Ein Bild von Hans Brinkmann
10.09.2014, 18:09 Uhr

Unruhe ist programmiert

Kommentar von Hans Brinkmann

Zurück an die Tafeln: Schüler und Lehrer starten in das neue Schuljahr. Foto: imagoZurück an die Tafeln: Schüler und Lehrer starten in das neue Schuljahr. Foto: imago

Hannover. In Niedersachsen startet das neue Schuljahr - und vorprogrammiert ist erhebliche Unruhe im politischen Umfeld. Dazu ein Kommentar:

Da hat die Opposition wohl recht: In Niedersachsen wird es im neuen Schuljahr sehr viel Unruhe geben.

Programmiert sind Auseinandersetzungen vor allem durch die geplante Schulgesetznovelle. Dass die IGS auf Wunsch von Schulträgern und Eltern alle anderen Schulformen in bestimmten Bereichen ersetzen können soll, werten Opposition undVerbände schon jetzt als Angriff auf die Vielfältigkeit des Schulsystems. Aber auch Punkte wie die Abschaffung von Noten und die Form der Rückkehr zum Abi nach neun Jahren dürften Diskussionen entfachen.

In einer strittigen Frage hat die Kultusministerin immerhin die Reißleine gezogen: Das Sitzenbleiben soll nicht mehr abgeschafft werden. Offenbar will die Koalition in der Schulpolitik nun doch nicht jeden Fehdehandschuh werfen, der sich irgendwo auftreiben läßt.

Konfliktfelder gibt es ja eh genug – auch außerhalb des Schulgesetzes. So hat es die Regierung trotz allen Entgegenkommens –vom Blockmodell für Altersteilzeit bis zu weniger Klausuren und kleineren Klassen– nicht geschafft, den Unmut der Lehrerschaft über teilweise Mehrarbeit und Verzicht auf Ermäßigungsstunden zu mildern. Mit dem Vorstoß der GEW für Streik droht sogar eine Eskalation.

In den Hintergrund gerät da eine Erkenntnis: Noch nie hat es in Niedersachsen so viele Lehrer für so wenige Schüler und so viel Ganztagsangebote wie jetzt gegeben. Im Vergleich zu früher Zuständen grenzt das schon an Luxus.