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Wahlniederlage der CDU "Jedes Wort weitererzählt": Laschet enttäuscht von Parteikollegen

Von dpa, mbus

Der frühere Ministerpräsident von NRW Armin Laschet will vorerst in der Politik aktiv bleiben.Der frühere Ministerpräsident von NRW Armin Laschet will vorerst in der Politik aktiv bleiben.
AFP/SASCHA SCHUERMANN

Berlin. Der 60-jährige Armin Laschet scheiterte bei der Bundestagswahl als CDU-Kanzlerkandidat. Nun hat er einen neuen Job im Auswärtigen Ausschuss im Auge und rechnet mit seiner Partei ab.

Der als Kanzlerkandidat gescheiterte Noch-CDU-Chef Armin Laschet will als Bundestagsabgeordneter einen Schwerpunkt in der Außenpolitik setzen. "Ich werde im Auswärtigen Ausschuss arbeiten", sagte der ehemalige nordrhein-westfälische Ministerpräsident der "Süddeutschen Zeitung" (Samstag). "Das wird mein Schwerpunkt bleiben."

Außenpolitischen Fokus weiterführen

Er habe sich als Ministerpräsident "mehr als vielleicht üblich" mit internationalen Fragen beschäftigt, sagte Laschet. "Als Bevollmächtigter Deutschlands für die Beziehungen zu Frankreich habe ich die Bundesländer international vertreten. Besonders Israel und der Wandel in der arabischen Welt beschäftigen mich seit Jahren. An all das kann ich als Abgeordneter anknüpfen." Er habe vor, die ganze Legislaturperiode Abgeordneter zu bleiben.

Laschet zeigte sich in dem Interview enttäuscht über die Indiskretionen einer Unionsmitglieder bei den Sondierungsgesprächen. "Unsere Performance bei den Treffen mit den potenziellen Koalitionspartnern war tatsächlich nicht so, dass das Vertrauen in die Union gestiegen wäre." Auf eine Frage nach den Durchstechereien sagte er: "Bei uns ist das irgendwann vor Jahren eingerissen, dass aus jeder internen Sitzung, an der mehr als drei Leute teilnahmen, jedes Wort weitererzählt wurde. Die unterschiedlichen Personen werden unterschiedliche Motive dafür gehabt haben. Aber es hat uns geschadet."

Laschet lobt Ampelparteien

Der CDU-Politiker lobte in diesem Zusammenhang die Ampel-Parteien: "200 Leute haben in 22 Arbeitsgruppen verhandelt, und man hat über Wochen nichts erfahren. Gar nix. Das müssen auch wir wieder lernen. Politik macht man nicht in Chatgruppen und nicht nach Umfragelage, sondern nach Grundsätzen."

Die CDU will sich nach der Niederlage bei der Bundestagswahl personell neu aufstellen, Laschet tritt nicht mehr als Vorsitzender an. Das Amt als NRW-Regierungschef hat er wie vor der Wahl angekündigt bereits abgegeben. Er zog aber als einfacher Abgeordneter in den Bundestag ein, dem er bereits von 1994 bis 1998 angehört hatte. 

CDU-Mitgliederabstimmung über Braun, Merz, Röttgen gestartet

Für seine Nachfolge als Parteichef kandidieren der geschäftsführende Kanzleramtschef Helge Braun, Ex-Unionsfraktionschef Friedrich Merz und der Außenpolitiker Norbert Röttgen. Erstmals sollen die rund 400.000 CDU-Mitglieder in einer an diesem Samstag startenden Befragung eine Vorentscheidung über den künftigen Vorsitzenden treffen. Gewählt werden soll der neue Parteichef am 21./22. Januar von 1001 Delegierten bei einem digitalen Parteitag. Anschließend muss die Wahl per Briefwahl bestätigt werden.

AFP/HANNIBAL HANSCHKE
Die drei Kandidaten für den Parteivorsitz zeigten sich beim Triell inhaltlich ziemlich auf einer Linie.

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