Rückenwind durch Ampel-Koalition? Von der Leyen plant EU-weite Frauenquote von mindestens 40 Prozent

Von afp

Ursula von der Leyen, Präsidentin der Europäischen Kommission.Ursula von der Leyen, Präsidentin der Europäischen Kommission.
dpa/Geert Vanden Wijngaert

Brüssel. EU-Kommissionschefin von der Leyen hofft nach dem Regierungswechsel in Deutschland auf eine Mehrheit für eine europaweite Frauenquote in Aufsichtsräten großer Unternehmen.

EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen will im ersten Halbjahr 2022 eine europaweite Frauenquote in den Aufsichtsräten großer Unternehmen durchsetzen. Wie die Zeitungen des Redaktionsnetzwerks Deutschland aus Kreisen der EU-Kommission in Brüssel erfuhren, setzt von der Leyen dabei auf ein Zusammenspiel mit dem französischen Präsidenten und derzeitigen Ratsvorsitzenden Emmanuel Macron.

Entsprechende Pläne bereits seit 2012

Ziel ist dem Bericht zufolge eine Quote von 40 Prozent in den Aufsichtsräten großer börsennotierter Unternehmen in der EU. Einen entsprechenden Plan hatte die EU-Kommission bereits 2012 vorgelegt.

Im Umfeld der EU-Kommissarin für Werte und Transparenz, der Tschechin Vera Jourova, wurde laut RND am Mittwoch auf zwei für den Quotenplan günstige Faktoren verwiesen: Paris habe Interesse, die Sache voranzubringen. Zweitens sortiere Berlin sich gerade neu.

Liberale könnten Pläne zunichtemachen

Von der Ampel-Koalition unter Kanzler Olaf Scholz (SPD) wird dem RND zufolge in Brüssel erwartet, dass sie im Rat der EU-Regierungschefs für die europäische Frauenquote stimmt. Allenfalls die deutschen Liberalen, heißt es in Kreisen der Kommission, dürften darin ein Problem sehen.

Der Berliner Ampel-Koalitionsvertrag enthält keine Festlegungen zur EU-Frauenquote. In Deutschland sind große Unternehmen seit einigen Jahren gesetzlich dazu verpflichtet, ihre Aufsichtsräte mit mindestens 30 Prozent Frauen zu besetzen.


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