Massaker, Menschenverachtung, Menetekel Serienprojekt der NOZ zum Ersten Weltkrieg

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Titelseite einer Sonderausgabe der „Osnabrücker Volkszeitung“ vom 2. August 1914: Das Blatt informierte in allen Details über die Mobilmachung, ebenso über die Einberufung des „Landsturms“. Auch Tierärzte und Schneider hatten sich zu melden, brauchbare Stiefel und warme Unterkleider waren mitzubringen.Reproduktion: Gert WestdörpTitelseite einer Sonderausgabe der „Osnabrücker Volkszeitung“ vom 2. August 1914: Das Blatt informierte in allen Details über die Mobilmachung, ebenso über die Einberufung des „Landsturms“. Auch Tierärzte und Schneider hatten sich zu melden, brauchbare Stiefel und warme Unterkleider waren mitzubringen.Reproduktion: Gert Westdörp

Osnabrück. Regional und global, militärisch, kulturell: Der Erste Weltkrieg hat viele Facetten. In einem umfassenden Projekt geht die NOZ in den nächsten Monaten hundert Jahre nach seinem Beginn auf Spurensuche.

Osnabrück. Demokratie und Kommunismus, Wirtschaftskrisen und industrielle Waffentechnik. Der Aufstieg der USA zur Weltmacht und der bereitete Boden für die nationalsozialistische Gewaltherrschaft: Der Erste Weltkrieg von 1914 bis 1918 war in vielerlei Hinsicht eine Zeitenwende und unabdingbare Voraussetzung für die Welt, wie sie im 20. Jahrhundert war und in vielen Teilen bis heute ist.

Unruhen in Nahost, Konflikte auf dem Balkan, die Grenzen zu Frankreich im Westen oder zu den Dänen im Norden: Hunderte Faktoren, die unser Leben prägen, gehen – oftmals vergessen oder überlagert vom Schrecken des Zweiten Weltkriegs – unmittelbar auf den Ersten Weltkrieg zurück.

Unsere Redakteure blicken aus Anlass des 100. Jahrestages in wöchentlichen Themenpaketen jeweils montags bis zum Stichtag am 28. Juli auf die Folgen. Regional und global, militärisch, wirtschaftlich, sozial und kulturell. Den Auftakt macht ein Essay über das Erinnern. Es folgt ein Sittenbild des Deutschen Reiches vor dem Kriegsausbruch im Juli 1914. Interviews mit namhaften Historikern setzen die wöchentliche Reihe in unserer Zeitung fort.

Die Redaktion untersucht, was Adolf Hitler, Wladimir Iljitsch Lenin oder auch der später so erfolgreiche Komiker Heinz Erhardt zwischen 1914 und 1918 erlebt haben. Sie spürt der Geschichte des deutschen Kolonialreiches nach, das mit der Niederlage sein Ende fand. Sie erklärt, wo Begriffe wie 08/15 ihren Ursprung haben. Sie erinnert an Gallipoli: In Deutschland kaum bekannt, starben bei den Kämpfen auf der türkischen Halbinsel vermutlich mehr Soldaten als bei der Schlacht von Verdun, die hierzulande als Sinnbild für die immensen Verluste dieses Kriegs steht. Nur waren es in Gallipoli keine Deutschen, sondern neben Briten und Franzosen vornehmlich Türken, Australier und Neuseeländer, die auf dem Schlachtfeld blieben.

Im Schatten des Zweiten Weltkriegs steht auch, dass die darin zu beklagende Entmenschlichung zwischen den Jahren 1914 und 1918 signifikante Vorläufer hatte. Massaker an der Zivilbevölkerung begingen deutsche Soldaten bereits hier. An der Front kam Giftgas zum Einsatz. Und der gesamte Alltag drehte sich um den Krieg, um seine Finanzierung, um die Rüstung, den Nachschub, die Munitionsherstellung, die Gefangenen und Zwangsarbeiter: Bereis für diese Phase kann von einem totalen Krieg gesprochen werden, in den nicht nur wie weiland das Militär, sondern inzwischen jeder Teil der Gesellschaft einbezogen war.

Auch im deutschen Nordwesten finden sich daher mannigfache Spuren, die die Redaktion beleuchten wird. Bekannt ist der Erste Weltkrieg außerdem durch zahlreiche Kunstwerke, nicht nur den Klassiker „Im Westen nichts Neues“ des Osnabrückers Erich Maria Remarque.

Ob geschrieben, gemalt oder auch verfilmt: Wir werden sie vorstellen, ebenso wie die wichtigsten handelnden Personen, sei es Kaiser Wilhelm II., schillernde Figuren wie Mata Hari oder Laurence von Arabien und darüber hinaus weniger bekannte Akteure wie Gavrilo Princip (der Attentäter von Sarajevo) oder der US-General John J. Pershing, bei dessen Namen die meisten Deutschen heute eher an moderne Raketen als an die Wende im Ersten Weltkrieg denken dürften.

100 Jahre Erster Weltkrieg: In ihrer mit diesem Teil endenden Auftaktserie zum Jahrestag stellte unsere Redaktion die wichtigsten Fakten zum Verständnis des epochalen Ereignisses vor. Wöchentliche Themenpakete setzen das Projekt fort bis zum 28. Juli, dem ersten Kriegstag vor 100 Jahren.


Jedes Themenpaket enthält neben einem Schwerpunktbeitrag das Porträt einer Person, Informationen über ein Kunstwerk, das sich mit dem Ersten Weltkrieg befasst, Erklärungen über Begriffe und Zahlen aus jener Zeit sowie einen Beitrag über regionale Folgen und Besonderheiten.

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