in Syrien beteiligt. Die Beratungen darüber dauern an, sagt eine Sprecherin des Verteidigungsministeriums in London.

Am Morgen wurde außerdem bekannt, dass die israelische Armee ein syrisches Kampfflugzeug über den Golanhöhen abgeschossen hat. Der Kampfjet sei in den israelischen Luftraum eingedrungen, sagte ein israelischer Armeesprecher. Die israelische Armee habe ihn daraufhin mit einer Patriot-Rakete abgeschossen. Es sei der erste bekannte Vorfall dieser Art seit den 70er Jahren. Ein Großteil der syrischen Golanhöhen ist von Israel besetzt.


Weitere Angebote, Produkte und Unternehmen der noz MEDIEN