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30000 Dauerteilnehmer erwartet Regensburger Katholikentag 2014 im Zeichen der Päpste

Gastgeber des Katholikentags: der Präsident des Zentralkomitees der deutschen Katholiken, Alois Glück (links) und der Regensburger Bischof Rudolf Voderholzer. Foto: dpaGastgeber des Katholikentags: der Präsident des Zentralkomitees der deutschen Katholiken, Alois Glück (links) und der Regensburger Bischof Rudolf Voderholzer. Foto: dpa

Osnabrück. Der 99. Deutsche Katholikentag startet am Mittwochabend in Regensburg. Der Osnabrücker Bischof Franz-Josef Bode wird über die Rolle der Frauen in der Kirche sprechen. Das Bistum Osnabrück stellt Projekte zur Zusammenarbeit von Christen und Muslimen vor. Mehrere Osnabrücker Theologieprofessoren werden in Regensburg dabei sein.

Der Katholikentag steht ganz im Zeichen zweier Päpste: Es ist das erste Treffen dieser Art während der Amtszeit des Papstes Franziskus, der frischen Wind in die Kirche gebracht hat. Für dessen Vorgänger Benedikt XVI. war die Universitätsstadt Regensburg prägend – hier beendete Joseph Ratzinger 1977 seine Karriere als Theologieprofessor.Bis Sonntag werden 30000 Dauerteilnehmer in der ostbayerischen Domstadt erwartet. Mehr als 1000 Veranstaltungen sind unter dem Motto „Mit Christus Brücken bauen“ geplant: Diskussionen, Gottesdienste, Kinofilme, Vorträge, Bibelarbeiten, Angebote für Jugendliche und Abende der Begegnung. Auch ein Konzert mit der A-Capella-Gruppe „ Wise Guys “ gehört wieder dazu.

Russland-Ukraine-Krise im Programm

Ein inhaltlicher Schwerpunkt ist diesmal nicht auszumachen. Es wird um Familienpolitik, Sterbehilfe und Umwelt gehen, um die Weitergabe des Glaubens, den Dialog von Christen mit Juden und Muslimen sowie – 25 Jahre nach dem Fall des Eisernen Vorhangs - um den Blick nach Osteuropa. Mit Unterstützung des dort tätigen Hilfswerks Renovabis wurde die Russland-Ukraine Krise noch kurzfristig ins Programm aufgenommen. Sogar der kirchlich nicht anerkannte Schwangerenberatungsverein „ Donum Vitae “ (Geschenk des Lebens) darf - nach langem Ringen - präsent sein, auf einem kontrovers besetzten Podium.

Bundespräsident Joachim Gauck kommt bereits zur Begrüßung am Mittwochabend; er nimmt am Fest Christi Himmelfahrt am Eröffnungsgottesdienst teil und hält dann eine Grundsatzrede zum Verhältnis von Staat und Kirche in einer säkularen Gesellschaft. Beim Auftritt von Kanzlerin Angela Merkel (CDU) geht es darum, ob die Welt noch einen Platz für Europa hat. Über Managergehälter und Mindestlohn werden Vizekanzler Sigmar Gabriel (SPD) und der Münchner Kardinal Reinhard Marx sprechen. Entwicklungsminister Gerd Müller (CSU), Arbeitsministerin Andrea Nahles (SPD) und der frühere Bundespräsident Horst Köhler beteiligen sich ebenfalls an den Debatten.

Bischof Bode spricht über Frauen in der Kirche

Mitwirkender auf mehreren Podien ist der Osnabrücker Bischof Franz-Josef Bode . Für ihn verbindet sich mit dem Ort des Katholikentags die Erinnerung an die Studentenzeit, die er zum Teil in Regensburg verbracht hat. Frauen in der Kirche, „Altern quer gedacht!“ und Gottes Segen an den Knotenpunkten des Lebens sind Themen, über die Bode sprechen wird. Wer in den 620 Seiten des Programmhefts blättert, findet auch Osnabrücker Professoren unter den Podiumsteilnehmern, darunter Martina Blasberg-Kuhnke, Margit Eckholt, Manfred Spieker und Georg Steins.

Bistum Osnabrück stellt interreligiösen Dialog vor

Das Bistum Osnabrück hat wie bei den vorherigen Katholikentagen einen gemeinsamen Stand mit den Diözesen Hamburg, Hildesheim und Münster. In einem großen Zelt stellt das Bistum Modelle zum interreligiösen Dialog vor: die Osnabrücker Drei-Religionen-Schule und das christlich-muslimische Gebetsprojekt „Perlen für Gott“ der Kindertagesstätte Heilig Kreuz aus dem Osnabrücker Stadtteil Schinkel.


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