"Versprechen nicht gehalten" Auch Wirtschaftsführer kritisieren Impfstoffhersteller

Streitfall Impfstoff: Auch deutsche Wirtschaftsführer melden sich jetzt zu Wort..Streitfall Impfstoff: Auch deutsche Wirtschaftsführer melden sich jetzt zu Wort..
JUSTIN TALLIS/AFP

Osnabrück. Angesichts der schleppenden Versorgung mit Corona-Impfstoffen wächst auch in der Wirtschaft die Kritik an den Herstellern.

Arbeitgeberpräsident Rainer Dulger sagte unserer Redaktion: „Die Hersteller der Impfstoffe haben viele Versprechungen nicht gehalten. Da muss auch mal Druck aufgebaut werden. Manche Akteure erfüllen in meinen Augen nicht das Bild eines ehrbaren Kaufmanns.“

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Wolfgang Kumm/dpa


Dulger forderte zudem, der Staat müsse deutlich besser über die Schutzimpfungen informieren. „Man könnte dafür zum Beispiel fünf Minuten vor den Abendnachrichten im Fernsehen reservieren und darüber informieren, wie wichtig es ist, sich impfen zu lassen.“

 Es wäre nach den Worten von Dulger zudem ein Vertrauen stärkendes Signal, „wenn sich zum Beispiel die Bundeskanzlerin oder der Bundespräsident öffentlich impfen lassen würde“. Hier gehe es nicht darum, dass sich da jemand einen Vorteil verschaffe, sondern um das große Ganze und darum, Vorbild zu sein. „Und Fakt ist auch: Wir bewältigen diese Krise nur, wenn wir konsequent durchimpfen.“

Als vorbildlich lobte Dulger Corona-Lockerungspläne, wie die niedersächsische Landesregierung sie entwickelt hat. „Ja, es ist wichtig, dass wir wissen, wo wir stehen und wann es Lockerungen geben kann, das muss eng an das Infektionsgeschehen geknüpft sein“, sagte er. Der Entwurf der Landesregierung in Hannover sieht - je nach Infektionsgeschehen - sechs Stufen für Beschränkungen beziehungsweise Lockerungen vor.

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