Pornofilm als Wahlwerbung „Die Partei“ provoziert mit Porno-Wahlspot im ZDF

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Martin Sonneborn von der Partei sorgt mit seinem Wahlwerbespot über Familienpolitik für Aufregung. Foto: dpaMartin Sonneborn von der Partei sorgt mit seinem Wahlwerbespot über Familienpolitik für Aufregung. Foto: dpa

Osnabrück Zwei Personen, eindeutige Bewegungen: Mit einem pornografisch gefärbten Spot wirbt „die Partei“ um Stimmen. Der am Dienstag nach dem „Heute Journal“ gesendete Film sorgt auch im Netz für Wirbel.

„Inhalte überwinden“ - so lautet das Motto der Partei für Arbeit, Rechtsstaat, Tierschutz, Elitenförderung und basisdemokratische Initiative. Diesen Leitspruch nimmt die von Redakteuren des Satiremagazines Titanic gegründete Partei scheinbar ernst: In einem Wahlwerbespot zum Thema Familienpolitik wird im Hintergrund ein verpixelter Porno gezeigt, während ein Sänger trällert, dass die Partei „frei macht“.

Der Wahlwerbespot wurde am Dienstag nach dem „Heute Journal“ gegen 22.35 Uhr im ZDF gesendet. Das Internet-Videoportal Youtube sperrte den Spot der Partei zufolge zwischenzeitlich, um ihn dann doch wieder freizugeben. Die Kleinstpartei um den Osnabrücker Journalisten, Satiriker und Politiker Martin Sonneborn ist in diesem Jahr zum ersten Mal vom Bundeswahlausschuss zugelassen worden und für Konfrontation und öffentlichkeitswirksame Auftritte bekannt. „Wir wollten uns ästhetisch und inhaltlich von den sinnfreien, weichgespülten Werbefilmchen der anderen Parteien absetzen“, teilte der Bundesvorsitzende der Satire-Partei auf Anfrage der Neuen Osnabrücker Zeitung mit.

Das ZDF war zur Ausstrahlung des pikanten Wahlwerbespots verpflichtet. „ Es müssen schon eindeutige und schwerwiegende Gründe vorliegen, um einen Wahlwerbespot ablehnen zu können. Das ZDF hat auch nicht über Geschmacksfragen zu urteilen“, so ein Sprecher des Senders. Die Prüfung der Wahlwerbespots wird im Justitiariat des ZDF vorgenommen. Bei dieser Bundestagswahl ist es zu keiner Beanstandung gekommen, so der Sprecher weiter.

Auf der Facebookseite der Partei bekommt die Partei für ihren ungewöhnlichen Wahlwerbespot viel Zuspruch. Ein Facebook-User schreibt: „Da hat jetzt wohl die „heiße“ Phase des Wahlkampfes begonnen...“, ein anderer: „Mir fehlte eine klare Aussage zum Betreuungsgeld, sonst war alles drin, was mich interessiert.“ Kritische Stimmen gibt es wenige; allein die mangelhafte Auflösung des Films wird beklagt.

Inzwischen hat die Partei einen weiteren satirischen Wahlwerbespot auf Youtube eingestellt, in dem unter anderem Kokain auf Krankenschein gefordert wird.

Wo das pornografische Wahlfilmchen künftig zu sehen sein wird, kann auch Sonneborn nicht genau sagen: „Er fliegt immer abwechselnd bei Youtube oder bei Vimeo raus. Wahrscheinlich stellen wir ihn jetzt bei Youporn ein. Hoffentlich wird uns dort nicht der politische Inhalt vorgeworfen...“

Hier geht‘s zum Wahlspot über die Familienpolitik der Partei: http://www.die-partei.de/2013/09/10/der-wahlwerbespot-zur-familienpolitik/

Wahlwerbung

Die Anzahl der Wahlwerbespots, die einer Partei zusteht, hängt mit der Größe der Partei zusammen:

insgesamt werden 74 Wahlwerbespots ausgestrahlt, nach folgendem Schlüssel:

je 2 entfallen auf 21 „kleine“ Parteien

je 8 entfallen auf CDU und SPD

je 4 erhalten FDP, Bündnis 90/Die Grünen, Die Linke und CSU.

Die Partei

Das Regierungsprogramm der Satire-Partei setzt sich aus 13 Punkten zusammen:

1. Einführung der Faulenquote

2. Abschaffung der Sommerzeit

3. Fracking? Na klar!

4. Begrenzung von Managergehältern

5. Gegen die Verblödung der Innenstädte

6. Wir haben die Absicht, eine Mauer zu bauen

7. Von Griechenland lernen

8. G1-Schulsystem

9. Reform des Steuersystems

10. Artenschutz für die Grünen

11. Änderung des Wahlalters

12. Merkel muß weg!

13. Das Bier entscheidet.


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