Blend-Angriffe auf Piloten Laserpointer könnten bald unter das Waffenrecht fallen

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Mit Laserpointern kann im Verkehr reichlich Schaden angerichtet werden. Foto: imagoMit Laserpointern kann im Verkehr reichlich Schaden angerichtet werden. Foto: imago

Osnabrück. Das Bundesinnenministerium prüft derzeit die Möglichkeit, gefährliche Laserpointer in das Waffengesetz aufzunehmen. Das hat ein Sprecher des Ministeriums auf Nachfrage bestätigt. Demnach ist es zu vermehrten Angriffen mit Laserpointern im Straßen- und Luftverkehr gekommen. Nun werde nach Maßnahmen gesucht, „den Missbrauch nachhaltig einzudämmen“.

„Das ist hochgefährlich, nicht nur für den Flugverkehr, sondern auch für den Piloten. Das ist kein Kinderstreich“, sagt Nadine Bunzler, Sprecherin des Landeskriminalamtes Niedersachsen. Zum einen sei es natürlich gefährlich, den Piloten während des Starts oder der Landung zu blenden. Teilweise können sie hinterher minutenlang nicht richtig sehen. Zum anderen können die Augen der Piloten darüber hinaus auch schwerer verletzt werden.

Bereits jetzt ist es strafbar, Piloten zu blenden, sagt Bunzler. In einem Ring von 1,5 Kilometern um Flugplätze herum sind Scheinwerfer oder andere optische Lichtsignalgeräte, insbesondere Lasergeräte verboten. Wer auf diese Weise dennoch gefährlich in den Luftverkehr eingreift, dem drohen bis zu zehn Jahre Haft. Trotzdem kam es in den vergangenen Jahren zu vielen Blendangriffen auf Piloten in Flugzeugen deutscher Airlines, wie das Luftfahrtbundesamt aus Braunschweig auf Nachfrage berichtet. Im Jahr 2013 seien es deutschlandweit 202 gemeldete Fälle. Darunter auch eine Meldung vom Flughafen Münster/Osnabrück, 12 vom Flughafen Bremen und neun aus Hannover. Seit Oktober 2009 besteht für deutsche Fluggesellschaften eine Meldepflicht für Vorfälle mit Laserpointern an das Luftfahrtbundesamt.

Bundesinnminister Thomas de Maizière (CDU) sieht wohl Handlungsbedarf. Der Sprecher teilte weiter mit: „Das Bundesministerium des Innern prüft im Ressortkreis neben anderen möglichen Regelungen im Verantwortungsbereich anderer Ressorts auch eine Aufnahme in das Waffengesetz.“ Darüber hinaus soll geprüft werden, ob bereits das Mitführen eines Laserpointers verboten werden soll. Diese Entscheidung gestaltet sich allerdings schwierig, da alltägliche Gebrauchsgegenstände, wie der Laserpointer, nicht unter das Waffengesetz fallen. Die Prüfung läuft nach Auskunft des Ministeriums noch.


Das Waffenrecht regelt, wer Umgang mit Waffen oder Munition haben darf, also auch den Erwerb, Besitz und Handel. Außerdem wird der illegale Waffenhandel und -besitz bekämpft. Ziel ist der Schutz der öffentlichen Sicherheit und Ordnung. Das ursprüngliche Waffengesetz von 1976 wurde zuletzt zum 25. Juli 2009 als Konsequenz aus dem Amoklauf von Winnenden erneuert.

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