„Putin unter sehr starkem Druck“ Krise in Ukraine: Erler warnt vor direktem Eingreifen Russlands

Der Russlandkoordinator der Bundesregierung, Gernot Erler (SPD. Foto: dpaDer Russlandkoordinator der Bundesregierung, Gernot Erler (SPD. Foto: dpa

Osnabrück. Der Russlandbeauftragte der Bundesregierung, Gernot Erler (SPD), warnt vor einer Eskalation der Krise in der Ukraine. In einem Gespräch mit unerer Zeitung sagte Erler: „Der russische Präsident Wladimir Putin steht unter sehr starkem Druck, die von ihm unter Schutz genommenen russischsprachigen Bewohner der Ostukraine nicht im Stich zu lassen. Wenn die Separatisten in die Nähe einer militärischen Niederlage kommen, dann kann niemand ein direktes Eingreifen Russlands über die Grenze hinweg ausschließen.“

Erler betonte, schon jetzt gebe es Hinweise auf Artilleriebeschuss von russischem Gebiet aus. Zudem würden neue Militärmanöver im Süden Russlands gemeldet. „Das ist ein Bild, das mich beunruhigt, weil es hier ein Fenster zum Schlechteren gibt. Es wäre eine schreckliche Eskalation, wenn es zu einer direkten Intervention käme.“

Der SPD-Politiker drängte vor diesem Hintergrund auf eine längere Feuerpause, die für eine Gesamtlösung der Krise genutzt werden müsse. „Die große Herausforderung besteht dabei darin, dass niemand als Verlierer vom Feld geht.“ Als Gesprächsforum schlug der SPD-Politiker die so genannte Kontaktgruppe aus Vertretern Russlands, der Ukraine, der Separatisten in der Ostukraine und der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) vor.

Schritte aus der Krise heraus, so Erler weiter, seien eigentlich gar nicht so schwierig: „Man muss nur die richtigen Leute zusammenbringen. Eine politische Lösung ist möglich, während ich keine militärische Lösung sehe, die auf Dauer Bestand haben könnte.“ Als wichtigste Elemente einer politischen Lösung nannte der SPD-Abgeordnete eine sofortige Einstellung aller Kampfhandlungen, stärkere Rechte der Regionen in der Ukraine, eine Beendigung der separatistischen Bestrebungen und eine Einigung zwischen Russland und der Ukraine über die politische Zukunft des Krisenstaates.


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