Versorgungslücken auf dem Land Jeder vierte Arzt will Praxis schließen

Von

Noch länger auf eine Untersuchung warten müssen Menschen künftig auf dem Land, wenn die Prognose des „Ärzetemonitor 2014“ zutrifft. Im Bild: Wartezimmer einer Landarztpraxis im brandenburgischen Briesen.  Foto: dpaNoch länger auf eine Untersuchung warten müssen Menschen künftig auf dem Land, wenn die Prognose des „Ärzetemonitor 2014“ zutrifft. Im Bild: Wartezimmer einer Landarztpraxis im brandenburgischen Briesen. Foto: dpa

dt/KNA Osnabrück/Berlin. Jeder vierte Haus- und Facharzt plant, in den nächsten fünf Jahren seine Praxis aufzugeben. Zu diesem Ergebnis kommt nach Informationen der „Welt“ der Ärztemonitor 2014, der am Freitag von der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) in Berlin vorgestellt wird

dt/KNA Osnabrück/Berlin. Jeder vierte Haus- und Facharzt plant, in den nächsten fünf Jahren seine Praxis aufzugeben. Zu diesem Ergebnis kommt nach Informationen der „Welt“ der „Ärztemonitor 2014“, der am Freitag von der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) in Berlin vorgestellt wird. Nach der Umfrage unter rund 10000 ambulanten Ärzten und Psychotherapeuten haben 23 Prozent der Befragten vor, bis zum Jahr 2020 ihre Praxis abzugeben. Dabei haben die meisten Ärzte Schwierigkeiten, einen Nachfolger zu finden.Demnach droht in naher Zukunft ein Ärztemangel, der vor allem in ländlichen Regionen zu Versorgungslücken führen kann.

Auch der Sachverständigenrat zur Begutachtung der Entwicklung im Gesundheitswesen (SVR) schreibt in seinem Gutachten für 2014 von einer „Fehlverteilung“ zwischen Stadt und Land. Das Ungleichgewicht zwischen Zentren und Peripherie zeigt sich im Raum Osnabrück-Emsland, in Ostfriesland und in der Grafschaft Bentheim: In der Stadt Osnabrück etwa betreuen mehr als 286 Ärzte 100000 Menschen, im Landkreis Emsland kommen auf 100000 Bewohner nur 128 Mediziner – das sind sogar 14 Prozent weniger als in vergleichbaren Kreisen in Deutschland.

Der SVR warnt vor Engpässen: Vor allem Hausärzte würden in den nächsten Jahren altersbedingt ausscheiden – „und es kommen zu wenige nach“, sagt der Mediziner und SVR-Vorsitzende Professor Ferdinand Gerlach. Das derzeitige Durchschnittsalter eines Hausarztes liege bei 53 Jahren. Von den jüngeren Ärzten hätten bundesweit im Jahr 2013 etwa 90 Prozent einen spezialisierten Facharztabschluss gemacht, nur knapp 10 Prozent den Facharzt für Allgemeinmedizin.


Weitere Angebote, Produkte und Unternehmen der NOZ MEDIEN und mh:n MEDIEN