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Gewerbsmäßige Suizidhelfer Ärzte und Patientenschützer kritisieren Plan für Sterbehilfe

Von Fabian Löhe

<em>Ein Pfleger</em> hält in einem Alten-und Pflegeheim die Hand einer Bewohnerin. Foto: dpaEin Pfleger hält in einem Alten-und Pflegeheim die Hand einer Bewohnerin. Foto: dpa

Osnabrück. Ein Bericht unserer Zeitung über die geplante Straffreiheit für Angehörige, Ärzte, Pflegekräfte und Freunde bei der Teilnahme an der Sterbehilfe hat scharfe Reaktionen von Ärzten und Patientenschützern hervorgerufen.

Die Erweiterung des Personenkreises, der straffrei gewerbsmäßige Suizidhelfer unterstützen darf, geht aus einem Referentenentwurf des Bundesjustizministeriums hervor. Das Papier liegt unserer Zeitung vor.

Der Präsident der Bundesärztekammer Frank Ulrich Montgomery kritisierte, mit diesem „Stück aus dem Tollhaus“ werde die gesetzliche Grundlage für Ärzte als Sterbehelfer geschaffen. „Aber unsere Position ist klar, als Sterbehelfer stehen wir Ärzte nicht zur Verfügung“, sagte er. Es sei ihnen verboten, Patienten auf deren Verlangen zu töten, und sie dürften auch keine Hilfe zur Selbsttötung leisten. Es sei „unverständlich“, warum „grundlegende medizin-ethische Werte“ in Frage gestellt würden.

Der Geschäftsführende Vorstand der Patientenschutzorganisation Deutsche Hospiz Stiftung, Eugen Brysch, kritisierte, es gehe dem Ministerium leider nicht darum, Suizidhandlungen zu verhindern: „Der assistierte Suizid soll in Deutschland salonfähig gemacht werden.“ Überzeugungstätern, die ihr Suizidangebot wiederholt unentgeldlich anböten, sei so zukünftig nicht beizukommen.