zuletzt aktualisiert vor

Debatte am Wochenende „Mein Kampf“ als Schullektüre? Wirbel um Piraten-Forderung

Von dpa

Meine Nachrichten

Um das Thema Politik Ihren Nachrichten hinzuzufügen, müssen Sie sich anmelden oder registrieren.

Ein Antrag der Piratenpartei sorgt für Wirbel: „Mein Kampf“ soll Schullektüre werden. Foto: dpaEin Antrag der Piratenpartei sorgt für Wirbel: „Mein Kampf“ soll Schullektüre werden. Foto: dpa

Hannover. Adolf Hitlers „Mein Kampf“ soll nach Ansicht eines Mitglieds der Piraten-Partei Pflichtlektüre an Niedersachsens Schulen werden. Die Forderung ist einer von rund 300 Anträgen für das Wahlprogramm der niedersächsischen Piraten, bestätigte am Freitag ein Sprecher.

Am Wochenende soll es auf einem Parteitag in Celle debattiert und entschieden werden. Der Politiker argumentiert in dem Antrag, eine Tabuisierung des Hitler-Buches für die geschichtliche Auseinandersetzung mit dem Nationalsozialismus sei bedenklich.

Piraten-Sprecher Andreas Neugebauer beurteilte die Chancen des Antrags auf Annahme jedoch als gering: „Es ist reine Provokation, was er da macht.“ Das Mitglied habe aber das Recht, Anträge zu stellen. Die Piraten wollen bei der Wahl im Januar Niedersachsens Landesparlament erobern.

Berichte über zerstrittene, frustrierte Piraten wies Neugebauer zurück. Es gebe aber eine kleine kritische Gruppierung: „Die haben ein wenig die Lufthoheit erobert, spiegeln aber in keinster Weise die Stimmung in Niedersachsen wider.“ Hannovers „Neue Presse“ hatte am Freitag über einen tiefen Riss in der Partei berichtet.

Am Freitag wurde auch bekannt, dass Julia Schramm ihren Rücktritt erklärt. Die 27-Jährige sagte der Nachrichtenagentur dpa, ihre Entscheidung stehe in keinem Zusammenhang mit der Arbeit innerhalb des Parteigremiums. Ihr Beschluss sei vielmehr eine persönliche und grundsätzliche Entscheidung. Im vergangenen Monat war Schramm nach Veröffentlichung ihres Buchs „Klick mich“ wegen ihrer Haltung zum Urheberrecht in den eigenen Reihen heftig kritisiert worden.

Außerdem kündigte Vorstandsmitglied Matthias Schrade für die Zeit nach dem Bundesparteitag Ende November seinen Rückzug aus dem Bundesvorstand an.


Weitere Angebote, Produkte und Unternehmen der noz MEDIEN