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Stammhäusle im Schwäbischen Die Burg der Hohenzollern

Von Norbert Meyer

Keineswegs nüchtern und bescheiden: Burg Hohenzollern, Stammsitz der gleichnamigen Herrscherdynastie, räumt auf mit Klischees über Preußen. Märchenhaft wie Neuschwanstein steht sie da auf einem Berg am Rand der Schwäbischen Alb.

Von hier bis Königsberg, wo sich der brandenburgische Hohenzoller Friedrich 1701 zum König in Preußen krönte, ist es weit. Weit zurück bis ins 11. Jahrhundert reicht auch die Geschichte der Burg. Ihr heutiges Aussehen verdankt sie König Friedrich Wilhelm IV., dem „Romantiker“ auf dem Thron, der den Wiederaufbau des im 19. Jahrhundert zur Ruine verkommenen Stammsitzes seiner Familie anordnete.

Die profitiert davon bis heute, denn ihr gehört die bei Touristen beliebte Burg noch immer. Jetziger Hausherr ist Georg Friedrich Ferdinand Prinz von Preußen (35), Ururenkel des letzten Deutschen Kaisers Wilhelm II.

Als Preußenkönig wohl nie dort anwesend, verbrachte Friedrich der Große als Toter im Sarg 39 Jahre auf Burg Hohenzollern (von 1952 bis 1991) neben seinem dort ebenfalls eingesargten tyrannischen Vater. Erst nach dem Mauerfall wurde der „Alte Fritz“ in Potsdam so beigesetzt, wie er es sich gewünscht hat: In einer zu seinen Lebzeiten errichteten Gruft vor Schloss Sanssouci – in gebührender Entfernung vom Grab seines Vaters.