Auch Wahllokal in Meppen Thema AfD-Sympathisanten vermuten Wahlbetrug

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Einige Sympathisanten der AfD vermuten, dass es bei der Bundestagswahl zu Unregelmäßigkeiten bei der Zählung der Stimmen gekommen sein könnte.Einige Sympathisanten der AfD vermuten, dass es bei der Bundestagswahl zu Unregelmäßigkeiten bei der Zählung der Stimmen gekommen sein könnte.

nibu/afp/lj Meppen/Berlin. Das starke Ergebnis der Alternative für Deutschland (AfD) hat viele Menschen nach der Bundestagwahl überrascht. Mit 4,7 Prozent der Zweitstimmen ist die neue eurokritische Partei dennoch knapp an der Fünf-Prozent-Hürde gescheitert. Parteisympathisanten wittern nun Wahlfälschung. Auch die AfD-Direktkandidatin im Wahlkreis Mittelems spricht über Unregelmäßigkeiten in einem Meppener Wahllokal.

Einige Unterstützer der AfD vermuten, dass es bei der Auszählung der Stimmen nicht mit rechten Dingen zugegangen ist. Entsprechende Kommentare auf der offiziellen Facebook-Seite der Partei häufen sich. „Ich traue denen alles zu, nur um die AfD aus dem Bundestag rauszuhalten“, schreibt eine Kommentatorin. „Es ist die Rede von Wahlbetrug. Ich denke, die Partei AfD lässt sich zu viel gefallen“, heißt es an anderer Stelle. Von „super Manipulation“ ist ebenfalls zu lesen. Gleichzeitig widersprechen jedoch auch Nutzer den Betrugs-Vorwürfen.

Bereits vor der Wahl hatte AfD-Chef Bernd Lucke öffentlich vermutet, das Meinungsinstitut Forsa rechne die Zahlen für die AfD klein. Gegen diese Vorwürfe hatte Forsa eine einstweilige Verfügung gegen Lucke erwirkt. Nach Angaben eines Kölner Landgerichts-Sprechers untersagten die Richter dem AfD-Vorsitzenden die Äußerung, „dass die AfD in den Rohdaten von Forsa deutlich über fünf Prozent liegt“. Sollte sich Lucke nicht an das Verbot halten, droht ihm demnach ein Ordnungsgeld von bis zu 250.000 Euro.

Auch im Emsland ist die Rede von Unstimmigkeiten. „Schockiert“ zeigte sich die AfD-Direktkandidatin für den Wahlkreis Mittelems, Martina Härting, durch die Beobachtungen in einem Meppener Wahllokal direkt nach der Wahl. „Wir hatten uns entschlossen, ein Wahllokal in einer Stichprobe durch einen Wahlbeobachter zu kontrollieren. Dort stellte unser AfD-Mitglied fest, dass 16 Zweitstimmen für die AfD und damit etwa die Hälfte nicht berücksichtigt wurden.“ Zwar könne sie nicht ausschließen, dass ein Versehen vorliege, dennoch sei ihr Vertrauen in den Rechtsstaat erschüttert.

Kurz darauf nahm Kreiswahlleiter Martin Gerenkamp Stellung zu den Vorwürfen: „In einer sogenannten Schnellmeldung wurde in der Tat zuerst versehentlich nur ein Teil der Zweitstimmen für die AfD durch den betreffenden Wahlvorstand an die Stadt Meppen übermittelt.“ Dieser Fehler sei im Zuge der Kontrollroutinen aber sofort erkannt und in Abstimmung mit dem Wahlvorstand korrigiert worden. „So sind die korrekten Werte in das vorläufige amtliche Wahlergebnis eingeflossen.“

Auf der Facebook-Seite kündigt die AfD nun an: „Der Bundesvorstand hat mögliche Probleme bei der Auszählung der Stimmen zur Kenntnis genommen und wird den Vorwürfen natürlich nachgehen.“ Für den Fall, dass es zu nachprüfbaren, signifikanten Problemen gekommen sein sollte, würden die notwendigen Schritte eingeleitet. „Bis zu diesem Zeitpunkt möchten wir Sie bitten, von Aussagen Abstand zu nehmen, die in der Presse falsch aufgefasst werden könnten“, wendet sich die Partei an die Kommentatoren.


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