zuletzt aktualisiert vor

100 Festnahmen bei Razzien gegen Passfälscher

Von dpa

Ein gefälschter tschechischer Reisepass. Bei einer Razzia wurden 57 gefälschte Dokumente sichergestellt. Foto: Sven HoppeEin gefälschter tschechischer Reisepass. Bei einer Razzia wurden 57 gefälschte Dokumente sichergestellt. Foto: Sven Hoppe

München. Bei einer Razzia gegen Passfälscher haben Polizisten in sieben europäischen Ländern hundert Tatverdächtige vorläufig festgenommen, darunter vier in Deutschland. Wie das bayerische Landeskriminalamt (LKA) mitteilte, wurden am Dienstag allein in Deutschland 37 Gebäude durchsucht.

Den Ermittlungen zufolge hatten ein 40-jähriger Moldawier und seine 34-jährige Ehefrau im großen Stil tschechische, rumänische und bulgarische Reisepässe und Führerscheine gefälscht. Zu einem Preis zwischen 250 und 1500 Euro pro Dokument verschickten sie die Dokumente an verschiedene Empfänger in Europa. Nach dem Paar wird noch gefahndet. Festgenommen wurden vor allem georgisch-stämmige Verteiler und Inhaber der gefälschen Dokumente.

«Die Qualität der Dokumente war sehr gut», sagte der Leiter des Dezernats Organisierte Kriminalität des LKA, Torsten Wittke. Im Alltag und bei normalen Polizeikontrollen sei der Schwindel nur sehr selten entdeckt worden. So sei es verschiedenen kriminellen Gruppen gelungen, ein Aufenthaltsrecht in der Europäischen Union vorzutäuschen.

Neben 57 gefälschten Dokumenten wurden auch gestohlene Schmuckstücke, Drogen und Schusswaffen gefunden. Die Ermittlungen gegen einzelne Banden stünden erst am Anfang, erklärte die Staatsanwaltschaft München I.

Durchsucht wurden 16 Anwesen in Baden-Württemberg, 13 in Nordrhein-Westfalen, jeweils drei in Niedersachsen und Berlin und jeweils eines in Hamburg und Bayern. Auch in Spanien, Frankreich, Schweden, Griechenland, Portugal und Österreich gab es Durchsuchungen. Rund 1000 Polizisten waren im Einsatz, darunter gut 200 in Deutschland.