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Wichtige Begriffe der Rocker Das Glossar einer Subkultur: Was es mit Kutte, dem einen Prozent und Aufnähern auf sich hat


Osnabrück. Zum Rockersein gehört mehr als nur eine Kutte und ein Motorrad. Die Subkultur zeichnet sich durch eine eigene Sprache aus. Es folgt ein Rocker-Glossar mit wichtigen Begriffen.

Austritt/Ausschluss: Wer einen Motorradclub verlassen will, hat zwei Möglichkeiten. Nummer eins: Out in good standing: Im Einvernehmen mit dem Rockerclub legt der Biker seine Kutte ab. Nummer zwei: Out in bad standing: Wer seinem Club geschadet hat, fliegt raus. Er gilt dann als vogelfrei und muss mit Gewalt durch andere Clubanhänger rechnen.

Biker: Die internationale Bezeichnung für das, was in Deutschland unter dem Begriff „Rocker“ zusammengefasst ist.

Bruder: Der Zusammenhalt innerhalt eines Club ist traditionell groß. Die Mitglie-der bezeichnen sich in aller Regel unter einander als Bruder.

Chapter: Ortsgruppe eines jeweiligen Rockerclubs. Meist als Verein eingetragen. Die Hells Angels nennen ihre Ortsgruppen Charter.

Chopper: Besonders in Rocker-Kreisen beliebte Motorradvariante. Spätestens seit dem Kultfilm „Easy Rider“ ein Synonym für weitgehend entkleidete Maschinen mit markant montierter Lenkstange. Ursprünglich Motorräder der Marke „Harley Davidson“.

Freebiker: Motorradfahrer, der keinem Club angehört.

Hangaround: Wer weder Clubmitglied noch Anwärter ist, wird häufig als „Hangaround“ bezeichnet, auf Deutsch bedeutet das so viel wie: Herumhänger. Diese Personen sind üblicherweise auf dem Clubgelände geduldet, müssen aber den Anweisungen der Vollmitglieder Folge leisten. Ruft ein Fullmember beispielsweise an und wünscht eine Beförderung, hat der Hangaround umgehend zu erscheinen - ungeachtet der Uhrzeit.

Hollister: US-Kleinstadt in Kalifornien. Hier fand 1947 ein gleichsam legendäres wie umstrittenes Motorradtreffen statt. Es soll zu Ausschreitungen gekommen sein, die danach großen Widerhall in der amerikanischen Presse fanden. Hollister gilt als Geburtsstunde des Outlaw-Mythos des Rockers. Siehe auch: Onepercenter.

Kutte: Die Kutte ist so etwas wie eine Rocker-Uniform. Mit der ärmellosen Weste signalisiert der Rocker seine Zugehörigkeit zu einem bestimmten Club. Sie ist den Mitgliedern heilig. Lässt sich ein Rocker seine Kutte von einem verfeindeten Club abnehmen, gilt dies als Schmach. Der Kuttenklau führt häufig zu Verurteilungen wegen schweren Raubes.

Member: Vollmitglied eines Motorradclubs, das zuvor inaller Regel die StadienHangaround und Prospect durchlaufen haben muss. Es kann Jahre dauern bis zur Aufnahme als Member in einen Club.

Motorradclub oder Motorcycle Club (MC): Zusammenschluss von Motorradfahrern. Die bekanntesten in Deutschland sind die Hells Angels, die Bandidos, Gremium (größter deutscher Club) oder die Outlaws. Die Abkürzung „MC“ befindet sich auf der Rückseite der Kutten neben dem jeweiligen Namen des Clubs. (Siehe Patch).

Nomads: Rocker, die zwar einem Club, aber keinem Chapter angehören. Sie sind ständig unterwegs.

Onepercenter (1%er): Nach den Vorfällen in Hollister im Jahr 1947 veröffentlichte der US-Motorradverband AMA eine Mitteilung, in der esgeheißen haben soll: Nurein Prozent der Motorradfahrer in den USA seien Raufbolde, wie diejenigen, die in Hollister gewütet hätten. Damit war der Mythos der Einprozenter geboren, die bedingungslos den Lebensstil des Rockertums pflegen und dies durch einen dreiteiligen Aufnäher an der Kutte zum Ausdruck bringen. Sie halten sich nicht an die bürgerliche Vorstellung von Recht und Ordnung. Beispiele für Einprozenter-Clubs sind die weltweit bekannten wie berüchtigten Hells Angels oder die Bandidos.

Patch: Aufnäher, die auf der Kutte angebracht werden. Mit den Patches signalisiert der Rocker seine Zugehörigkeit zu einem Club. Auch die Funktion innerhalb des Club wird durch einen Patch angezeigt - meist auf der Vorderseite der Kutte angebracht. Den Aufnähern liegt ein gewisser Aufbau zugrunde. Ganz ähnlich mittelalterlichen Symbolen.

Präsident: Steht einem Ortsverein, also Chapter oder Charter, vor. Bei den Hells Angels in Hannover ist das beispielsweise der bundesweit bekannte Frank Hanebuth. Ein Angels-Präsident aus Berlin wurde vor kurzem niedergeschossen. wie alle anderen Posten auch, ist die Funktion auf der Kutte in Form eines Aufnähers vermekt.

Prospect: Anwärter auf den Eintritt in einem Motorradclub. Diese Phase dauert zwei bis drei Jahre. Danach ist die Person Fullmember, sprich: Vollmitglied.

Rocker: Speziell in Deutschland gebräuchlicher Scheinanglizismus für Motorradfahrer. International wird eher von Bikern gesprochen.

Sergeant-at-arms: Für die Ordnung innerhalb des Clubs zuständig. Auch dieser Posten ist wie alle gehobenen Aufgaben innerhalb eines MC auf der Vorderseite der Kutte vermerkt.


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