QR-Code überklebt FDP-Plakate in Berlin verlinken auf Pornofilm

In Berlin haben Unbekannte Plakate der FDP-Poltikerin Alexandra Thein mit QR-Codes beklebt, die auf einen Porno verlinken. Foto: FDPIn Berlin haben Unbekannte Plakate der FDP-Poltikerin Alexandra Thein mit QR-Codes beklebt, die auf einen Porno verlinken. Foto: FDP

Osnabrück. Ja, es gibt sie noch die FDP. In Berlin wirbt die Europapolitikerin der Partei Alexandra Thein für die Europawahl mit dem Slogan „Liebe kennt keine Grenzen“. Unbekannte haben jetzt den QR-Code auf dem Plakat mit einem anderen überklebt – der leitet auf einen Pornofilm weiter.

22 Minuten ist der Film lang, er trägt ebenfalls den Titel „Liebe kennt keine Grenzen“, geht aber in eine etwas andere Richtung: Der Streifen zeigt Frauen und Männer beim Gruppensex. Der finanzielle Schaden für die FDP ist vergleichsweise gering, die mediale Aufmerksamkeit dafür umso höher.

Laut Theins Pressesprecher Thomas Reiter sind nicht mal 20 Plakate betroffen. Rund 1000 Plakate seien geklebt worden. In den sozialen Netzwerken gebe es dafür eine Bandbreite von Reaktionen, sagt Reiter im Gespräch mit unserer Redaktion: „Die reichen von: Die falschen QR-Codes hätte die FDP selbst geklebt bis hin zu einer Diskussion um Sinn und Zweck von Wahlplakaten.“ Bild.de sprach gar von einem „Porno-Angriff auf FDP-Politikerin“.

Eine gewisse Cleverness will Reiter den Unbekannten nicht absprechen: „Zumindest waren sie kreativer als einfach nur einen Hitlerbart auf das Plakat zu malen oder es gleich kaputtzumachen, wie es hier in Berlin ja öfters mal vorkommt.“

Keine Anzeige erstattet

Anzeige habe die FDP jedenfalls nicht erstattet, sagt Reiter. „Dafür wäre dann der Staatsschutz zuständig gewesen, das wäre dann doch etwas hochgehangen.“ Schon vorher hatte der Slogan für Heiterkeit und Kopfschütteln gleichermaßen gesorgt. Was das noch mit Politik zu tun habe, fragten sich nicht nur politische Beobachter.

Auf Plakaten sei ohnehin kein Platz für Inhalte, sagt dagegen Reiter. Mit dem Spruch habe man deutlich machen wollen, dass sich Thein für grenzüberschreitendes Lieben, Leben und Arbeiten einsetze. „Wir wollten es etwas weniger staatstragend als die üblichen Sprüche ,Verantwortung für Europa‘ und so weiter.“

Für Reiter hat die Geschichte auch etwas Gutes: „Wir konnten ein technisches Problem aufdecken.“ Das ZDF habe angekündigt, über den Missbrauch von QR-Codes zu berichten.


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