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Hintergrund zur Schnellstraße Die Autobahn 33 – eine fast unendliche Geschichte

Von Stefanie Adomeit

<em>Die A33</em> in einem Plan von 1937. Quelle: Straßen NRWDie A33 in einem Plan von 1937. Quelle: Straßen NRW

Osnabrück. Schon 1937 war eine Autobahnverbindung zwischen Osnabrück, Bielefeld und Paderborn im Grundnetz der „Reichsautobahnen“ festgehalten. In den 60er-Jahren gingen die Planungen ins Konkrete. Der Bund bestimmte die Linie für die Verbindung zwischen A30 und A1 im Norden und A44 und A2 im Süden.

Seit Dezember 2012 läuft der Verkehr auf dem Abschnitt von Bielefeld-Zentrum bis zur A2 reibungslos, während die Bauarbeiten auf dem mittleren Abschnitt zwischen Bielefeld und Halle in vollem Gang sind.

Den größten Aufwand mussten die Planer in NRW für die letzten fehlenden 13 Kilometer zwischen Borgholzhausen und Halle betreiben. Baukosten: 140 Millionen Euro. Das Planfeststellungsverfahren wurde 2003 unterbrochen, weil sich Landesbehörden über die FFH-Problematik uneinig waren. Die Planer mussten sich deshalb als „Betonköpfe“ beleidigen lassen, die die Zeichen der Zeit für den Naturschutz nicht begriffen haben. Im Konsens mit Naturschutzbehördenund -vereinen entstand ein neuer Entwurf. Großes Gewicht hatte dabei die Entdeckung der winzigen artengeschützten Bechsteinfledermaus, deren Jagdverhalten ebenso Gegenstand eines von 35 Gutachten war wie die Einwirkung einer Hochspannungsfreileitung auf die menschliche Gesundheit. Der 1184 Seiten starke Planfeststellungsbeschluss von 2011 ist der umfangreichste, der je für eine Autobahn erarbeitet wurde.

Den Naturschützern reichten die Ausgleichsflächen dennoch nicht aus. Sie klagten 2012 vor dem Bundesverwaltungsgericht – vergeblich.

Mit der Gründung des Aktionsbündnisses „A33 sofort“ Anfang 2012 unter der Leitung des Gütersloher Landrates Sven-Georg Adenauer machten derweil Halle, Steinhagen, Unternehmen und viele Privatleute Druck, denn die Kommunen an der B68 ächzen jeden Tag unter Lärm und Abgasen von zigtausend Fahrzeugen. Vor allem die Ortsdurchfahrt Halle ist ein gefährliches Nadelöhr.

Im Dezember 2012 war es schließlich so weit: Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer setzte den ersten Spatenstich. Gebaut wird aber noch nicht. Im Moment laufen die Ausschreibungen für Ausgleichsmaßnahmen.

Noch im Planungsstadium ist die A33-Nord, wo sie vom Ausbauende am östlichen Stadtrand Osnabrücks bis zur A1 verlängert werden soll. Kostenpunkt: 66 Millionen Euro. Frühestens Ende dieses Jahrzehnts könnten hier Autos fahren.

Über den Planfeststellungsbeschluss wird es wohl kein juristisches Tauziehen geben. Weil das Verkehrsprojekt von der Bundesregierung als besonders bedeutsam eingestuft worden ist, sind Klagen dagegen nur vor dem Bundesverwaltungsgericht möglich, das als erste und letzte Instanz urteilt.

Der Kreis hatte im Raumordnungsverfahren fünf Varianten für die neun Kilometer geprüft. Die favorisierte Strecke soll fast ausschließlich durch landwirtschaftlich genutzte Gebiete und Wälder verlaufen. Der Knotenpunkt der A33 mit der A1 wird zwischen den Anschlussstellen Bramsche und Osnabrück-Nord liegen. Sind alle Lücken einmal geschlossen, wäre die A33 zwischen Wallenhorst und Wünnenberg 113 Kilometer lang.