Verband schickt Brandbrief an Spahn Kinderärzte warnen vor Praxen-Sterben wegen Corona

Deutschlands Kinder- und Jugendärzte warnen vor einem Corona-bedingten Praxen-Sterben.Deutschlands Kinder- und Jugendärzte warnen vor einem Corona-bedingten Praxen-Sterben.
Jürgen Ritter / Imago Images

Berlin. Deutschlands Kinder- und Jugendärzte haben in einem Brandbrief an Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) vor einem Praxen-Sterben wegen der Corona-Pandemie gewarnt und fordern mehr finanzielle Unterstützung vom Bund.

Spahns Gesetzentwurf für einen geänderten Rettungsschirm sei „leider in der vorliegenden Form nicht geeignet, die existenziellen Nöte der niedergelassenen Kinder- und Jugendärzte ausreichend abzumildern“, heißt es in dem Brief des Berufsverbandes der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ) vom 9. Februar, der unserer Redaktion vorliegt. „Vielen Praxen steht das Wasser bis zum Hals“, sagte BVKJ-Präsident Thomas Fischbach

BVKJ
Kinder- und Jugendärztepräsident Thomas Fischbach

Als Grund für die akuten Einnahmeausfälle wird ein Corona-bedingter Rückgang der Behandlungen um „zwischen 20 und 40 Prozent“ genannt. Das liege daran, dass wegen der Schutzmaßnahmen weniger Grippepatienten kämen, aber auch viele Arztkontakte mit chronisch Kranken Kindern und Jugendlichen sowie Vorsorgetermine aufgrund der aktuellen Pandemie-Empfehlungen nicht wahrgenommen würden.

"Können uns keine weiteren Praxis-Aufgaben leisten"

Zwar will Spahn Umsatzausfälle der Praxen weiter kompensieren, doch der bisherige Rettungsschirm soll – so die Sorge der Kinder- und Jugendärzte – eingeklappt werden. „Wir wären Ihnen zu Dank verpflichtet, wenn Sie dieses Vorhaben nochmals in Hinblick auf seine Auswirkungen überdenken könnten“, schreibt der BVKJ an den Minister. Andernfalls seien viele Praxen gezwungen, Mitarbeiter zu entlassen oder womöglich zu schließen, mit fatalen Folgen. „Wir werden unsere ohnehin knapp aufgestellten Ressourcen nach der Pandemie wieder dringend benötigen und können uns keine weiteren Praxis-Aufgaben leisten“, so die Warnung des Pädiater-Verbandes.


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