Vor dem Referendum Von Aberdeen über Haggis bis Whisky: Das Schotten-Abc

Kämpfte vor 700 Jahren für Unabhängigkeit: William Wallace (Mel Gibson). Foto: ImagoKämpfte vor 700 Jahren für Unabhängigkeit: William Wallace (Mel Gibson). Foto: Imago

dpa Edinburgh. Sean Connery ist Schotte, Sir Alex Ferguson auch. Im Schotten-Abc erklären wir Begriffe und Örtlichkeiten von Aberdeen über Haggis bis Whisky.

Aberdeen: Mit Glasgow und Edinburgh eine der wenigen Großstädte. Zentrum der wichtigen Öl-Industrie.

B raveheart: Ein Historienfilm mit Mel Gibson über William Wallace, der für Schottlands Unabhängigkeit von England kämpfte. Erfolglos: 1305 ließ König Edward I. den schottischen Nationalhelden töten.

C onnery: Der frühere James-Bond-Darsteller Sean Connery ist ein Verfechter der Unabhängigkeit. Er will nur von den Bahamas zurück in seine Heimat ziehen, wenn sie ein eigener Staat wird.

Dudelsack: Keine Erfindung der Schotten, sondern vermutlich der Inder. Er ist oft so laut, dass man ihn quer durch die Highlands hört.

Energie: Das große Plus Schottlands – die Halbinsel und die vorgelagerten Gewässer haben viel Öl, viel Wind und viele Wellen.

Ferguson: Sir Alex Ferguson, Arbeiterkind aus Glasgow, gehört zu den erfolgreichsten Fußballtrainern der Geschichte, machte Manchester United zum Welt-Club.

Gälisch: Die eigentliche Sprache der Schotten ist fast ausgestorben – nur noch etwa 50000 bis 60000 Menschen sprechen sie. Es gibt aber sogar ein eigenes BBC-Programm. Die bekannteste gälische Radiostimme ist ein Deutscher. Er heißt Andreas Wolff.

Haggis: Eine der Leibspeisen der Schotten. Besteht aus einem Schafmagen, der mit Nierenfett, Herz, Leber oder Lunge gefüllt wird.

Iain: Manche schottische Vornamen haben ein zusätzliches i. Neben Ian, der in Schottland Iain heißt, gilt das etwa auch für Alastair.

James Bond: Der schottische Landsitz Skyfall ist die Heimat des berühmtesten Geheimagenten der Welt.

Kelvin: William Thompson, der 1. Baron Kelvin, war ein Physik-Professor an der Universität Glasgow. Nach ihm wurde die Kelvin-Temperaturskala benannt.

Landesflagge: Das weiße Andreaskreuz auf blauem Grund heißt in Schottland „Saltire“ und geht auf den Schutzpatron der Schotten, St. Andrew, zurück.

Macdonald: Einer der größten der zahlreichen Clans Schottlands, die lange Zeit die Macht im Land ausübten. Bei den Unabhängigkeitskriegen Anfang des 14. Jahrhunderts hatten sich 21 Clans zusammengetan.

Nessie: Das angebliche Ungeheuer von Loch Ness ist eine Touristenattraktion, die noch niemand gesehen hat. Scherzkekse behaupten, es sei jetzt im Lake Windermere in England gesehen worden – auf der Flucht vor der Unabhängigkeit.

O zean: Das Meer spielt im Leben der Schotten eine große Rolle. Vor Schottland werden rund 20 Prozent aller Fische in der EU gefangen (am bekanntesten ist der Lachs). Vor der Küste befinden sich die Bohrinseln für Nordsee-Öl und -Gas.

Penicillin: Die revolutionäre antibiotische Wirkung des Medikaments entdeckte der Schotte Sir Alexander Fleming. 1945 bekam er dafür den Nobelpreis.

Queen: Großbritanniens Königin würde auch im Fall einer Unabhängigkeit Staatsoberhaupt Schottlands bleiben. Elizabeth II. liebt Schottland heiß und innig.

Hier geht es zum Artikel: Gegner der Unabhängigkeit Schottlands knapp vorn

Rock: Das Kleidungsstück, für das die Schotten weltberühmt sind. Das Geheimnis, was die Männer „drunter“ tragen, ist wohlgehütet.

Sparsam: Sind die Schotten nicht – sie sind sogar geizig. Jedenfalls ist das der Ruf, der ihnen vorauseilt.

Tartan: So werden in Schottland die Karos auf den Schottenröcken bezeichnet. Jeder Clan hat sein eigenes Muster.

U rlaub: Den verbringt die königliche Familie seit den Zeiten Queen Victorias alljährlich auf Schloss Balmoral in Schottland. Das dürfte so bleiben.

Verrückte Sportarten: Die Schotten tragen jährlich ihre Highland-Games aus – dabei werden Baumstämme geworfen und Steine gestoßen.

Whisky: So schreiben ihn die Schotten, Whiskey ist in Irland üblich. Schottland exportiert Whisky für mehrere Milliarden Pfund.

X wie X: Das Kreuz von bis zu 4,2 Millionen Schotten auf den Wahlzetteln wird am 18. September über die Zukunft des Landes entscheiden.

Yes: Das Dach für die Befürworter der Unabhängigkeit. Neben der SNP (Scottish National Party) gehören ihr auch die schottischen Grünen an.

Zeitverschiebung: Schottland wird oft als Grund angegeben, warum Großbritannien nicht die Mitteleuropäische Zeit (MEZ) habe, sondern die Westeuropäische (WEZ). Im Norden werde es schneller und früher dunkel. dpa