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News-Ticker Krim-Krise: Internationale Beobachtermission kann kommen

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Unterzeichnung der Annexion: Krims Premierminister Sergei Aksenov (von links), Russlands Präsident Wladimir Putin und Sevastopols Bürgermeister Alexei Chalyi feiern den Zusammenschluss. Foto: imagoUnterzeichnung der Annexion: Krims Premierminister Sergei Aksenov (von links), Russlands Präsident Wladimir Putin und Sevastopols Bürgermeister Alexei Chalyi feiern den Zusammenschluss. Foto: imago

kück/cl/rtr/dpa/epd Osnabrück/Moskau/Kiew. Der Ständige Rat der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) stimmte auch mit der Stimme Russlands der Entsendung von Beobachtern zu. Die Ukraine fordert Gaslieferungen aus der EU. Alle Infos, Analysen und Bilder im News-Ticker:

Die aktuellen Entwicklungen verfolgen Sie hier in der Fortsetzung unseres News-Tickers.

Freitag, 21. März

Update 22.05 Uhr: Die USA verfolgen die russischen Truppenbewegungen im Grenzgebiet zur Ukraine mit Skepsis. „Es ist nicht klar, was das signalisieren soll“, sagte die Nationale Sicherheitsberaterin Susan Rice am Freitag im Weißen Haus. Zwar habe die russische Führung erklärt, es handele es sich lediglich um Manöver, sagte sie mit Blick auf ein Telefonat von Verteidigungsminister Chuck Hagel mit seinem russischen Kollegen Sergej Schoigu am Donnerstag. Doch angesichts der Kluft zwischen Reden und Handeln in Moskau müsse man skeptisch sein, fügte Rice hinzu.

Update 20.55 Uhr: Die frühere ukrainische Regierungschefin Julia Timoschenko hat ihr Land zum Widerstand gegen die Annexion der Krim durch Russland aufgerufen. Bei ihrem ersten landesweiten Fernsehauftritt seit der Entlassung aus der Haft griff sie am Freitag den russischen Präsidenten Wladimir Putin scharf an. „Die Krim ist für Putin der Anfang vom Ende“, prophezeite Timoschenko. Eine Annäherung zwischen Russland und der Ukraine könne es nicht mehr geben: „Putin hat ein für allemal die Ukraine verloren.“

Timoschenko redete nicht einer bewaffneten Auseinandersetzung mit Russland das Wort. Um die Krim müsse man strategisch und auf die richtige Weise kämpfen, sagte sie in Kiew.

Timoschenko hatte unter Präsident Viktor Janukowitsch zweieinhalb Jahre in Haft gesessen und wurde nach seinem Sturz am 22. Februar freigelassen. Die derzeitige Führung der Ukraine stammt aus ihrer Vaterlandspartei, nämlich Übergangspräsident Alexander Turtschinow und Regierungschef Arseni Jazenjuk. Timoschenko hat intern angekündigt, bei der Präsidentenwahl am 25. Mai zu kandidieren. Weil sie in Haft an einem Bandscheibenvorfall litt, wurde sie in den vergangenen Wochen in Deutschland medizinisch behandelt.

Update 19.39 Uhr: Die vielfach geforderte internationale Beobachtermission in der Ukraine ist perfekt. Der Ständige Rat der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) billigte am Freitag auch mit der Stimme Russlands die Entsendung einer Mission, wie die US-Delegation per Twitter mitteilte. Die USA, die EU und Deutschland hatten zuletzt massiv einen solchen Schritt gefordert. Er gilt als wichtiges Signal für eine erhoffte Deeskalation.

Die Beobachtermission soll unparteiisch Informationen über die Sicherheitslage und den Schutz von Minderheiten in der Ukraine sammeln. Sie besteht aus mindestens 100 Experten. Die Mission umfasst Regionen im ganzen Land, aber zunächst nicht die Krim.

Update 18.05 Uhr: Die Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa kommt um 19.30 Uhr zu einem Sondertreffen zusammen. Nach Angaben von Diplomaten könnte dabei beschlossen werden, Beobachter in die Ukraine zu schicken.

Update 16.11 Uhr: Die EU verhängt weitere Sanktionen gegen Vertraute des russischen Präsidenten Wladimir Putin. Betroffen sind zwei Berater des Staatschefs sowie der stellvertretende Ministerpräsident Dmitri Rogosin und neun weitere Personen.

Update 15.20 Uhr: Die ukrainische Polizei nimmt nach Angaben des Innenministeriums den Chef des staatlichen Energiekonzerns Naftogaz fest. Hintergrund seien Ermittlungen wegen mutmaßlicher Korruption in der Gasbranche.

Update 14.25 Uhr: Die Verunsicherung über die Zuverlässigkeit russischer Energieversorgung ist nach den Worten von Bundeskanzlerin Angela Merkel in der EU schon spürbar.

Update 14.17 Uhr: Bundeskanzlerin Angela Merkel erklärt mit Blick auf russische Gas-Importe, falls die USA bereit zum Export von Schiefer-Gas seien, könnte dies eine Option für europäische Länder sein.

Update 14.16 Uhr: Der britische Premier David Cameron warnt Russland vor einem Truppeneinmarsch in der Ost-Ukraine. Dies würde weitreichende Konsequenzen nach sich ziehen, sagte Cameron.

Update 14.06 Uhr: EU-Ratspräsident Herman Van Rompuy will die Abhängigkeit der EU von russischer Energie senken. „Wir meinen es ernst mit der Senkung unserer Energieabhängigkeit“, erklärte Van Rompuy.

Update 13.44 Uhr: Der ukrainische Präsident Alexander Turtschinow erklärt, sein Land werde nie die Abspaltung der Krim akzeptieren. UN-Chef Ban Ki-Moon fordert die ukrainischen und russischen Spitzen zu direkten und konstruktiven Gesprächen auf, um eine „unkontrollierbare Situation“ zu vermeiden.

Update 13.15 Uhr: Der Beitritt der von der Ukraine abtrünnigen Krim-Gebiete ist aus russischer Sicht formal endgültig abgeschlossen. Präsident Wladimir Putin unterzeichnete am Freitag die Gesetze zur Aufnahme der Schwarzmeer-Halbinsel und der Stadt Sewastopol in die Russische Föderation, wie der Kreml in Moskau mitteilte.

Update 12.47 Uhr: Die Ukraine fordert wegen des Konflikts mit Moskau Energielieferungen aus der EU. Es sei dringend für die Ukraine, dass Energie „in umgekehrter Richtung“ fließe, da Russland seine Verträge verletze und den Gaspreis verdoppele, sagte Ministerpräsident Arseni Jazenjuk am Freitag am Rande des EU-Gipfels in Brüssel. Der Regierungschef sieht in den Milliardenforderungen Russlands an die Ukraine eine Strafe für den „proeuropäischen Weg“ des Landes. „Es ist wichtig, dass wir alle mit einer Stimme sprechen, damit wir niemandem erlauben – auch nicht Russland – Energie als eine neue Atomwaffe zu benutzen“, sagte er. Die EU arbeitet bereits an sogenannten „Reverse Flow“-Mechanismen, die beispielsweise die Lieferung von Gas aus der Slowakei in die Ukraine erlauben würden.

Update 12.38 Uhr: Russlands Präsident Wladimir Putin macht sich über die US-Sanktionen gegen die Bank Rossija lustig: Diese habe nichts mit den Vorfällen auf der Krim zu tun. Er kündigte an, er werde die Bank und ihre Kunden schützen und sein Gehalt weiterhin auf ein Konto dieser Bank überwiesen. Zuvor hatte die Nachrichtenagentur Interfax mitgeteilt, Putin wolle ein Konto bei der Bank eröffnen.

Update 12.19 Uhr: Schon in wenigen Wochen sollen die neuen russischen Landkarten fertig sein – mit der Erweiterung um die Krim. „Wir brauchen keine besonderen Messungen. Das ganze wird höchstens ein bis zwei Monate dauern“, sagte der Präsident der Staatlichen Universität für Geodäsie und Kartographie, Viktor Sawinych. „Wir benötigen nur die Satellitenbilder des Territoriums, die Geodaten haben wir schon.“ Etwas länger dürfte es hingegen dauern, bis auch die Schüler in ihren Atlanten die neuen Staatsgrenzen nachschlagen können. Bevor die Schulgloben in Auftrag gegeben werden könnten, müsse zunächst die Kartographiebehörde die Karten bestätigen, teilte der staatliche Schulbuchverlag mit.

Update 10.53 Uhr: Russland hält eine Mission der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) in der Ukraine für möglich, schließt diese für die Krim aber aus. Zudem sei Russland gegen einen Freifahrtschein für eine beliebige Zahl von Beobachtern, sagte Außenminister Sergej Lawrow am Freitag im Föderationsrat. Eine solche Mission könne aufklären, wie rechtsextreme ukrainische Nationalisten gegen die russischsprachige Bevölkerung vorgingen. Der Westen hatte Russland vorgeworfen, eine OSZE-Mission zu verhindern. Die Halbinsel Krim ist für die Beobachter nicht zugänglich, weil Russland sie nun offiziell zu seinem Staatsgebiet erklärt hat.

Update 10.43 Uhr: Der Föderationsrat in Moskau hat in letzter Instanz der Aufnahme der zur Ukraine gehörenden Krim in die Russische Föderation zugestimmt. Die Mitglieder ratifizierten am Freitag einstimmig den Beitrittsvertrag. Damit ist die Schwarzmeerhalbinsel nach russischem Recht nun endgültig Teil des Riesenreichs. Präsident Wladimir Putin und die moskautreue Führung der Krim hatten das Dokument am Dienstag unterzeichnet. Zudem votierte der Föderationsrat nun dafür, dass mit der Republik Krim und der Hafenstadt Sewastopol zwei neue Subjekte der Russischen Föderation gebildet werden. Nach der Abstimmung erhoben sich die Ratsmitglieder und spendeten lauten Applaus. Am Donnerstag hatte bereits die Staatsduma für den Beitritt gestimmt.

Update 10.18 Uhr: Die EU und der ukrainische Ministerpräsident Arseni Jazenjuk haben am Freitag in Brüssel ein Abkommen zur engeren politischen Zusammenarbeit unterschrieben. Das teilte der EU-Ministerrat beim Gipfeltreffen der Union mit. Es handelt sich um einen Teil des umfassenden Partnerschaftsabkommens, das der vorige ukrainische Präsident Viktor Janukowitsch im November auf Eis gelegt hatte. Im sogenannten politischen Teil des Abkommens verpflichtet sich die Ukraine unter anderem zur Respektierung der Menschenrechte, der freien Marktwirtschaft und zur engen Kooperation mit Europa. Der Handelsteil des Abkommens soll später unterschrieben werden. Die EU hatte Russland im Februar zugesichert, vor der Schaffung einer Freihandelszone mit Moskau zu sprechen. Allerdings will die EU schon im Juni einseitig fast alle Zölle für ukrainische Waren verzichten. Dies soll die Ukraine nach Angaben der EU-Kommission um knapp 500 Millionen pro Jahr entlasten.

Update 9.57 Uhr: Bundespräsident Joachim Gauck hat sich zur Krim-Krise geäußert –und die Deutschen zu Besonnenheit aufgerufen. „Die Lage ist kritisch. Aber sie ist nicht dazu angetan, dass die Menschen, die in Deutschland oder Europa leben, Kriegsängste bekommen“, sagte er in der ARD-Sendung „Beckmann“ am Donnerstagabend. „Sorgen sollen wir uns schon machen. Wir dürfen ja nicht einfach zuschauen, wenn Machtpolitik wieder instrumentalisiert wird.“ Die Gefahr eines Flächenbrands ähnlich wie beim Ausbruch des Ersten Weltkrieges vor 100 Jahren sieht Gauck nicht: „Wir haben jetzt nicht diesen nationalistischen Eifer, den es 1914 in jedem Land gab. Jedes Land wollte diese nationale Karte spielen, hatte sich hochgerüstet, wartete auf ein reinigendes Gewitter, von dem man sich Vorteile versprach.“ Eine solche Gesinnung und Stimmung gebe es heute weder in der Bevölkerung noch in der Politik der west- und mitteleuropäischen Länder, sagte Gauck.

0.26 Uhr: Die Europäische Union verhängt wegen der Annexion der Krim Einreiseverbote und Kontensperrungen gegen weitere Personen. Das teilte Bundeskanzlerin Angela Merkel nach Abschluss der Beratungen beim EU-Gipfel in der Nacht zum Freitag in Brüssel mit. Bisher gab es derartige Sanktionen gegen 21 Personen.

Donnerstag, 20. März

Update 21.42 Uhr: Kremlchef Wladimir Putin ist nach dem umstrittenen Beitritt der Krim so beliebt wie seit fünf Jahren nicht. 75,7 Prozent der Russen seien mit der Arbeit des Präsidenten zufrieden, teilte das staatliche Meinungsforschungsinstitut Wziom am Donnerstag mit. Damit habe die Beliebtheit des 61-Jährigen allein im vergangenen Monat um 11,4 und seit Jahresbeginn um mehr als 15 Prozentpunkte zugenommen. Außer dem Anschluss der von Kiew abtrünnigen Krim habe auch das erfolgreiche russische Abschneiden bei den Paralympischen Spielen in Sotschi zu Putins gestiegenem Ansehen beigetragen, hieß es.

Update 21.37 Uhr: Der republikanische Senator und Ex-Präsidentschaftskandidat John McCain reagiert mit Humor auf die am Donnerstag auch gegen ihn verhängten russischen Sanktionen: „Das bedeutet wohl, dass meine Frühlingsferien in Sibirien geplatzt sind, meine Gazprom-Aktien verloren sind und dass mein geheimes Bankkonto in Moskau eingefroren ist.“

Update 19.37 Uhr: Während sich die internationale Politik mit Sanktionsrufen überbietet, mag sich die Mehrheit der Deutschen weit weniger über Russland und die Krim empören. Umfragen belegen die Skepsis. Und die hat ihre Gründe - ein Kommentar .

Update 18.43 Uhr: Russische Soldaten haben nach ukrainischen Angaben mindestens drei Kriegsschiffe auf der Krim geentert. Etwa 20 Bewaffnete seien unter Einsatz von Blendgranaten auf die Korvette „Ternopol“ im Hafen von Sewastopol vorgedrungen, teilte der ukrainische Marinesprecher Wladislaw Selesnjow am Donnerstag mit. Auch Schüsse seien gefallen. Eine russische Bestätigung dafür gab es nicht. Auch die Schiffe „Luzk“ und die „Chmelnizki“ sollen besetzt worden sein. Die Schiffe waren zuvor wochenlang von der russischen Schwarzmeerflotte blockiert worden. Die Ukraine bereitet die Räumung ihrer Stützpunkte auf der abtrünnigen Krim vor.

Update 17.11 Uhr: Als Reaktion auf US-Sanktionen gegen russische Politiker und Beamte hat Moskau seinerseits Einreisesperren gegen US-Vertreter angekündigt. Dazu zählten neun Politiker, wie das Außenministerium in Moskau am Donnerstag mitteilte. Moskau habe stets gewarnt, dass Sanktionen wie ein Bumerang auf die USA zurückfallen könnten, hieß es in der Mitteilung. „Es darf keinen Zweifel geben: Wir werden angemessen auf jeden feindlichen Angriff reagieren.“

Auf der Liste stehen unter anderem der Vorsitzende des US-Repräsentantenhauses, John Boehner, der demokratische Fraktionschef im Senat, Harry Reid, und der republikanische Senator und Ex-Präsidentschaftskandidat John McCain. Ebenfalls betroffen sind mehrere Berater von US-Präsident Barack Obama.

Update 16.22 Uhr: UN-Generalsekretär Ban Ki Moon warnt im Zusammenhang mit der Krim-Krise davor, die Lage völlig außer Kontrolle geraten zu lassen. Die Geschichte habe gezeigt, dass kleine Ereignisse zu einer Situation führen könnten, die jenseits jeglicher Kontrolle sei.

Update 16.19 Uhr: Russland leidet nach Ansicht des schwedischen Ministerpräsidenten Frederik Reinfeldt bereits unter den westlichen Sanktionen. „Der Effekt der Sanktionen zeigt sich bereits“, sagt Reinfeldt vor dem EU-Gipfel. „Wir brauchen jetzt ein klares, einiges Signal der EU. Ein starkes Europa ist das letzte, was Putin will.“ Der russische Präsident sei auf der Verliererseite.

Update 16.11 Uhr: In der Krim-Krise haben die USA weitere Sanktionen gegen Russland beschlossen. Es würden Strafmaßnahmen gegen weitere russische Regierungsbeamte sowie eine Bank verhängt, sagte US-Präsident Barack Obama am Donnerstag in Washington. Zudem sei ab sofort der Weg für Sanktionen gegen ganze Wirtschaftszweige frei.

Update 15.58 Uhr:: Österreichs Bundeskanzler Werner Faymann äußert sich zurückhaltend zu Wirtschaftssanktionen gegen Russland. Gespräche müssten ganz klar Vorrang haben, sagt der Sozialdemokrat vor dem EU-Gipfel in Brüssel. Ein Verbot von Waffenexporten sei für Österreich kein Problem, EU-Sanktionen im Energiesektor aber sehr wohl.

Update 15.45 Uhr: Bundeskanzlerin Angela Merkel betont ihre Entschlossenheit, dass die EU auch wirtschaftliche Sanktionen gegen Russland verhängen wird, wenn die Eskalation in der Ukraine weitergehen sollte. Auf jeden Fall werde der EU-Gipfel mehr Konto- und Einreisesperren gegen russische Akteure verhängen, sagt Merkel beim Eintreffen in Brüssel.

Update 15.15 Uhr: Das US-Präsidialamt kündigt eine Erklärung von Barack Obama zur Ukraine-Krise an. Der Präsident will sich demnach um 16.00 Uhr MEZ äußern. 14.42 Uhr - UN-Generalsekretär Ban erklärt bei einem Treffen mit dem russischen Präsidenten Putin in Moskau, er sei „sehr besorgt“ über die Krim-Krise. Ban bereist Russland und die Ukraine.

Update 14.24 Uhr: Das Unterhaus des russischen Parlaments, die Duma, stimmt für eine Aufnahme der Krim in die Russische Förderation. 14.00 Uhr - Die bislang auf der Krim stationierten ukrainischen Grenztruppen nehmen inzwischen ihren Dienst im nicht Russland zugeschlagenem Gebiet auf. Das sagt ihr Vize-Kommandeur Pawlo Schyscholin. Bislang hätten etwa 1000 Zivilisten die Halbinsel verlassen.

Update 13.55 Uhr: Russland will sein Militär auf der Krim verstärken. Damit solle die Halbinsel gegen „alle möglichen Übergriffe“ geschützt werden können, zitiert die Nachrichtenagentur Itar-Tass Vize-Verteidigungsminister Borisow.

Update 13.05 Uhr: Nach tödlichen Schüssen auf einen ukrainischen Soldaten und einen prorussischen Aktivisten auf der Krim haben die Behörden den mutmaßlichen Täter festgenommen. Es handele sich um einen 17 Jahre alten Heckenschützen aus der Westukraine, sagte der moskautreue Vizeregierungschef Rustam Temirgalijew am Donnerstag der Agentur Interfax. Der Jugendliche soll am Dienstag absichtlich auf beide Lager gefeuert haben, um Chaos zu stiften. Die Krim-Führung und Russland behaupten stets, ukrainische „Faschisten“ aus der Westukraine planten Provokationen auf der abtrünnigen Halbinsel. Bei dem Vorfall in Simferopol waren auch zwei Menschen verletzt worden.

Update 12.41 Uhr: Russland will Entschädigung verlangen, sollte der geplante Kauf von französischen Hubschrauberträgern storniert werden. Das meldet Interfax unter Berufung auf das russische Verteidigungsministerium.

Update 12.05 Uhr: Die Moskauer Justiz hat russische Konten des ukrainischen Süßwarenherstellers Roshen gesperrt. Das Unternehmen gehört dem ukrainischen Milliardär Pjotr Poroschenko, der die Protestbewegung auf dem Maidan in Kiew mitfinanziert hatte. Zudem sei die Produktion im Werk im russischen Lipezk für mindestens eine Woche stillgelegt, weil ein Ermittlungsverfahren eröffnet worden sei, sagte Roshen-Sprecherin Inna Petrenko am Donnerstag der Agentur Itar-Tass. Nähere Angaben machte sie zunächst nicht.

Update 11.55 Uhr: Der ukrainische Ministerpräsident Arseni Jazenjuk hat eine Visapflicht für russische Staatsbürger zunächst abgelehnt. Dieser Schritt müsse sehr genau geprüft werden, „denn an der Beibehaltung des visafreien Verkehrs ist eine große Zahl der Bürger in erster Linie im Süden und Osten des Landes interessiert“, sagte Jazenjuk am Donnerstag in Brüssel. Er widersprach damit Sicherheitsratschef Andrej Parubij, der am Vorabend die Einführung von Visa als Reaktion auf den umstrittenen Beitritt der Krim zu Russland angeordnet hatte. Etwa drei Millionen Ukrainer arbeiten im Nachbarland. Es bestehen zudem enge verwandtschaftliche Beziehungen.

Update 11.47: Die USA und die Ukraine wollen einem Bericht des britischen „Guardian“ zufolge an ihrer gemeinsamen Militärübung „Rapid Trident“ ungeachtet der Krim-Krise festhalten. Auch Großbritannien werde Soldaten schicken, habe sich aber noch nicht entschieden wie viele, berichtete die Zeitung am Donnerstag unter Berufung auf Londoner Regierungsquellen. Das Manöver findet seit 2006 jährlich statt. Es soll dazu dienen, die Handlungsfähigkeit von Streitkräften der NATO und von Partnerstaaten zu verbessern. Im vergangenen Jahr hatten sich rund 1300 Soldaten aus 16 Ländern, darunter auch aus Deutschland beteiligt.

Update 9.58 Uhr: Unmittelbar vor dem EU-Gipfel zur Krim-Krise hat Bundeskanzlerin Angela Merkel Russland mit wirtschaftlichen Sanktionen bei einer weiteren Verschärfung der Lage gedroht. Der Anschluss der Krim an Russland erfordere „die entschlossene wie geschlossene Antwort Europas und seiner Partner“, sagte sie am Donnerstag in einer Regierungserklärung im Bundestag. Sie kündigte eine Ausweitung der Liste der bisher 21 Personen an, gegen die Reisebeschränkungen und Kontensperrungen verhängt wurden. Bei einer weiteren Verschärfung der Lage forderte sie weitere Schritte. „Und dabei wird es ganz ohne Zweifel auch um wirtschaftliche Sanktionen gehen.“

Update 9.10 Uhr: Kurz vor dem EU-Gipfel in Brüssel gibt Bundeskanzlerin Angela Merkel heute eine Regierungserklärung zur Krim-Krise ab. Die Bundesregierung rechnet nicht damit, dass die EU-Staats- und Regierungschefs die Sanktionen gegen Moskau weitreichend verschärfen.

Update 8.52 Uhr: Erstmals seit dem umstritten Referendum auf der Krim haben sich Moskau und Kiew auf Ministerebene ausgetauscht. Der russische Verteidigungsminister Sergej Schoigu habe bei einem Telefonat mit seinem ukrainischen Kollegen Igor Tenjuch „verschiedene Aspekte der Krise in der Ukraine und Maßnahmen zur Deeskalation der Lage auf der Krim“ besprochen. Das Gespräch habe auf Wunsch der ukrainischen Seite stattgefunden.

7.18 Uhr: Das rechtliche Verfahren zur Eingliederung der Krim in die Russische Föderation soll noch in dieser Woche abgeschlossen werden. Mit dieser Aussage zitieren russische Nachrichtenagenturen den Außenminister des Landes, Sergej Lawrow.

Mittwoch, 19. März

Update 23.11 Uhr: Russland will auf US-Sanktionen umgehend mit Strafmaßnahmen antworten. Falls die Regierung in Washington die Spannungen weiter erhöhe, werde Russland zudem weitere Schritte in Erwägung ziehen, drohte Vize-Außenminister Sergej Riabkow am Mittwoch. Am Montag hatten die USA erste Sanktionen gegen einzelne Russen beschlossen und am Mittwoch weitere angekündigt. Riabkow erläuterte der Agentur Interfax zufolge, die Regierung erwäge derzeit eine ganze Reihe von Antworten.

Update 22.01 Uhr: Die US-Notenbank verfolgt nach eigenen Angaben intensiv, ob der Krim-Konflikt Auswirkungen auf die US-Wirtschaft und die internationalen Finanzmärkte haben könnte. „Das ist etwas, was wir sehr genau beobachten“, sagte die neue Fed-Chefin, Janet Yellen, am Mittwoch in Washington. „Offensichtlich gibt es dort geopolitische Risiken, und es ist wichtig für uns, dass wir ein Auge darauf werfen“, fügte sie hinzu. Falls sich die Spannungen zwischen der Ukraine und Russland aber zuspitzen sollten, drohten Konsequenzen für die Finanzmärkte.

Update 21.35 Uhr: Russland hat sich im UN-Sicherheitsrat unbeeindruckt von westlichem Protest und Sanktionen als Antwort auf Moskaus Vorgehen auf der Krim gezeigt. „Wir haben die Reaktionen der westlichen Länder zur Kenntnis genommen“, sagte der russische UN-Botschafter Witali Tschurkin am Mittwoch bei einer Sondersitzung des Gremiums zur Krim-Krise.

Update 21.03: Mit Beschimpfungen und Schlägen haben ein ukrainischer Abgeordneter und mehrere Handlanger den Chef des Staatsfernsehens zum Rücktritt gezwungen . Sie warfen ihm vor, mit der Ausstrahlung der Rede von Kremlchef Wladimir Putin über den Beitritt der Krim am Dienstag russische Propaganda verbreitet zu haben. Der TV-Mann unterzeichnete daraufhin seinen Rücktritt.

Update 19.31 Uhr: Die Ukraine stellt die Weichen für den Abzug ihrer Soldaten von der durch prorussische Kräften besetzten Krim. Der Sicherheitsrat in Kiew beauftragte das Kabinett, einen entsprechenden Plan auszuarbeiten. Das sagte der Chef des Gremiums, Andrej Parubij, am Mittwochabend der Agentur Unian zufolge. Zudem befahl der Rat, die Ausreise derjenigen Ukrainer vorzubereiten, welche die Krim nach dem international nicht anerkannten Beitritt zur Russischen Föderation verlassen wollten. Das ukrainische Militär sowie die Einheiten des Innenministeriums wurden zudem in volle Kampfbereitschaft versetzt.

Update 19.10 Uhr: Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) hat angesichts der Krim-Krise ein Geschäft des Rüstungskonzerns Rheinmetall mit der russischen Armee vorerst gestoppt. „Die Bundesregierung hält in der gegenwärtigen Lage die Ausfuhr des Gefechtsübungszentrums nach Russland für nicht vertretbar“, teilte das Wirtschaftsministerium am Mittwochabend in Berlin auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur mit. Das Geschäft hat eine Größenordnung von etwa 120 Millionen Euro. Man stehe in Kontakt mit Rheinmetall. Derzeit seien keine Lieferungen für das Gefechtsübungszentrum vorgesehen, berichtete das Ministerium weiter.

Update 17.37 Uhr: Deutsche Landwirte drohen aufgrund eines Einfuhrverbots auf Tausenden Tonnen Saatkartoffeln für russische Landwirte sitzenzubleiben - Moskau wirft den Erzeugern Verstöße gegen Pflanzenschutzauflagen vor. Rund 100 Züchter seien betroffen, die etwa 5000 bis 6000 Tonnen für den russischen Markt bereit hielten, sagte Michael Lohse, Sprecher des Deutschen Bauernverbandes, am Mittwoch in Berlin. Der sich verschärfende Konflikt zwischen Russland und der EU wegen der Krim-Krise könnte eine rasche Lösung des Kartoffel-Streits zusätzlich erschweren.

Update 17.07 Uhr: Nach dem Beschluss zur Aufnahme der Krim gibt Russland nun offiziell Pässe auf der von Kiew abtrünnigen Halbinsel aus. „Alle Einwohner der Krim, die sich an die Behörden wenden, erhalten einen Pass, da sie seit gestern Bürger der Russischen Föderation sind“, sagte der Chef der Migrationsbehörde, Konstantin Romodanowski, am Mittwoch der Agentur Interfax in Moskau.

Update 16.03 Uhr: Die Krim-Krise verschärft auch die Feindseligkeiten zwischen den beiden großen orthodoxen Kirchen der Ukraine. Das Moskauer Patriarchat wies am Mittwoch ukrainische Medienberichte zurück, nach denen Geistliche des Moskauer Patriarchats mit russischen Bewaffneten Kirchen des Kiewer Patriarchats auf der Krim beraubt haben sollen.

Update 15.19 Uhr: Die Bundesregierung rechnet „nach heutigem Stand“ nicht damit, dass der EU-Gipfel am Donnerstag und Freitag in Brüssel eine weitreichende Verschärfung der Sanktionen gegen Russland wegen der Ukraine-Krise beschließen wird. Stufe Drei des Anfang März beschlossenen Sanktionsplans würde nur bei einer weiteren massiven Destabilisierung über die Krim hinaus greifen, hieß es am Mittwoch aus Regierungskreisen

Update 14.35 Uhr: Wegen der Krim-Krise will UN-Generalsekretär Ban Ki Moon kurzfristig nach Russland und in die Ukraine reisen. Ban werde am Donnerstag Präsident Wladimir Putin, Außenminister Sergej Lawrow und andere hochrangige Politiker in Moskau treffen, hieß es am Mittwoch von den Vereinten Nationen in New York. Einen Tag später wolle er in Kiew mit Übergangspräsident Alexander Turtschinow, Arseni Jazenjuk und anderen Offiziellen sprechen.

Update 13.55 Uhr: Die Annexion der Krim hat auch sportliche Auswirkungen – die beiden Fußball-Erstligisten sollen in der russischen Liga antreten. Spätestens zur neuen Saison sollten Tawrija Simferopol - 1992 erster ukrainischer Meister - und FK Sewastopol wechseln, sagte der moskautreue Vizeregierungschef Rustam Temirgalijew der Agentur Ria Nowosti. Allerdings habe Tawrija massive finanzielle Probleme, nachdem der Milliardär und Mäzen Dmitri Firtasch auf Bitten der USA in Wien verhaftet worden war. Der Club erhalte deshalb derzeit kein Geld, sagte Temirgalijew.

Update 13.43 Uhr: Prorussische Kräfte haben auf der Krim den Oberbefehlshaber der ukrainischen Marine vorübergehend festgenommen. Es gebe noch Fragen an Vizeadmiral Sergej Gajduk, meldete die moskautreue Agentur Kriminform am Mittwoch unter Berufung auf die Staatsanwaltschaft in der Hafenstadt Sewastopol. Gajduk habe an den ukrainischen Stützpunkten den Befehl aus Kiew verbreiten lassen, Waffen zur Selbstverteidigung einzusetzen. Der Chef der russischen Schwarzmeerflotte, Alexander Witko, forderte die ukrainischen Truppen auf der Halbinsel auf, diesen Befehl nicht umzusetzen.

Update 13.13 Uhr: Der britische Premierminister Cameron bringt einen permanenten Ausschluss Russlands aus der Gruppe der G8-Staaten ins Gespräch. Sollte die russische Regierung in der Ukraine weitere Schritte unternehmen, müsse mit den Verbündeten darüber gesprochen werden, sagt er.

Update 13.07 Uhr: US-Vizepräsident Biden sieht Russland in der Krim-Krise auf einem „finsteren Weg“ in die Isolation. Die USA würden auf jeden aggressiven Akt gegen seine Nato-Verbündeten reagieren, sagt er in Litauen.

Update 12.20 Uhr: Deutschland will sich an einer möglichen Beobachtermission der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) in der Ukraine mit bis zu 20 eigenen Beobachtern beteiligen. Dies kündigte Außenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) am Mittwoch in Berlin an. Insgesamt soll die Mission mehrere Hundert zivile Beobachter umfassen. Derzeit wird die Entsendung allerdings noch von Russland blockiert. Nach einem Telefonat mit Russlands Außenminister Sergel Lawrow sprach Steinmeier allerdings von Fortschritten.

Update 11.41 Uhr: Der Westen verhält sich derzeit alles andere als deeskalierend, findet Burkhard Ewert, Mitglied unserer Chefredaktion. Höchste Zeit, auf den Boden der Tatsachen zurückzufinden. Seinen Kommentar lesen Sie hier .

Update 11.25 Uhr: Das Hauptquartier der ukrainischen Marine auf der Krim ist unter Kontrolle prorussischer Kräfte. Nach mehr als 30 Soldaten hätten auch die Kommandeure den Stützpunkt verlassen, meldete die Agentur Interfax am Mittwoch. Das örtliche Internetportal sevastopol.su berichtete, Marinechef Sergej Gajduk habe sich im Jogginganzug gestellt. Es habe weder Gewalt noch Verletzte gegeben. Dutzende Aktivisten waren auf das Gelände in der Stadt Sewastopol vorgedrungen und hatten die russische Flagge gehisst. Nach ukrainischen Angaben versuchten prorussische Kräfte zudem, mit einem Traktor einen ukrainischen Stützpunkt bei Jewpatorija zu stürmen.

Update 10.40 Uhr: Das russische Verfassungsgericht hat den Vertrag über den Anschluss der Krim gebilligt. Das Dokument sei mit der russischen Verfassung konform, sagte Gerichtspräsident Waleri Sorkin am Mittwoch in St. Petersburg der Agentur Interfax zufolge nach der nicht-öffentlichen Sitzung. „Die Entscheidung ist einstimmig getroffen worden“, sagte Sorkin. Präsident Wladimir Putin hatte den Vertrag zur Prüfung beim Gericht eingereicht. Nun müssen noch die Staatsduma und der Föderationsrat das am Vortag von Putin und der prorussischen Krim-Führung in Moskau unterzeichnete Dokument ratifizieren.

Update 9.38 Uhr: Auf der Krim sind prorussische Uniformierte auf das Gelände des Hauptquartiers der ukrainischen Marine in Sewastopol vorgedrungen. Dutzende zum Teil Maskierte hissten am Mittwochmorgen die russische Flagge. Mehrere ukrainische Soldaten sollen sich verbarrikadiert haben. Der Oberkommandeur der in Sewastopol stationierten russischen Schwarzmeerflotte, Alexander Witko, verhandele über eine friedliche Übergabe, meldeten russische Agenturen. Medien in Kiew berichteten, unter den Angreifern seien auch Frauen. Zuvor hatte das ukrainische Verteidigungsministerium die Erlaubnis zum Waffeneinsatz zur Selbstverteidigung erteilt.

Update 8.13 Uhr: Moskau vollzieht nach Unterzeichnung des umstrittenen Vertrags über den Anschluss der Schwarzmeerhalbinsel Krim an Russland die nächsten Schritte. Der Vertrag ging im Verfassungsgericht in St. Peterburg zur Prüfung ein, wie die Behörde am Mittwoch mitteilte. Anschließend sollen die Staatsduma und der Föderationsrat das am Dienstag von Kremlchef Wladimir Putin und der moskautreuen Krim-Führung in Moskau unterzeichnete Dokument ratifizieren. Die Ukraine, zu der die Krim völkerrechtlich gehört, sowie der Westen werfen Russland einen eklatanten Bruch internationalen Rechts vor. Die EU und die USA wollen ihre Sanktionen weiter verschärfen.

Update 7.48 Uhr: Nach der EU, den USA und Japan hat auch Australien wegen der Annexion der Krim Sanktionen gegen Russland verhängt. Die Regierung veranlasste am Mittwoch Kontensperrungen und Einreiseverbote für zwölf Funktionäre. Außenministerin Julie Bishop nannte die Namen der Betroffenen nicht. „Internationales Recht erlaubt nicht den Diebstahl von Territorium eines anderen Staates auf der Basis eines Referendums, das weder als frei noch als fair beurteilt werden kann“, sagte Bishop im Parlament in Canberra. „Ich verurteile die Gewalt gegen die Ukraine und ihre Bürger auf das Schärfste.“

Update 7.00 Uhr: Trotz internationaler Proteste gegen das russische Vorgehen in der Krim-Krise hält Rheinmetall Defence an einem Rüstungsgeschäft mit dem Land fest.

Update 6.45 Uhr: US-Außenminister John Kerry strebt in der Krim-Krise nach eigenen Angaben weiter nach einer diplomatischen Lösung. „Unsere Hoffnung ist, dass wir einen Ausweg finden können“, sagte er am Dienstag vor Studenten in Washington. Allerdings habe ihn die Rede an die Nation des russischen Präsidenten Wladimir Putin überrascht und enttäuscht. „Das war heute sehr konfrontativ und sehr triumphierend über einen Bruch internationalen Rechts. Und ich glaube, dass die Menschen darüber zutiefst besorgt sind.“ Komme es zu einer „Annexion“ der Halbinsel Krim durch Russland, gebe es keine andere Wahl, als die Regeln der internationalen Gemeinschaft durchzusetzen, sagte er.

Dienstag, 18. März

Update 23.22: Nato-Generalsekretär Anders Fogh Rasmussen hat den Anschluss der Halbinsel Krim an Russland mit drastischen Worten verurteilt. Moskau befinde sich auf einem „gefährlichen Weg“, teilte Rasmussen am Dienstagabend in Brüssel mit. „Russland verletzt weiterhin die Souveränität und territoriale Integrität der Ukraine und setzt seinen offenkundigen Bruch seiner internationalen Verpflichtungen fort.“ Er sei zudem „tief besorgt“ über Berichte über den Tod eines ukrainischen Offiziers. „Alle Seiten müssen dringend Zurückhaltung zeigen und alle möglichen Schritte unternehmen, um eine weitere Eskalation zu verhindern.“

Update 22.29 Uhr: EU-Gipfelchef Herman Van Rompuy hat die Anwesenheit des ukrainischen Regierungschefs Arseni Jazenjuk beim Spitzentreffen diese Woche in Brüssel bestätigt. Der politische Teil des Partnerschaftsabkommens mit der Ukraine solle am Freitagmorgen um 9.30 Uhr im Beisein Jazenjuks unterzeichnet werden, schrieb Van Rompuy in seinem am Dienstagabend in Brüssel veröffentlichten Einladungsschreiben für den Gipfel Ende der Woche.

Update 21.26 Uhr: Ungeachtet des Streits mit Russland, will die EU der Ukraine finanziell unter die Arme greifen: Einen Tag vor dem EU-Gipfel in Brüssel wird die EU-Kommission am Mittwoch Details ihrer geplante Finanzhilfe für das Land vorstellen. Demnach sollen in einem ersten Schritt 1,6 Milliarden Euro fließen, hieß es vorab. Die frühere Sowjetrepublik steht nach Angaben der prowestlichen Regierung in Kiew vor der Pleite.

Update 20.31 Uhr: Rund 600 000 Menschen in ganz Russland haben nach Angaben des Innenministeriums in Moskau die von Kremlchef Wladimir Putin verkündete Vereinigung mit der Halbinsel Krim gefeiert. Allein auf dem Roten Platz am Kreml in Moskau hätten sich rund 120 000 Menschen zu einem Konzert versammelt, teilte die Polizei der Agentur Interfax zufolge am Dienstagabend mit.

Update 20.04 Uhr: Eine Beobachtermission der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) in der Ukraine scheitert weiter an russischen Einwänden. 56 der 57 OSZE-Staaten seien bereit gewesen, einen Entwurf für eine solche Mission zu verabschieden, sagte der US-Botschafter bei der OSZE, Daniel Baer, am Dienstagabend. Allein Russland habe trotz vieler Zugeständnisse weiter Bedenken zu Ausmaß und geografischen Arealen einer solchen Mission. Die OSZE will am Mittwoch weiter beraten.

Update 19 Uhr: EU-Ratspräsident Herman Van Rompuy wird einem Agenturbericht zufolge am Mittwoch Putin in Moskau besuchen. Das meldet Interfax unter Berufung auf diplomatische Kreise.

Update 18.42 Uhr: Die USA drohen Russland in der Krim-Krise mit weiteren Sanktionen. „Es werden weitere Schritte unternommen werden“, falls Kremlchef Wladimir Putin seinen Kurs nicht ändere, sagte Regierungssprecher Jay Carney am Dienstag im Weißen Haus.

Update 18.03 Uhr: Auf der Krim ist nach abweichenden Berichten ein Uniformierter erschossen worden, dessen Identität aber unklar blieb. Bei dem Toten handele es sich um einen Angehörigen der prorussischen sogenannten Selbstverteidigungskräfte, meldete die Agentur Interfax am Dienstag unter Berufung auf einen Sprecher der Polizei auf der Krim. Dagegen berichtete die Kiewer Agentur Unian unter Berufung auf Militärquellen, in der Hauptstadt Simferopol sei ein ukrainischer Soldat getötet worden.

Update 17.55 Uhr: Bundeskanzlerin Angela Merkel hat am Donnerstag erneut mit US-Präsident Barack Obama über die aktuelle Lage in der Ukraine gesprochen. Regierungssprecher Steffen Seibert sagte, beide seien sich in der rechtlichen Beurteilung der Ereignisse auf der Krim einig.

Update 17.48 Uhr: Auch Frankreich hat sich nach den neuen Schritten Russlands zum Anschluss der Krim für eine entschlossene europäische Reaktion ausgesprochen. „Ich verurteile diese Entscheidung. Frankreich erkennt weder das Ergebnis des Referendums auf der Krim noch den Anschluss dieser Region der Ukraine an Russland an“, teilte Präsident François Hollande am Dienstag mit.

Update 17.32 Uhr: Die Europäische Union erkennt das Referendum auf der Krim und die nachfolgende Annexion durch Russland nicht an. Dies erklärten EU-Ratspräsident Herman Van Rompuy und EU-Kommissionspräsident José Manuel Barroso am Dienstag in Brüssel. „Die Souveränität, territoriale Integrität und Unabhängigkeit der Ukraine muss respektiert werden“, heißt es in der Erklärung. Die EU erkenne das „illegale und unzulässige“ Referendum auf der Krim nicht an.

Update 17.21 Uhr: Die Gewalt eskaliert: Bei dem Angriff auf einen ukrainischen Militärstützpunkt in Simferopol auf der Krim ist nach einem Bericht von Interfax ein ukrainischer Soldat ums Leben gekommen.

Update 16.46 Uhr: Ein Stützpunkt der ukrainischen Streitkräfte auf der Krim ist offenbar von Soldaten gestürmt worden. Dabei sei ein ukrainischer Offizier verletzt worden, berichtet ein Angehöriger der Streitkräfte im Fernsehen. Der Vorfall ereignet sich demnach in Simferopol.

Update 16.02 Uhr: SPD-Fraktionschef Thomas Oppermann zeigt sich vor der Fraktionssitzung zum Ost-West-Konflikt um die Krim besorgt: „Dieser Konflikt bringt uns in die Gefahr, wieder zurückgeworfen zu werden in die Zeiten des Kalten Krieges.“

Update 15.28 Uhr: US-Präsident Barack Obama hat ein Treffen der sieben wichtigsten Industriestaaten (G7) ohne Russland in der kommenden Woche angekündigt. Dabei sollten die Mitglieder das weitere Vorgehen in der Krim-Krise besprechen, teilte die Sprecherin des Nationalen Sicherheitsrates der USA, Caitlin Hayden, am Dienstag mit. Bei dem Treffen am Rande des Nukleargipfels in Den Haag, der am 25. und 26. März geplant ist, sollten die Teilnehmer die Situation in der Ukraine diskutieren und sich weitere Schritte überlegen.

Update 14.46 Uhr: Trotz des Vertrags über den Anschluss der Krim ist Russland nach Angaben von Bundeskanzlerin Angela Merkel weiterhin Mitglied der G8-Gruppe. Merkel stellte am Dienstag in Berlin klar, dass lediglich die Vorbereitungen für das geplante G8-Treffen im Juni in Sotschi suspendiert wurden. „Darüber hinaus sind keine Entscheidungen gefallen“, sagte die Kanzlerin. „Was G8 anbelangt, gibt es keinen neuen Sachstand.“ Merkel rückte damit Äußerungen von Frankreichs Außenminister Laurent Fabius zurecht. Die G8-Gruppe besteht aus sieben großen Industrienationen und Russland.

Update 14.40 Uhr: Viele Unternehmen im Landkreis Osnabrück spüren die Auswirkungen der Krim-Krise. Der Landmaschinenbauer Grimme verzeichnet Stornierungen und befürchtet einen Umsatzeinbruch in Millionenhöhe, wenn sich die Sanktionen der EU noch weiter verschärfen. Auch der Osnabrücker Maschinenbauer Diosna erwartet im kommenden halben Jahr eine starke Lähmung des Geschäfts.

Update 14.07 Uhr: Die USA drohen Russland mit weiteren Sanktionen, sollte es mit der Annexion der Krim fortfahren. Das russische Vorgehen auf der Krim sei „nichts anderes als Landraub“, sagt US-Vizepräsident Joe Biden in Warschau.

Update 14.03 Uhr: Die Ukraine erkennt den Vertrag zur Angliederung der Krim an Russland nicht an. Das erklärt das ukrainische Außenministerium. Mit der Ratifizierung des Vertrags durch die russische Duma soll nach Angaben russischer Abgeordneter in den nächsten Tagen begonnen werden.

Update 13.52 Uhr: Die Krim-Krise droht Russlands Privatisierungspläne durcheinanderzubringen. Die Behörde für Staatsbesitz hält es für möglich, dass für die erste Jahreshälfte geplante große Vorhaben verschoben werden müssen. „Es könnte gut sein, dass wir es erst im dritten und vierten Quartal angehen“, sagte Behördenchefin Olga Dergunowa der Nachrichtenagentur Interfax zufolge am Dienstag. Sie erwähnte in diesem Zusammenhang die Fluggesellschaft Aeroflot, die Reederei Sowcomflot und den Ölriesen Rosneft. Auch die Telefongesellschaft Rostelecom steht auf der Liste von Unternehmen, von denen Staatsanteile verkauft werden sollen.

Update 13.10 Uhr: Nun hat Putin den Vertrag über die Aufnahme der Krim unterzeichnet. Auch Vertreter der prorussischen Krim-Führung setzten im Kreml ihre Namen unter das Dokument. In seiner Rede an die Nation hatte Putin zuvor unmissverständlich klar gemacht, dass er Russland und die Halbinsel als untrennbar betrachtet.

Update 12.52 Uhr: Standing Ovations für Putins Worte. „Allein das Volk ist die Quelle jeder Macht“, sagt er. Dann spricht er es aus: Er stellt den Antrag an den Föderationsrat, die Krim aufzunehmen. Applaus und zustimmende Rufe aus dem Plenum beenden seine Rede.

Update 12.45 Uhr: In der Ukraine, so der Kremlchef, leben Millionen russischstämmige Menschen. Es werde immer Interesse Moskaus bleiben, die Rechte dieser Menschen zu schützen. Doch in erster Linie sei die Ukraine dafür verantwortlich. Seine Worte lassen jedoch erahnen: Der große Nachbar wird vermutlich nicht zögern, im Zweifelsfall zugunsten der ethnischen Russen einzugreifen.

Update 12.41 Uhr: Es ist Putin, wie man ihn kennt: stechender Blick, selbstbewusste Gestik, deutliche Worte. Überzeugt wie immer legt er seine Weltsicht dar. Von der Staatsduma erhält er immer wieder lauten Applaus.

Update 12.38 Uhr: Während er den Westen scharf kritisiert, lobt er das Verhalten Chinas und die Zurückhaltung Indiens im Krim-Konflikt. Ausdrücklich hebt er die Rolle Deutschlands hervor: Dieses Land habe sich vor 25 Jahren vereinigen wollen und sei dabei von Russland unterstützt worden. Deshalb erwarte er, dass das deutsche Volk auch die Unabhängigkeitsbestrebungen der Krim anerkenne.

Update 12.33 Uhr: Putin geht hart mit dem Westen, vor allem mit den USA, ins Gericht: Nicht das Völkerrecht gelte, sondern das Recht des Stärkeren. Der Westen nehme sich, was er haben wolle, verletze die Souveränität von Staaten, wenn es seinem Vorteil diene, und verhalte sich global so, wie es ihm am besten passe. Spätestens bei diesen Worten Putins wird klar: Die Ost-West-Beziehungen sind auf dem Tiefpunkt. Eiszeit ist angesagt.

Update 12.27 Uhr: Den Kosovo führt der Kremlchef nun an als Beispiel dafür, dass sich die Krim absolut legitim für unabhängig erklärt hat. Der Fall Kosovo sei von den Westmächten anerkannt und selbst vorangetrieben worden. Ebenso würde die Krim nun handeln – und dies sei deshalb absolut im Rahmen des Völkerrechts. Er wirft dem Westen Zynismus und Doppelmoral vor: Der gleiche Gegenstand sei heute weiß und morgen schwarz.

Update 12.24 Uhr: Putin macht klar: Unter diesen Bedingungen nicht einzugreifen, wäre Verrat an den Bewohnern der Krim gewesen. Er weist den Vorwurf zurück, die Halbinsel besetzt zu haben. Die Schwarzmeerflotte sei bereits vor Ort gewesen. Einen Bruch des Völkerrechts erkennt er nicht.

Update 12.20 Uhr: Nun skizziert der Kremlchef die Beziehungen zur Ukraine insgesamt. Man wolle ein gutes Verhältnis und habe sich immer dafür eingesetzt. Doch nun, so Putin, sei das russische Erbe in der Ukraine bedroht worden, etwa durch das Verbot der russischen Sprache. Den friedlichen Demonstranten auf dem Maidan spricht er seine Zustimmung aus. Doch die Kräfte, die nun die Macht ergriffen hätten, würde andere Ziele verfolgen: Es sei Nationalisten und Antisemiten, denen kaum Freiheit und Selbstbestimmung am Herz lägen, sondern eine ethnische Säuberung der Ukraine. Damit folgt er dem Tenor der russischen Außenpolitik in der Ukraine der vergangenen Wochen.

Update 12.16 Uhr: Putin bedauert den Zusammenbruch der Sowjetunion – niemand hätte sich damals vorstellen können, dass die Ukraine und Russland einmal nicht mehr zusammengehören. Nach dem Zusammenbruch hätte Russland erst bemerkt, dass die Krim nun zu einem anderen souveränen Staat gehört, nämlich zur Ukraine. Das russische Volk sei dadurch ein geteiltes geworden. Das sei „himmelschreiende Ungerechtigkeit“ gewesen. „Sewastopol auf der Krim ist eine russische Stadt“, sagt er.

Update 12.15 Uhr: Die Krim nennt er einen „unentbehrlichen Teil Russlands“. Den ethnischen Gruppen auf der Halbinsel spricht er Toleranz zu. Ukrainisch, Russisch und Krim-Tatarisch würden die anerkannten Sprachen bleiben.

Update 12.10 Uhr: Putin wird im Prunksaal mit lautem Applaus begrüßt. Er hebt die Rechtmäßigkeit des Referendums auf der Krim hervor. Dann holt er aus und erläutert die historischen Verbindungen zwischen Russland und der Krim. Er lässt keinen Zweifel, dass er die Halbinsel als Teil Russlands sieht.

Update 12.07 Uhr: Eine Eilmeldung, die parallel reinkommt: Russland ist nach Angaben von Frankreichs Außenminister Laurent Fabius aus der Gemeinschaft der führenden Wirtschaftsnationen (G8) suspendiert worden. „Wir haben beschlossen, Russlands Teilnahme auszusetzen“, sagte Fabius am Dienstag dem Sender Europe 1.

Update 12.03 Uhr: In Moskau warten die Zuhörer im Prunksaal im Kreml auf den Auftritt Putins. Dort will er gleich, flankiert von russischen Flaggen, über die Situation auf der Krim zur Nation sprechen. Zuvor hatte er bereits einem Vertrag über die Aufnahme der Krim in die Russische Föderation zugestimmt.

Update 11.57 Uhr: Die YouTube-Präsenz des regierungsnahen russischen Fernsehsenders Russia Today war am Dienstag für einige Zeit nicht erreichbar. Lesen Sie hier mehr.

Update 10.46 Uhr: Die Krim-Regierung erhält von der russischen Firma Gazprom Vorschläge für die Öl- und Gasförderung auf der Halbinsel. Das sagt der stellvertretende Ministerpräsident der Krim-Regierung der Nachrichtenagentur RIA. Außerdem soll der russische Rubel die ukrainische Währung Hrywnia ersetzen.

Update 9.47 Uhr: Vor „gefährlichen Automatismen“ hat Nordrhein-Westfalens Ministerpräsidentin Hannelore Kraft (SPD) nach der Verabschiedung der Sanktionen gegen Russland gewarnt. Beide Seiten müssten gesprächsbereit bleiben, forderte sie im Gespräch mit unserer Zeitung. Der Fraktionschef der CDU im NRW-Landtag, Armin Laschet, nimmt Kremlchef Putin sogar dezidiert vor Kritik aus Deutschland in Schutz. Hier lesen Sie mehr.

Update 8.11 Uhr: Kremlchef Wladimir Putin hat einem Vertrag über die Aufnahme der zur Ukraine gehörenden Schwarzmeerhalbinsel Krim zugestimmt. Eine Anordnung Putins über die geplante Unterzeichnung des Dokuments auf höchster Ebene veröffentlichte am Dienstag das staatliche Rechtsportal pravo.gov.ru.

Update 6.49 Uhr: Nach dem umstrittenen Referendum auf der Krim gibt der russische Präsident Wladimir Putin am Dienstag eine Erklärung zum möglichen Beitritt der Halbinsel zu Russland ab. Putin hat dazu beide Kammern des Parlaments in Moskau für 12.00 Uhr MEZ zu einer Rede in den Kreml eingeladen.

Update 3.46 Uhr: Nach den USA und Europa verhängt auch Japan Sanktionen gegen Russland. Tokio setzt die Gespräche über Visaerleichterungen aus und legt geplante Verhandlungen über ein Investitionsabkommen auf Eis, wie die Regierung am Dienstag bekanntgab. Auch Gespräche über ein bilaterales Abkommen zur friedlichen Nutzung des Weltraums würden ausgesetzt. Zuvor hatten bereits die USA und die Europäer Einreiseverbote und Kontensperrungen gegen Politiker, Parlamentarier und Militärs beschlossen. Japan hatte ebenfalls das Krim-Referendum als illegal bezeichnet und Russland dazu aufgefordert, die Souveränität der Ukraine zu respektieren.

Montag, 17. März

Update 23.30: Russlands Präsident Wladimir Putin will laut einem Bericht des Senders CNN mit eigenen Sanktionen auf die Strafmaßnahmen der USA in der Krimkrise reagieren. Die russischen Sanktionen sollten hochrangige Vertreter von US-Präsident Barack Obamas Regierung sowie wichtige Senatoren treffen, berichtete das Online-Magazin „The Daily Beast“ unter Berufung auf Diplomatenkreise. Putin werde seine Liste der Betroffenen möglicherweise schon am Dienstag veröffentlichen, hieß es. Darunter seien etwa die US-Spitzendiplomatin Victoria Nuland sowie der stellvertretende Fraktionsvorsitzende im US-Senat, Dick Durbin, der Moskaus Vorgehen in der Ukraine zuletzt kritisiert hatte.

Update 23:15: Frankreich hat wegen der Krim-Krise eine für Dienstag geplante Moskau-Reise seiner Außen- und Verteidigungsminister auf unbestimmte Zeit verschoben. Dies erfuhr die Nachrichtenagentur Reuters am Montag aus französischen und russischen Regierungskreisen. Bei den regelmäßigen Treffen diskutieren die beiden Staaten eigentlich Sicherheitsfragen. Die Beziehungen zwischen Russland und dem Westen sind wegen der Krim-Krise derzeit angespannt.

Update 20.30: Die größte ukrainische Oppositionspartei fordert eine weitgehende Autonomie der östlichen Landesteile, um die Lage im Land zu beruhigen und vielleicht doch an der Krim festhalten zu können. „Wir wollen zudem ein föderales System mit großer Autonomie für die einzelnen Landesteile der Ukraine. Dafür muss die ukrainische Verfassung geändert werden“, sagte Oleg Zarew, stellvertretender Vorsitzender der Partei der Regionen, am Montag in Berlin. Als Bedingung für eine Regierung der nationalen Einheit forderte Zarew eine Rücknahme des umstrittenen Sprachengesetzes.

Update 19.40 Uhr: - Russland hat die Krim als unabhängigen Staat anerkannt. Präsident Wladimir Putin habe einen entsprechenden Erlass unterzeichnet, teilte der Kreml mit. Putin würdigt der Agentur Interfax zufolge, dass „die Mehrheit der Krim-Bevölkerung in einem Referendum am 16. März 2014 ihren Willen geäußert“ habe. Der Erlass trete mit der Unterzeichnung in Kraft. Die zur Ukraine gehörende Halbinsel will nach dem Referendum vom Wochenende der Russischen Föderation beitreten. Putin will an diesem Dienstag dazu eine Erklärung abgeben.

Update 18.50 Uhr: Als Reaktion auf das Krim-Referendum haben Gegner des Präsidenten Wladimir Putin am Montagabend in Berlin scharfe politische und wirtschaftliche Sanktionen gegen Russland gefordert. Vor der russischen Botschaft Unter den Linden appellierten sie an die Politik in Deutschland und Europa, einen Anschluss der Krim an Russland nicht hinzunehmen.

Update 18.13 Uhr: Inzwischen liegen einige Namen der von Sanktionen betroffenen Personen vor. Von den US-Sanktionen sind betroffen:

Russen:

- Dmitri Rogosin, Vizeregierungschef - Valentina Matwijenko, Vorsitzende des Föderationsrats - Sergej Glasjew, Berater von Präsident Wladimir Putin - Wladislaw Surkow, Berater von Präsident Wladimir Putin - Leonid Sluzki, Abgeordneter in der Staatsduma - Jelena Misulina, Abgeordnete in der Staatsduma - Andrej Klischas, Abgeordneter im Föderationsrat

Ukrainer:

- Viktor Janukowitsch, nach Russland geflüchteter Ex-Präsident - Viktor Medwedtschuk, früherer Berater von Janukowitsch - Sergej Aksjonow, Regierungschef der Krim - Wladimir Konstantinow, Vorsitzender des Krim-Parlaments

Eine Liste der Personen, die von den EU-Sanktionen betroffen sind, liegt noch nicht vor. Nach Angaben von Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier handelt es sich um 13 Russen und 8 Spitzenpolitiker der Krim. 10 Personen aus Russland seien Duma-Angehörige und Angehörige des Föderationsrates, 3 weitere hohe Militärs, unter ihnen der Kommandeur der Schwarzmeerflotte.

Update 17.42 Uhr: UN-Generalsekretär Ban Ki Moon hat mit Enttäuschung auf das umstrittene Referendum reagiert. Er sei zutiefst enttäuscht und zudem besorgt, dass die Abstimmung die Situation nur noch verschärfen werde, sagte Ban laut Mitteilung am Montag in New York. Der UN-Chef verurteilte außerdem die Gewalt im Osten der Ukraine. Ban rief alle Beteiligten zur Zurückhaltung auf und forderte eine Verpflichtung zu Deeskalation und nationalem Dialog. „Eine Verschlechterung der Situation wird ernste Auswirkungen für die Menschen in der Ukraine, der Region und darüber hinaus haben.“

Update 17.05 Uhr: Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier hat die Forderung Moskaus zurückgewiesen, eine „Unterstützergruppe“ solle Kiew zur Anerkennung der Realitäten auf der Krim bewegen. Es könne „keine internationale Kontaktgruppe, überhaupt kein internationales Format“ geben, das als Legitimation einer Annexion der Krim verstanden werden könnte, sagte der SPD-Politiker am Montag in Brüssel.

16.30 Uhr: Auch die türkische Regierung hat das umstrittene Referendum auf der Krim als ungesetzlich und ungültig bezeichnet. Ankara erkenne das Ergebnis der Volksbefragung nicht an, sagte der türkische Außenminister Ahmet Davutoglu am Montag in Ankara. Er rief dazu auf, Vernunft walten zu lassen und Bewegungen des Militärs zu unterlassen.

Update 16.23 Uhr: Die SPD-Netzwerker haben Linke-Fraktionschef Gregor Gysi wegen des Streits über das russische Vorgehen auf der Krim von einer gemeinsamen Veranstaltung wieder ausgeladen. Nach der Debatte im Bundestag über die Lage in der Ukraine sehe man zum gegenwärtigen Zeitpunkt keine Grundlage mehr für ein sachliches und ernsthaftes Gespräch, teilte das sozialdemokratische Bündnis pragmatisch orientierter Bundestagsabgeordneter am Montag in Berlin mit.

Update 16.10 Uhr: Auf erste Sanktionen des Westens gegen Russland im Krim-Konflikt haben die internationalen Finanzmärkte am Montag gelassen reagiert. Die Börse in Moskau legte nach starken Verlusten der Vorwoche sogar zu. Die Ölpreise fielen im Tagesverlauf leicht. Nach dem erwarteten Ausgang der umstrittenen Volksabstimmung auf der Schwarzmeerhalbinsel Krim für einen Anschluss an Moskau rechneten Investoren nicht mit tiefer gehenden Einschnitten im Russland-Geschäft.

Update 16.04 Uhr: Die Ukraine zieht ihren Botschafter aus Moskau ab, um sich mit ihm zu beraten. Das teilt das Außenministerium in Kiew mit.

Update 15.52 Uhr: Von den EU-Sanktionen sind nach den Worten von Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier 13 Russen und 8 Spitzenpolitiker der Krim betroffen. Am Rande von Beratungen mit seinen europäischen Amtskollegen in Brüssel bestätigte Steinmeier Diplomatenangaben, wonach insgesamt 21 Personen von Kontensperrungen und Einreiseverboten betroffen sind. Sie trügen in ganz unterschiedlicher Weise Verantwortung für die Zuspitzung der vergangenen Tage. 10 Personen aus Russland seien Duma-Angehörige und Angehörige des Föderationsrates, 3 weitere hohe Militärs, unter ihnen der Kommandeur der Schwarzmeerflotte. „Es ist ein Tag, an dem klare Botschaften stattfinden müssen“, sagte Steinmeier in Brüssel.

Update 14.53 Uhr: In der Krim-Krise haben nun auch die USA Sanktionen gegen Russland erlasssen. Es soll gegen sieben Regierungsbeamte Einreiseverbote geben, zudem sollen Konten gesperrt werden, teilten Regierungsbeamte am Montag mit.

Update 14.33 Uhr: Nach dem umstrittenen Krim-Referendum hat die ukrainische Ex-Regierungschefin Julia Timoschenko Strafmaßnahmen gegen Verantwortliche auf der Halbinsel und in Moskau gefordert. „Alle an der militärischen Aggression gegen unseren Staat Beteiligten müssen persönliche internationale Verantwortung tragen“, hieß in einer Mitteilung, die Timoschenkos Vaterlandspartei am Montag in Kiew veröffentlichte. Die Volksbefragung am Vortag sei ein „ungesetzliches Abenteuer“ gewesen. „Die Krim ist und bleibt für immer ukrainisch, ungeachtet der Versuche einer russischen Okkupation“, betonte die Politikerin, die sich derzeit in Berlin ärztlich behandeln lässt.

Update 13.51 Uhr: In der schweren politischen Krise um die Ukraine hat die EU Sanktionen gegen Russland beschlossen. Die EU-Außenminister einigten sich am Montag in Brüssel auf eine Liste von 21 Personen, gegen die Einreiseverbote verhängt und deren Konten gesperrt werden, berichteten Diplomaten. Nähere Details wurden zunächst nicht bekannt.

Die EU-Außenbeauftragte Catherine Ashton sprach zu Beginn des Treffens vom „stärkstmöglichen Signal“ an Russland: „Und das Signal ist, dass wir sicherstellen wollen, dass sie (die Russen) den Ernst der Lage erkennen.“ Umfassende Wirtschaftssanktionen könnten bereits am Donnerstag bei einem Gipfeltreffen der EU-Staats- und Regierungschefs in Brüssel auf der Tagesordnung stehen. Die EU hat sie für den Fall einer weiteren Destabilisierung der Ukraine durch Russland angedroht.

Update 12.50 Uhr: Die Bundesregierung hat das umstrittene Referendum auf der Krim als illegal und nichtig gebrandmarkt. Regierungssprecher Steffen Seibert sagte am Montag in Berlin: „Deutschland verurteilt die Abhaltung dieser unrechtmäßigen Abstimmung, wir werden ihr Ergebnis nicht anerkennen.“ Das Referendum widerspreche der Verfassung der Ukraine und dem internationalen Recht: „Es ist aus unserer Sicht illegal.“

„Die permanenten Versuche, die Souveränität und die territoriale Integrität der Ukraine zu verletzen und das Land zu destabilisieren, halten an“, sagte Seibert weiter. „In einer Phase großer Unsicherheit in der Ukraine hat sich Russland nicht als Partner für Stabilität erwiesen, sondern es nutzt die gegebene Schwäche seines Nachbarlandes aus.“ Mit der Anerkennung des Referendums sei Russland international weitgehend isoliert. Die deutsche Haltung habe Bundeskanzlerin Angela Merkel Russlands Präsident Wladimir Putin am Sonntag telefonisch klargemacht. Um einer weiteren Eskalation vorzubeugen, müsse schnellstmöglich eine OSZE-Beobachtermission im Osten und Süden der Ukraine tätig werden, sagte Seibert. „Wir wünschen uns zu dem Thema noch heute einen Beschluss der OSZE“, sagte er.

Update 11.25 Uhr: Nach dem Referendum auf der Krim über eine Abspaltung von der Ukraine will Russland die Republik rasch in die Föderation aufnehmen. Die Staatsduma in Moskau schaffe dafür jetzt die rechtlichen Voraussetzungen, sagte Vizeparlamentschef Sergej Newerow am Montag der Agentur Interfax. „Die Menschen haben für die Wiedervereinigung mit einem Volk gestimmt, mit dem sie immer gelebt haben“, sagte er.

Update 10.21 Uhr: Nach ihrem umstrittenen Referendum über eine Abspaltung von der Ukraine hat die Schwarzmeerhalbinsel Krim ihre Unabhängigkeit offiziell ausgerufen. Im Parlament der Krim-Hauptstadt Simferopol stimmten 85 Abgeordnete für die Unabhängigkeit der Autonomen Republik als eigenständiger Staat. Das teilte das Parlament am Montag mit.

Die moskautreue Krim-Führung verabschiedete zugleich einen Antrag auf Aufnahme in die Russische Föderation. Darüber hatten am Sonntag bei einem vom Westen als illegal kritisierten Referendum nach offiziellen Angaben mehr als 96 Prozent der Wähler gestimmt. Die EU und die USA haben Sanktionen gegen Russland angekündigt (siehe unten).

Update 9.38 Uhr: Die EU-Außenbeauftragte Catherine Ashton hat das umstrittene Referendum auf der Krim über die Zugehörigkeit zu Russland als illegal bezeichnet und Russland zum Dialog mit der Ukraine aufgerufen. „Es ist gemäß der ukrainischen Verfassung und gemäß internationalem Recht illegal“, sagte Ashton unmittelbar vor Beginn eines Treffens der EU-Außenminister am Montag in Brüssel. „Ich fordere Russland noch einmal auf, mit der ukrainischen Führung einen Dialog zu beginnen und zu einer Deeskalation zu kommen.“ Zu EU-Sanktionen gegen Russland sagte Ashton, es habe „eine gute Diskussion“ zwischen den EU-Botschaftern über solche Maßnahmen gegeben. „Aber jetzt brauche ich die Außenminister, um das zu beschließen. Wir können einfach nicht erlauben, dass so etwas geschieht.“ Ashton sagte, die EU wolle „das stärkstmögliche Signal an Russland schicken“: „Und das Signal ist, dass wir sicherstellen wollen, dass sie (die Russen) den Ernst der Lage erkennen.“

Update 8.58 Uhr: Nach der umstrittenen Volksabstimmung über einen Anschluss der Krim an Russland sind die Ölpreise am Montag im asiatischen Handel leicht gestiegen. Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent zur Lieferung im April kostete zuletzt 108,29 US-Dollar. Das waren acht Cent mehr als am Freitag. Der Preis für ein Fass der amerikanischen Ölsorte WTI stieg um 18 Cent auf 99,07 Dollar.

Update 6.34 Uhr:Nach dem umstrittenen Referendum auf Schwarzmeerhalbinsel Krim über eine Abspaltung von der Ukraine will Russland nun die Republik rasch in die Föderation aufnehmen. Die Staatsduma in Moskau schaffe dafür jetzt die rechtlichen Voraussetzungen, sagte Vizeparlamentschef Sergej Newerow am Montag der Agentur Interfax. „Die Menschen haben für die Wiedervereinigung mit einem Volk gestimmt, mit dem sie immer gelebt haben“, sagte er.

Unter scharfem Protest des Westens hatte die prorussische Führung der Krim zuvor ein Referendum abgehalten. Dabei hatten sich am Sonntag mehr als 95 Prozent der Wähler für den Anschluss ausgesprochen. Das teilte die Wahlleitung nach Auszählung von 75 Prozent der Wahlzettel mit. Die EU und die USA wollen Russland nach dem Referendum mit Sanktionen bestrafen.

Sonntag, 16. März

Update 19.10 Uhr: Die Menschen auf der zur Ukraine gehörenden Schwarzmeerhalbinsel Krim haben nach Angaben der Regionalregierung bei dem Referendum am Sonntag für einen Beitritt zu Russland gestimmt. 93 Prozent seien für den Russland-Beitritt, teilte die moskautreue Krimführung nach Schließung der Wahllokale auf Grundlage von Wählerumfragen mit.

Update 18.18 Uhr: Im russisch geprägten Osten und Süden der Ukraine nehmen die gewaltsamen Proteste gegen die Zentralregierung in Kiew immer mehr zu. In Donezk stürmten prorussische Demonstranten die Büros der Sicherheitskräfte und der Staatsanwaltschaft. Die Polizei habe nicht eingegriffen, berichteten Augenzeugen.

In der Großstadt, die als Heimat des entmachteten und nach Russland geflüchteten Präsidenten Viktor Janukowitsch gilt, hatte es bei Zusammenstößen mit proeuropäischen Anhängern bereits mindestens einen Toten gegeben. Zwei weitere Menschen waren bei einer Schießerei zwischen radikalen Gruppierungen in Charkow getötet worden. Beobachter sehen nach dem Referendum auf der Krim die Region als nächsten Brennpunkt in der früheren Sowjetrepublik.

Update 17.55 Uhr: Auch die USA wollen das Krim-Referendum nicht anerkennen.

Update 17.50 Uhr: Wie ist die Stimmung auf der Krim? Unser Mitarbeiter Axel Eichholz berichtet von Feierstimmung in den Wahllokalen und von einer Abstimmung im Sowjetstil. Hier lesen Sie seine Reportage.

Update 17.40 Uhr: Die Menschen auf der Krim wählen noch, doch eines steht schon fest: Die EU wird das Referendum über den Anschluss der Krim an Russland nicht anerkennen. Das bekräftigten EU-Ratspräsident Herman Van Rompuy und EU-Kommissionschef José Manuel Barroso gerade in einer gemeinsamen Erklärung. „Die Lösung der Krise in der Ukraine muss sich gründen auf der territorialen Integrität, der Souveränität und der Unabhängigkeit der Ukraine.“

Update 15.32 Uhr: Zitat: „Wir sind doch jetzt schon eine russische Stadt“ (Minibusfahrer Wadim aus Simferopol)

Update 15.31 Uhr: Zitat: „Das ist doch unser gutes Recht, als Volk über unser eigenes Schicksal zu bestimmen“ (Bauarbeiter Jewgeni aus Simferopol)

Update 15.30 Uhr: Was sagen die Menschen auf der Krim? Stolz hält Ljubow Michailowa ihren Stimmzettel in die Höhe. Jeder soll sehen, dass sie für den Beitritt der Krim zu Russland gestimmt hat. „Das ist unsere Heimat, unser Vaterland“, sagt die 53-Jährige in der Krim-Hauptstadt Simferopol.

Update 15.12 Uhr: Krisen-Telefonat zwischen Putin und Merkel. Wie der Kreml mitteilt, hat Putin in dem Gespräch betont, dass das umstrittene Krim-Referendum aus Sicht Russlands dem Völkerrecht entspreche. Die Befragung stimme voll überein mit dem Grundsatz der Vereinten Nationen über das Selbstbestimmungsrecht der Völker. Moskau werde die Entscheidung der Krim-Bevölkerung respektieren. Putin kritisierte die Regierung in Kiew, weil diese in der Ostukraine „radikale Gruppierungen“ gewährenlasse. Das sei „beunruhigend“.

Update 14.45 Uhr: Russland und die Ukraine haben angesichts der angespannten Lage auf der Krim eine Waffenruhe für die Halbinsel vereinbart. Sie gelte bis zum 21. März, sagte der ukrainische Verteidigungsminister Ihor Tenjuch. Bis zum Freitag würden Soldaten der russischen Schwarzmeerflotte, die auf der Krim stationiert ist, nicht gegen ukrainische Militärstützpunkte vorgehen.

Update 13.25 Uhr: Deutsche Topmanager und Politiker warnen vor harten Wirtschaftssanktionen gegen Russland. Der Vorsitzende des Wirtschaftsausschusses im Bundestag, Peter Ramsauer (CSU), sagte dem Magazin „Focus“: „Die Gelackmeiertsten wären wieder einmal wir Deutschen.“ Auch der Chef des größten deutschen Energiekonzerns Eon, Johannes Teyssen, rief die Politik auf, die Partnerschaft mit Russland nicht leichtfertig aufs Spiel zu setzen.

Update 12.40 Uhr: Keine Zwischenfälle, hohe Wahlbeteiligung: Das umstrittene Referendum läuft bisher offensichtlich ruhig ab. Angeblich soll die Wahlbeteiligung bereits bei fast 50 Prozent liegen. Das sagte der prorussische Regierungschef Aksjonow im russischen Staatsfernsehen.

Update 11.50 Uhr Der Dax hatte vergangene Woche schon drei Prozent eingebüßt. „Anleger machen sich Gedanken darüber, wie sich mögliche Sanktionen gegen Russland auf einzelne Länder oder Unternehmen auswirken werden“, sagte NordLB-Aktienstratege Tobias Basse. „Deutschland und Österreich stehen dabei im Fokus. Sie sind wegen ihrer starken wirtschaftlichen Beziehungen die Brückenländer der EU nach Osteuropa.“

Update 11.25: Russland hat nach Angaben der ukrainischen Regierung die Zahl seiner Soldaten auf der Krim auf bis zu 22.000 Mann erhöht.

Update 11.10 Uhr: In den meisten der 1205 Wahllokalen soll Feststimmung herrschen, meldet gerade unser Korrespondenten-Netzwerk. Die Abstimmung findet auch in Sewastopol statt, das als russische Flottenbasis einen Sonderstatus hat. Die Krim-Behörden rechnen damit, dass mindestens 80 Prozent von 1,5 Millionen Wählern für die Wiedervereinigung mit Russland stimmen werden.

Update 11.05 Uhr: Außenminister Frank-Walter Steinmeier fordert die russische Führung in scharfen Worten zum Einlenken auf. „Wir haben die Konfrontation nicht gesucht. Aber wenn Russland nicht in letzter Minute einlenkt, werden wir am Montag im Kreis der EU-Außenminister eine entsprechende erste Antwort geben“, sagte Steinmeier der „Welt am Sonntag“. „Wir sind in einer brandgefährlichen Lage. Auch im Osten der Ukraine nehmen die Spannungen zu. Russland verweigert bisher jede Exit-Option, jeden Schritt der Deeskalation und will offenbar Fakten schaffen, die wir so nicht hinnehmen können.“

Update 11.00 Uhr: Die Abspaltung der Schwarzmeerhalbinsel Krim von der Ukraine geht in ihre entscheidende Phase. Schon bald soll sie wieder zu Russland gehören, wenn das umstrittene Referendum dafür eine Mehrheit ergibt. Der Westen ist entsetzt und droht Moskau weiter mit Sanktionen. Erste Hochrechnungen werden um 19 Uhr erwartet.

Update 10.50 Uhr: Mehrere Internetseiten der Nato sind in der Nacht zum Sonntag stundenlang durch Hackerangriffe lahmgelegt worden. Zu der Cyberattacke bekannte sich eine Organisation namens„Cyber Berkut“. Der Name erinnert an eine prorussische Spezialeinheit der ukrainischen Miliz, die nach dem Sturz von Präsident Viktor Janukowitsch aufgelöst worden war.

Update 10.45 Uhr: Das US-Verteidigungsministerium hat einen Bericht zurückgewiesen, nach dem eine US-Aufklärungsdrohne über der Krim abgefangen worden sein soll.

Update 9.00 Uhr: Russlands Außenminister Sergej Lawrow erklärt, in einem Telefonat mit seinem US-Kollegen John Kerry habe er seine Auffassung bekräftigt, dass das Krim-Referendum internationalem Recht entspreche. Die ukrainischen Behörden sollten der Gewalt ultra-nationalistischer Gruppen Einhalt gebieten, die die russischsprachige Bevölkerung „terrorisieren“.


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