Finanzhilfe gegen Abkommen Ukraine fordert 20 Milliarden Euro von der EU

Von dpa

In der Nacht zu Mittwoch kommt es zu Ausschreitungen in Kiew. Foto: ReutersIn der Nacht zu Mittwoch kommt es zu Ausschreitungen in Kiew. Foto: Reuters

Kiew. Die Ukraine fordert 20 Milliarden Euro Finanzhilfe von der Europäischen Union für den Abschluss des ausgehandelten Abkommens über engere Zusammenarbeit und freien Handel.

„Wir wollen Bedingungen schaffen, um die Verluste für die ukrainische Wirtschaft zu verringern“, sagte Ministerpräsident Nikolai Asarow am Mittwoch bei einer Kabinettssitzung. „Wir schlagen vor, diese Frage über die Zuweisung finanzieller Hilfe zu lösen“, betonte der Regierungschef der verarmten Ex-Sowjetrepublik örtlichen Medien zufolge. Die Ukraine hatte vor großen Problemen etwa für den wichtigen Agrarsektor gewarnt, falls Unternehmen aus der EU freien Marktzugang erhielten.

Derweil hat die Regierung nach internationaler Kritik am Vorrücken ukrainischer Sicherheitskräfte gegen die prowestliche Opposition in Kiew einige Sondereinheiten teilweise wieder zurückgezogen. An dem von Regierungsgegnern besetzten Bürgermeisteramt in Kiew stiegen Uniformierte wieder in ihre Busse. Es werde keine Gewalt gegen friedliche Demonstranten geben, sagte Asarow. Die Polizei habe lediglich Wege von Barrikaden freigeräumt.

Innenminister Witali Sachartschenko sagte einer Mitteilung zufolge, dass es keine Erstürmung des Platzes der Unabhängigkeit geben werde. „Ich möchte alle beruhigen – der Maidan wird nicht erstürmt“, sagte er.


In Kairo ist es der Tahrir, in Istanbul der Taksim, in Kiew der Maidan: Als zentraler Platz ist der Platz der Unabhängigkeit in der ukrainischen Hauptstadt ein markanter Ort für Massenproteste. Berühmtheit erlangte der Maidan Nesaleschnosti, so der vollständige Name, vor allem durch die Orangene Revolution von 2004, als die Regierungsgegner hier ihre Zelte aufschlugen. Ein Wahrzeichen des Platzes, der nach der Zerstörung im Zweiten Weltkrieg im Sowjetstil wieder aufgebaut wurde, ist die Unabhängigkeitsstatue. Vor allem im Sommer laden Bier- und Imbissbuden zum Verweilen ein. Geteilt wird der Maidan durch die Flaniermeile Kreschtschatik, eine Fußgängerunterführung verbindet die Hälften.