„Einfluss der Islamverbände stoppen“ Diskussion mit Abdel-Samad unter Polizeischutz

Buchautor Hamed Abdel-Samad trug seine Vorwürfe gegen den Islam in Osnabrück vor. Foto: Hermann PentermannBuchautor Hamed Abdel-Samad trug seine Vorwürfe gegen den Islam in Osnabrück vor. Foto: Hermann Pentermann

Osnabrück. Der Deutsch-Ägypter Hamed Abdel-Samad hat Islamkritiker ermutigt, ihre Meinung noch deutlicher zu sagen. Der Autor des umstrittenen Bestsellers „Der islamische Faschismus“ forderte in Osnabrück, den Einfluss der Islamverbände in Deutschland zu stoppen. Die Diskussion fand unter Polizeischutz statt.

Wer an der Diskussion mit Abdel-Samad im Osnabrücker Stadtgalerie-Cafe teilnehmen wollte, musste seinen Personalausweis vorzeigen. Polizisten in Zivil saßen unter den rund 70 Zuhörern, denn der Publizist hat vor einem Jahr in Ägypten Morddrohungen erhalten – er hatte den Muslimbrüdern vorgeworfen, faschistisch zu sein. Die FDP-nahe Friedrich-Naumann-Stiftung und die Rudolf-von-Benningsen-Stiftung hatten Abdel-Samad eingeladen. Sie und wollten, dass Islamwissenschaftler der Universität Osnabrück zu seinen Thesen Stellung bezogen. Nach Auskunft der Veranstalter lehnten sie aber eine Diskussion mit Abdel-Samad ab.

„Feind Nr. 1 für Muslime“

„Viele Muslime in Deutschland betrachten mich als Feind Nr. 1“, sagte der Publizist, der sich selbst als eine Art „Diagnosearzt“ und Aufklärer sieht und die Demokratie für gefährdet hält, „weil sie verweichlicht wird“. Toleranz gegen Intoleranz sei eine Feigheit.

Nach Einschätzung von Abdel-Samad ist der Islamismus in der islamischen Welt fast zeitgleich mit dem Faschismus in Europa entstanden, und zwar „aus dem gleichen Geist“. Der Islamismus habe nicht nur die antisemitische Ideologie übernommen, sondern auch die Organisationsstrukturen. Das Führerprinzip stehe in der Mitte beider Bewegungen, die Muslimbruderschaft habe Milizen nach dem Vorbild von SS und SA gegründet. Propaganda spiele eine sehr wichtige Rolle, um das Ziel der Weltherrschaft zu erreichen.

Faschistoides Gedankengut sei bereits im Ur-Islam angelegt, behauptete Abedel-Samad. Dies dürfe nicht verharmlost werden. Wenn der türkische Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan als gemäßigter Islamist bezeichnet werde, dann sei das genauso falsch wie die Bezeichnung „vegetarischer Metzger“, meinte der Publizist.

Für ein Recht auf Beleidigung von Religionen

Abdel-Samad forderte ein Recht auf Beleidigung von Religionen. Sie müssten zurückgedrängt werden und gehörten ins Private. Die politische Aufwertung der Islamverbände müsse gestoppt werden. Auch einen islamischen Religionsunterricht in der Schule lehnte Abdel-Samad ab. Stattdessen müsse es Religionskunde geben.

Kritik übte der Deutsch-Ägypter an den Politikern, so am früheren Bundespräsidenten Christian Wulff. Nachdem dieser behauptet habe, der Islam gehöre zu Deutschland, hätten die habe es nicht weniger Probleme mit Islamisten gegeben. Generell könnten die Politiker nicht alles sagen, was sie dächten, um Geschäfte mit Saudi-Arabien und Katar nicht zu gefährden.


Weitere Angebote, Produkte und Unternehmen der noz MEDIEN