zuletzt aktualisiert vor

„Wichtig für Geschichtskultur“ Historikerverband für kritische Edition von Hitlers „Mein Kampf“

Adolf Hitlers „Mein Kampf“ sollte nach Ansicht des Historikerverbandes als kritische Edition veröffentlicht werden. Foto: dpaAdolf Hitlers „Mein Kampf“ sollte nach Ansicht des Historikerverbandes als kritische Edition veröffentlicht werden. Foto: dpa

Osnabrück. Angesichts der aktuellen Diskussion um Adolf Hitlers Buch „Mein Kampf“ unterstützt der Historikerverband das Vorhaben des Instituts für Zeitgeschichte, eine kritische Edition zu erarbeiten und zu veröffentlichen.

In einem Gespräch mit unserer Zeitung erklärte eine Sprecherin, eine solche Ausgabe sei nicht nur für die Forschung ein dringendes Desiderat, sondern auch für eine aufgeklärte Geschichtskultur wichtig. Die Veröffentlichung einer kritischen

Starten Sie jetzt Ihren kostenlosen Probemonat!

Schließen Sie jetzt den kostenfreien Probemonat ab, um diesen Artikel zu lesen. Alle weiteren Inhalte auf unserer Webseite und in der App „noz News“ stehen Ihnen dann ebenfalls zur Verfügung.
Probemonat für 0 €
Anschließend 50% Rabatt für 3 Monate (4,98€/mtl.) | Monatlich kündbar
paypal express
Sind Sie bereits Abonnent der gedruckten Zeitung?

Mein Kampf ist ein Buch Adolf Hitlers. Hitler schrieb es 1924 während seiner Haft in der Festung Landsberg. Das Werk ist eine Kampf- und Propagandaschrift, in dem auch sein Hass auf die Juden zur Sprache kommt. Ausführlich malte Hitler das Bild einer „Jüdischen Weltverschwörung“ aus. Das Buch sollte zum Neuaufbau der NSDAP als zentral gelenkter Partei unter Hitlers Führung dienen. Unter anderem begrüßte Hitler den Ersten Weltkrieg als „Erlösung aus den ärgerlichen Empfindungen der Jugend“, als Kampf der deutschen Nation „um Sein oder Nichtsein“. Außerdem forderte er den Anschluss Österreichs an Deutschland und einen neuen Lebensraum für das deutsche Volk.

Vor allem der erste Band wurde bis 1932 während der Zeit der Weimarer Republik zu einem viel diskutierten Bestseller. Seit 1936 wurde „Mein Kampf“ in den Standesämtern verteilt. Das Buch erreichte bis 1939 eine Auflage von 5,5 Millionen. 1943 waren in Deutschland nahezu zehn Millionen Exemplare verbreitet. „Mein Kampf“ wurde in 16 Sprachen übersetzt und auch nach 1945 im Ausland mehrfach wieder aufgelegt. Nach Ansicht des Bundesjustizministeriums verstößt eine Verbreitung von Hitlers „Mein Kampf“ nach Ablauf der sogenannten Schutzfrist am 31. Dezember 2015 gegen geltendes Recht und wäre damit strafbar.

Weitere Angebote, Produkte und Unternehmen der noz MEDIEN