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Kommentar zu Schuldenkrise Gefahr nicht gebannt

Von Burkhard Ewert

Osnabrück. Rettungsschirm hin, Kursanstieg her: Die Zeichen mehren sich, dass die Schuldenkrise mit voller Wucht zurück kommen könnte. Selbst die neue, demonstrative deutsch-französische Eintracht ist ein Indiz dafür.

Es war der Chef der Commerzbank, der kürzlich einen wichtigen Hinweis gab: Trotz Rettungsschirms und eines ersten Schuldenschnitts erwarte er, dass den Griechen erneut und dann erstmals auch von Staaten Schulden erlassen werden müssten. Das war deshalb erstaunlich, weil er so sein eigenes Haus unter Druck setzte und den zuletzt wieder steigenden Aktienkurs spürbar dämpfte.

Am Wochenende war es dann Helmut Schmidt, der die Deutschen auf Opfer für die weitere europäische Einigung einschwor. Sie seien es zwar wert, würden im Angesicht der Schuldenkrise aber groß werden.

Dass sich parallel Angela Merkel und François Hollande demonstrativ entspannt gaben, passt nur auf den ersten Blick nicht dazu. Denn auf den zweiten liegt nahe, dass sie erkannt haben: Wirtschaftlich wird alles noch schwierig genug. Bei anhaltenden atmosphärischen Differenzen zwischen den stärksten europäischen Staaten bräuchte man nach einer Lösung gar nicht weiter zu suchen.

In der Summe wird damit klar, dass nur Optimisten hoffen dürfen, mit den Reformen und zuletzt wieder sinkenden Anleihezinsen in Südeuropa sei das Gröbste überstanden. Und selbst wenn: Spätestens sobald auffällt, dass die Haushalts- und Wirtschaftslage der USA keinen Deut besser ist als die Europas, gerät der Dollar unter Druck und die dortige Wirtschaft in Not. Diesseits des Atlantiks gerade eingedämmte Probleme kämen von der anderen Seite mit Wucht zurück.