Schlag für den Tourismus Briten müssen nach Rückkehr aus Spanien-Urlaub in Quarantäne

Von dpa

Trotz Corona genießen Badegäste die Sonne an einem Strand am Mittelmeer in Südspanien.Trotz Corona genießen Badegäste die Sonne an einem Strand am Mittelmeer in Südspanien.
Emilio Morenatti/AP/dpa

London/Madrid. In Spanien gibt es immer mehr Corona-Fälle. Als Reaktion darauf hat die Regierung in London schnell reagiert. Ab sofort gilt eine zweiwöchige Quarantäne für alle aus Spanien ankommenden Touristen.

Tausende Briten müssen nach ihrem Sommerurlaub in Spanien in eine zweiwöchige Quarantäne. Auch der britische Verkehrsminister Grant Shapps ist direkt betroffen: Der Minister sei mit seiner Familie in Spanien, bestätigte sein Sprecher der Deutschen Presse-Agentur.

Die Quarantänepflicht gelte nicht nur für das spanische Festland, sondern auch für Rückkehrer von den Balearen und den Kanaren, erklärte der Sprecher. Spanien gehört zu den Ländern, in denen die Briten am liebsten Ferien machen. „Wir haben die Entscheidung so schnell getroffen wie wir konnten“, sagte der britische Außenminister Dominic Raab dem Nachrichtensender Sky News. Man habe damit auf einen „großen Anstieg an Covid-19-Fällen“ auf dem spanischen Festland reagiert. Mit der Einführung der Quarantänepflicht für die Rückkehrer soll eine zweite Infektionswelle im Vereinigten Königreich verhindert werden.

Großbritannien ist das am stärksten von der Pandemie betroffene Land in Europa. Der Regierung wird vorgeworfen, zu spät reagiert zu haben. Für die unter der Corona-Krise stark leidenden Fluggesellschaften ist die Pflicht zur Selbstisolation ein heftiger Schlag. Sie fürchten nun neue Einbrüche bei den Fluggastzahlen und damit noch mehr Verluste.

Großbritannien hatte zuvor sogenannte Luftbrücken mit mehr als 70 Ländern und Überseegebieten eingerichtet, die nach Ansicht der Regierung in London die Pandemie im Griff haben. Wer aus diesen Staaten einreist, muss nicht in Quarantäne. Die Listen werden regelmäßig aktualisiert. Da jeder Landesteil in Großbritannien über seine eigenen Pandemie-Maßnahmen bestimmt, können die Listen in einigen Fällen auch etwas voneinander abweichen.

In ganz Spanien mit seinen rund 47 Millionen Einwohnern wurden nach Angaben des Gesundheitsministeriums in Madrid binnen 24 Stunden mehr als 900 neue Infektionen registriert. Fast die Hälfte der Fälle wurden aus Katalonien und der Nachbarregion Aragón gemeldet.

Mit mehr als 270.000 nachgewiesenen Infektionen und über 28.400 Toten ist Spanien eines der von der Pandemie am schwersten betroffenen Länder Europas. Während die Zahlen dank drastischer Maßnahmen stark fielen, gehen sie seit dem Ende des Notstands am 21. Juni langsam wieder nach oben.


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