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Nicht mehr "aufs Amt" Kfz-Meldung und Jagdschein per Mausklick: Verwaltungsangelegenheiten verstärkt im Internet erledigen

Von Hans Brinkmann

Verwaltungsangelegenheiten sollen Niedersachsens Bürger künftig mehr über das Internet abwickeln können. Foto: dpaVerwaltungsangelegenheiten sollen Niedersachsens Bürger künftig mehr über das Internet abwickeln können. Foto: dpa

Hannover. Den Personalausweis verlängern, einen Jagdschein beantragen, das Auto anmelden – wofür man jetzt in der Regel noch „aufs Amt“ muss, soll in Niedersachsen künftig verstärkt online erledigt werden können.

Innenminister Uwe Schünemann (CDU) stellte dazu gestern in Hannover eine neue, vom Land geschaffene Internetplattform vor. Sie firmiert unter dem sperrigen Begriff „Niedersächsisches Antragssystem für Verwaltungsleistungen (NAVO)“ und ermöglicht eine Antragsabwicklung zwischen Bürger und Behörden komplett per Mausklick.

„Wir wollen die Verwaltung direkt ins Haus bringen“, nannte Schünemann als Ziel des neuen Angebots. Zwar können auch jetzt schon vielfach Formulare bei Dienststellen über das Internet abgerufen werden; dank des neuen Systems soll es jedoch möglich sein, den gesamten Verwaltungsvorgang mit Ausfüllen und Versenden von Formularen elektronisch zu absolvieren.

Nach Darstellung des Ministers ist das NAVO-System inzwischen freigeschaltet; 270 Kommunen seien bereits technisch angeschlossen. In fünf Regionalkonferenzen wolle man nun die Plattform und ihre Möglichkeiten den Vertretern von Kreisen und Gemeinden im Detail erläutern und für eine aktive Nutzung von NAVO werben. Das Interesse bei den Kommunen sei auch riesengroß, erklärte Schünemann.

Profitieren können dem CDU-Politiker zufolge von dem neuen System sowohl Bürger und Firmen als auch die Verwaltungen selbst. Wenn vermehrt Angelegenheiten per Internet erledigt werden könnten, erspare das gerade in ländlichen Gebieten mühsame Anreisen sowie längere Wartezeiten in Rathäusern oder anderen Behörden. Umgekehrt könnten die Kommunen effektiver arbeiten und Personal rationeller einsetzen als bisher. Auf Dauer ließen sich so auch Kosten sparen.

Unterschrieben werden können Anträge – soweit überhaupt erforderlich – laut Innenministerium per elektronischer Signatur. In Kürze solle überdies eine Authentifikation über den neuen Personalausweis möglich sein.

Betont wurde, dass Bürger aber auch nach wie vor Anträge ausdrucken und ausgefüllt der zuständigen Dienststelle übermitteln könnten. Erinnert wurde in diesem Zusammenhang an das vergleichbare System des Online-Bankings. „Die Bankschalter sind deswegen ja auch nicht abgeschafft worden“, hieß es.

Schünemann äußerte sich davon überzeugt, dass sich das System der weitgehenden Abwicklung von Behördengängen via Mausklick durchsetzen werde. „Ich kann mir nicht vorstellen, dass die Kommunen hier die Zukunft verschlafen wollen“, sagte der Minister.