Schläge nach Ausstrahlung von Putin-Rede Krim-Krise: TV-Chef zum Rücktritt geprügelt

Von dpa

Auch in der Ukraine verfolgten die Menschen die Putin-Rede live vor dem TV. Der Chef des Staatsfernsehens bezahlte die Ausstrahlung mit Schlägen. Danach reichte er seinen Rücktritt ein. Foto: dpaAuch in der Ukraine verfolgten die Menschen die Putin-Rede live vor dem TV. Der Chef des Staatsfernsehens bezahlte die Ausstrahlung mit Schlägen. Danach reichte er seinen Rücktritt ein. Foto: dpa

Kiew. Mit Beschimpfungen und Schlägen haben ein ukrainischer Abgeordneter und mehrere Handlanger den Chef des Staatsfernsehens zum Rücktritt gezwungen.Der Grund: Er hatte die Rede Putins ausstrahlen lassen.

Die Angreifer warfen dem TV-Mann vor, mit der Ausstrahlung der Rede von Kremlchef Wladimir Putin über den Beitritt der Krim am Dienstag russische Propaganda verbreitet zu haben.

Igor Miroschnitschenko von der rechtspopulistischen Partei Swoboda (Freiheit) drang gemeinsam mit mindestens fünf Helfern in das Büro von Alexander Pantelejmonow in Kiew ein und attackierte ihn. Der Senderchef unterzeichnete daraufhin eine Rücktrittserklärung.

Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International kritisierte am Mittwoch den Vorfall scharf, den die Angreifer auf Video festhielten. „Die kommissarischen Machthaber müssen ein eindeutiges Signal senden, dass diese Art des Verhaltens in der Ukraine nicht toleriert wird“, erklärte Amnesty. Der Clip war am Abend nicht mehr zu sehen

Miroschnitschenko ist ausgerechnet Mitglied des Parlamentsausschusses für Pressefreiheit. Seine Partei Swoboda stellt zudem vier Minister in der Übergangsregierung. Präsidentschaftskandidat Vitali Klitschko forderte, dem Abgeordneten sein Mandat abzuerkennen.


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