"Es ist wichtig, Antworten zu erhalten" Scholz erhöht Druck auf Spahn wegen Impf-Verzögerung

Rivalen im Kabinett: Finanzminister Olaf Scholz (SPD) und Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU)Rivalen im Kabinett: Finanzminister Olaf Scholz (SPD) und Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU)
dpa (2)/ Fabian Sommer/Michael Sohn

Berlin. Bundesfinanzminister und Vizekanzler Olaf Scholz (SPD) hat den Druck auf Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) erhöht, mögliche Versäumnisse bei der Impfstoff-Bestellung rasch transparent zu machen.

Produktion und Beschaffung von Impfstoff seien im Kampf gegen Corona „ein herausragendes Thema“, sagte Scholz im Interview mit unserer Redaktion. „In den vergangenen Tagen und Wochen sind dabei eine Reihe kritischer Frage aufgetaucht. Es ist richtig, dazu kritische Fragen zu stellen, und es ist wichtig, darauf Antworten zu erhalten.“ 

Der SPD-Kanzlerkandidat hatte nach dem zögerlichen Impfstart schon vor anderthalb Wochen einen Fragenkatalog an Spahn übergeben. Kritik, es habe sich dabei um ein Wahlkampfmanöver gehandelt, wies Scholz zurück. „Der Eindruck ist vollkommen falsch. Neben den Lockdown-Maßnahmen ist die Impfung weiter Teile der Bevölkerung im Augenblick der Weg, wie wir diese Pandemie in den Griff kriegen können“, betonte er.

Ab Ostern mehre Millionen Impfungen pro Woche

 „Das Impfthema ist nun Chefsache, gemeinsam mit der Kanzlerin sitze ich in einem neuen Kabinettsausschuss, der sich ausschließlich darum kümmert, die Produktion von Impfstoff zu unterstützen.“

Zur Beschleunigung der Impfstoff-Herstellung stellte Scholz Staatshilfen in Aussicht. „Wenn die Produktion für einen Konzern wirtschaftlich nicht sinnvoll erscheint, die Versorgung aber rasch verbessern würde, werden wir auch helfen“, sagte er der NOZ. „Die Bundesregierung geht jetzt auf die Pharmahersteller zu und unterstützt, wo es nur geht.“ Der Vizekanzler gab das Ziel aus, „von Ostern an mehrere Millionen Menschen pro Woche impfen zu können“.


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