Kurzinterview Martin Sonneborn über den Porno-Wahlspot

Meine Nachrichten

Um das Thema Politik Ihren Nachrichten hinzuzufügen, müssen Sie sich anmelden oder registrieren.

Der Satiriker Martin Sonneborn wollte sich mit seinem pikanten Wahlwerbespot von den „weichgespülten Werbefilmchen der anderen Parteien“ distanzieren. Foto: dpaDer Satiriker Martin Sonneborn wollte sich mit seinem pikanten Wahlwerbespot von den „weichgespülten Werbefilmchen der anderen Parteien“ distanzieren. Foto: dpa

Osnabrück Der pornografisch angehauchte Wahlwerbespot der Partei sorgte nach seiner Ausstrahlung im ZDF für Furore. Der Bundesvorsitzende der Partei, der Osnabrücker Satiriker Martin Sonneborn, über Wahlwerbung, Youtube und seine Angst vor Inhalten.

Welche Reaktionen haben Sie nach der Ausstrahlung erreicht?

Ich vermute, dass wir einige Dutzend Rentner verwirrt haben, aber die meisten Zuschriften waren positiv. Es gab auch Rückmeldungen, dass man sich jetzt der Familienpolitik widmen müsse… Der Post hat also sein Ziel erreicht.

Wie hat die Partei auf die Sperrung Ihres offiziellen Wahlwerbespots bei Youtube reagiert?

Mit einem Protestschreiben. Schließlich sind wir eine politische Partei und der Wahlspot dient der Willensbildung des deutschen Volkes. Nachdem ich in Interviews äußerte, wir würden als erste Amtshandlung nach der Machtübernahme Youtube plattmachen, wurde der Spot wieder eingestellt...

Was ist die Intention des Spots?

Wir wollten uns ästhetisch und inhaltlich von den sinnfreien, weichgespülten Werbefilmchen der anderen Parteien absetzen. Und natürlich auf das Problem der kippenden Bevölkerungspyramide aufmerksam machen: Die schrumpfenden Geburtenzahlen sollten für die Kollegen in der Regierung eigentlich Anlass zum Handeln sein, die heutige Politik ist zu sehr durch kurzfristige Orientierung geprägt.

„Für den Inhalt der Spots sind die Parteien verantwortlich“, heißt es immer vor den Wahlwerbespots. Hat dennoch jemand versucht, Sie davon abzubringen, ihn nach dem „Heute Journal“ auszustrahlen?

Nein, die Justitiare der Sender haben sich bereits 2005 mit uns auseinandersetzen müssen, als die Schleichwerbung in ARD und ZDF bekannt wurde. Wir haben darauf in unseren Wahlspots massiv Schleichwerbung für den sehr, sehr guten Billigflieger HLX gemacht. Gegen Zahlung von 25.000 Euro.

Wo wird der Spot künftig zu sehen sein?

Er fliegt immer abwechselnd bei Youtube oder bei Vimeo raus. Wahrscheinlich stellen wir ihn jetzt bei Youporn ein. Hoffentlich wird uns dort nicht der politische Inhalt vorgeworfen...

Wie finden Sie die Wahlwerbung der anderen Parteien?

Uninteressant, verlogen, zu scharf gefilmt.


Weitere Angebote, Produkte und Unternehmen der noz MEDIEN