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19.09.2014, 14:51 Uhr KOLUMNE

Ein Politiker im Wald

Von Beate Tenfelde

Der Bundesminister für Ernährung und Landwirtschaft, Christian Schmidt (l/CSU), schaut zu bei der Bundeswaldinventur. Foto:dpaDer Bundesminister für Ernährung und Landwirtschaft, Christian Schmidt (l/CSU), schaut zu bei der Bundeswaldinventur. Foto:dpa

Einen Spaziergang durch den Wald müsste es auf Rezept geben, so gesund ist er. Demnach senken Wanderungen unter Bäumen Blutdruck und Herzfrequenz merklich, auch die Adrenalin-Ausschüttung nimmt ab, und der Stresspegel sinkt.

Zudem gehen Forscher davon aus, dass Waldspaziergänge das Immunsystem stärken. Einer, der das zu schätzen weiß angesichts andauernder Kämpfe mit Bauernverband und anderen Lobbyisten, ist Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt. Rein beruflich machte sich der CSU-Politiker auf in den Forst von Eberswalde: Bäume zählen!

Besser gesagt: Der Minister ließ zählen. Deutschlandweit schwärmen Forstleute zur sogenannten Bundeswaldinventur aus. Bei 420000 Bäumen wird Maß genommen. Schmidt, als Arbeitsrechtler eher elektrisiert bei juristischen Fragen, schaute geduldig zu und ließ sich die komplizierte Erhebung erklären. Zum Schluss sah sein Begleit-Tross den Wald vor lauter Bäumen nicht. Doch der eher trockene CSU-Mann, als früherer Verteidigungs-Staatssekretär besser vertraut mit Rüstungsexporten, bekannte gefühlvoll: „Der Wald reinigt die Seele.“ Na,kurze Zeit jedenfalls. Kaum in Berlin zurück, plagte er sich mit Küken-Töten und Ringelschwanz-Kupieren.