300.000 Unterschriften Hilfswerk Help Age fordert UN-Konvention für Ältere

Von Franziska Kückmann | 27.07.2014, 17:34 Uhr

Um ihrer Forderung nach einer UN-Altenrechtskonvention Nachdruck zu verleihen, übergibt die Hilfsorganisation Help Age am Montag in New York 300.000 Unterschriften aus mehr als 100 Ländern an die zuständige Arbeitsgruppe der Vereinten Nationen.

„Die Menschenrechte Älterer werden in vielen Ländern verletzt und sind bisher nicht durch eine spezifische UN-Konvention geschützt“, sagte Michael Bünte, Geschäftsführer von der deutschen Sektion von Help Age mit Sitz in Osnabrück.

„Zahlreiche Staaten haben keine spezifische Gesetzgebung, die ältere Menschen vor Diskriminierung und Gewalt bewahrt“, sagte Bünte. Studien der Hilfsorganisation zufolge geben zum Beispiel 83 Prozent der über 50-Jährigen in Peru an, schon einmal misshandelt worden zu sein. In Mosambik seien es 74 Prozent, in Deutschland immerhin 30 Prozent.

Ab Montag tagt die UN-Arbeitsgruppe, die im Auftrag der UN-Vollversammlung Elemente einer möglichen neuen Konvention entwickeln soll. Bünte kritisierte, dass gerade die EU und andere westliche Staaten wie die USA und Kanada eine Altenrechtskonvention bisher behinderten. „Diese Länder sehen sich diesbezüglich selbst gut aufgestellt und fürchten neuen Aufwand und Mehrkosten“, erklärte er. „Dabei ignorieren sie, dass der Einsatz für Menschenrechte immer eine weltweite Perspektive braucht.“

Bünte begrüßte, dass die Vereinten Nationen im Mai eine UN-Sonderberichterstatterin für Ältere eingestellt hätten. Sie solle Defizite bei den Mitgliedsländern feststellen. „Das zeigt, dass die UN das Thema auf der Agenda haben.“