Jägerpräsident im Interview Wegen Corona: Mehr Menschen im Wald führen zu mehr Wildunfällen

Symbolbild. In diesem Wald in Mecklenburg-Vorpommer sind deutlich durch die Trockenheit absterbende Sitkafichten zu erkennen.Symbolbild. In diesem Wald in Mecklenburg-Vorpommer sind deutlich durch die Trockenheit absterbende Sitkafichten zu erkennen.
Bernd Wüstneck/dpa

Osnabrück. Die in Coronazeiten steigende Zahl von Waldspaziergängern hat auch zu einem Anstieg der Wildunfälle geführt, meldet der Deutsche Jagdverband. Doch Besucher im Wald richteten auch noch weiteren Schäden an. Um den Wald generell wieder auf Vordermann zu bringen, bedarf es laut dem Jägerpräsidenten Volker Böhning einiger Anstrengungen.

Weil in der Lockdown-Zeit zahlreiche Bürger in Feld und Flur unterwegs waren, haben die Jäger im ersten Halbjahr mehr Wildunfälle beobachtet. In einem Gespräch mit unserer Redaktion sagte der Präsident des Deutschen Jagdverbandes (DJV), Volker Böhning, "wenn mehr Leute im Wald unterwegs sind, entsteht auch mehr Unruhe". Diese scheuche Wildtiere auf. "Das haben wir regional auch an den Wildunfällen gemerkt: Im Vergleich zu den Jahren davor ist die Zahl leicht gestiegen", sagte Böhning, obgleich Rotwildbrunft und die Paarungszeit der Wildschweine erst noch bevorstünden.  

Ein dauerhaftes Problem sei außerdem das illegale Abladen von Müll. Böhning rief jeden auf, der regelmäßig im Wald unterwegs sei, die Augen offenzuhalten und einzugreifen. "Am Müll können sich Tiere auch erheblich verletzen", mahnte der Jäger. Er berichtet von Fällen, in denen Hirsche sich in Abfällen verheddern und daran sogar sterben.

(Weiterlesen: Jägerpräsident im Interview: Hilfe der Wälder wird eine "Mammutaufgabe")

Eine Herausforderung wird laut Böhning der Umbau und die Wiederaufforstung der Wälder. "Trockenheit, Borkenkäfer und Stürme haben bundesweit Wälder in der Größe des Saarlandes vernichtet", erklärt der Jäger die Notwedigkeit. Um die Schäden zu beheben und den Wald zukunftsfähig zu machen, seien insgesamt sechs Milliarden Bäume nötig – eine Milliarde für die Aufforstung, weitere fünf Milliarden für den wichtigen Wandel von Monokulturen zu Mischwäldern. "Das ist eine Mammutaufgabe", sagte Böhning. 

Das gesamte Interview lesen sie hier.


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