Kritik an Notfallplänen bei Atomunfall Grüne: Jod in Kitas und Schulen lagern

Bei einem Atomunglück wollen Behörden die Einnahme von Jodtabletten empfehlen. Foto: dpaBei einem Atomunglück wollen Behörden die Einnahme von Jodtabletten empfehlen. Foto: dpa

Osnabrück. Als Vorbereitung auf ein mögliches atomares Unglück sollen nach dem Willen der Grünen deutschlandweit Jodtabletten in Schulen und Kindergärten deponiert werden.

Im Gespräch mit unserer Zeitung sagte die atompolitische Sprecherin der Partei, Sylvia Kotting-Uhl, die bisherigen Pläne zur Lagerung und Verteilung seien unzureichend. Es sei nicht sichergestellt, dass Kinder im Notfall auch tatsächlich Jod erhielten.

Im Fall eines nuklearen Zwischenfalls ist bislang geplant, dass Behörden die betroffene Bevölkerung bis zum Alter von 45 Jahren zur Einnahme von Jodtabletten auffordern. So sollen Schäden an der Schilddrüse durch radioaktive Strahlung vermieden werden. Bundesweit sind die Tabletten an zentralen Punkten eingelagert, um im Notfall verteilt zu werden. Im Emsland liegt dieses Lager beispielsweise in Sögel.

Unterdessen zeichnet sich immer mehr ab, das aktuelle Notfallpläne bei einem atomaren Zwischenfall nicht ausreichen. Zu diesem Schluss kommt zumindest eine Arbeitsgruppe der Strahlenschutzkommission, die die Bundesregierung berät. Käme es zu einem GAU, müssen demnach wesentlich mehr Menschen evakuiert werden als bislang angenommen.


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