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03.04.2014, 18:55 Uhr

Die Renten und die Last der Jungen

Ein Kommentar von Uwe Westdörp


Junge Leute von heute: Auf sie kommen mit dem Rentenpaket zusätzliche Lasten zu. Foto: dpaJunge Leute von heute: Auf sie kommen mit dem Rentenpaket zusätzliche Lasten zu. Foto: dpa

Osnabrück. Lange schon sind Rentenverbesserungen im Gespräch, nun ist der Gesetzentwurf von Bundesarbeitsministerin Andrea Nahles (SPD) im Parlament. Aber ist das schwarz-rote Rentenpaket gerecht? Die Antworten fallen - mit gutem Grund - unterschiedlich aus. Ein Kommentar.

Arbeitgeber sind empört, Gewerkschafter voll des Lobes. Am Rentenpaket der Regierung scheiden sich die Geister – zu Recht, denn es ist zwar gut gemeint, aber nicht gut gemacht, sondern weist klare Mängel auf: Die Finanzierung der Mütterrente ist ein Fehler, die Rente mit 63 könnte zu vielen Frühverrentungen führen, und ein Durchbruch im Kampf gegen Altersarmut bleibt in weiter Ferne.

Vor allem junge Leute müssten eigentlich lautstark protestieren. Denn sie werden mit dem Rentenpaket zusätzlich belastet. Ihnen drohen höhere Beiträge bei weniger Rente – miese Aussichten. Allein die höheren Mütterrenten schlagen Jahr für Jahr mit mehr als sechs Milliarden Euro zu Buche, bezahlt aus Beitragsgeldern. Dabei ist die finanzielle Anerkennung von Erziehungsleistungen eindeutig eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe, also aller Steuerzahler.

Bei der Rente mit 63 wäre es besser gewesen, Ausnahmeregeln zu finden. Es gibt sicher Jobs, die man nicht bis 67 ausüben kann. Die Regierung bewertet aber alle Beschäftigten gleich und erweckt den Anschein, sie könnten sämtlich früher in Rente gehen.

Das ist aufgrund der steigenden Lebenserwartung aber bekanntlich nicht möglich. Stattdessen müssen die Menschen künftig länger arbeiten. Diese Tatsache, die bei früheren Rentenreformen noch anerkannt wurde, darf jetzt nicht einfach ignoriert werden.


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