Ruf nach Verboten Umweltbundesamt beharrt auf strengen Regeln beim Fracking

Von Uwe Westdörp

Maria Krautzberger
              
              Foto: UBAMaria Krautzberger Foto: UBA

Osnabrück. Im Streit um das Gas-Fracking beharrt das Umweltbundesamt (UBA) auf einer deutlichen Verschärfung der bisherigen gesetzlichen Bestimmungen. „Wir machen keine Abstriche und drängen auf klare Regeln zum Schutz der Umwelt, insbesondere der Grund- und Trinkwasservorkommen in Deutschland“, sagte UBA-Präsidentin Maria Krautzberger unserer Zeitung.

Das UBA setzt sich deshalb für verbindliche Grundwasseruntersuchungen vor, während und nach dem Fracking ein. Krautzberger: „Wird auch nur die geringste Verschlechterung der Wasserqualität festgestellt, dann muss dies bedeuten, dass das Fracking nicht stattfinden kann. Hier muss null Toleranz gelten.“

Mit Fracking (englisch: Aufbrechen) ist es möglich, Gas- und Ölvorkommen zu fördern, die in gering durchlässigen Gesteinsschichten gebunden sind. Dabei wird mit Wasser, Sand und chemischen Zusätzen das Gestein so weit aufgebrochen, dass Gas oder Öl hindurchströmen kann. Umweltschützer warnen vor einer Verunreinigung des Grundwassers durch chemische Zusätze.

Laut UBA könnte die umstrittene Methode wegen fehlender gesetzlicher Regelungen gegenwärtig sogar in Wasserschutzgebieten angewandt werden. Das soll künftig nicht mehr möglich sein: Das UBA unterstützt ein gesetzliches Verbot von Fracking-Maßnahmen in Wasserschutz- und Trinkwassergewinnungsgebieten. Wasserschutzgebiete umfassen heute circa 14 Prozent Deutschlands. Vorstellen kann sich Krautzberger eine Öffnungsklausel für die Bundesländer, auf deren Grundlage Regelungen zum Schutz weiterer Gebiete getroffen werden können.

Die UBA-Präsidentin forderte ferner, den Einsatz von gefährlichen Frackflüssigkeiten zu verbieten. „Wir drängen auf strenge Regeln, was erlaubt ist und was als giftig für die Umwelt zu verbieten ist“. Dazu zählte Krautzberger unter anderem krebserregende und erbgutverändernde Stoffe. Das UBA empfiehlt zudem ein öffentlich zugängliches Kataster der beim Fracking zugelassenen und verwendeten Flüssigkeiten. Das nach dem Frackvorgang zusammen mit dem Gas zutage geförderte Lagerstättenwasser, das auch gefährliche Stoffe enthalte, müsse nach dem Stand der Technik aufbereitet und entsorgt werden.

„Mit derartigen Regelungen würden wir erstmals anspruchsvolle Umweltauflagen für die Fracking-Technologie in Deutschland haben.“ Dies beinhalte auch eine verbindliche Umweltverträglichkeitsprüfung für jedwede Form von Fracking.


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