Mehr Hunger Hilfsorganisationen schlagen vor Syrienkonferenz Alarm

Von dpa

Kinder spielen in den Trümmern einer zerstörten Schule.Kinder spielen in den Trümmern einer zerstörten Schule.
Anas Alkharboutli/dpa

Damaskus. Seit mehr als neun Jahren tobt in Syrien ein Bürgerkrieg. Die Gewalt hat sich zuletzt beruhigt. Aber das Leiden der Syrer geht weiter. Wegen einer Wirtschaftskrise können viele gerade noch so überleben.

Vor dem Beginn einer Syrienkonferenz schlagen Hilfsorganisationen angesichts der Hungerkrise in dem Bürgerkriegsland Alarm.

„Die wirtschaftliche Situation wird schlimmer und schlimmer“, sagte der Programmkoordinator der Welthungerhilfe für Syrien, Halil Kurt, der Deutschen Presse-Agentur. Überall im Land gebe es mittlerweile Probleme bei der Versorgung mit Lebensmitteln.

Die Sprecherin des UN-Nothilfwerks Ocha warnte: „Nach neun Jahren der Krise und einer wachsenden Zahl von Flüchtlingen werden täglich mehr Menschen in Hunger und Armut getrieben.“

Bei der am Dienstag stattfindenden virtuellen Syrienkonferenz wollen EU und UN über Hilfe für die syrische Zivilbevölkerung beraten. Nach mehr als neun Jahren Bürgerkrieg erlebt das Land eine schwere Wirtschaftskrise. Das syrische Pfund hat in den vergangenen Monaten massiv an Wert verloren. Die Corona-Pandemie und neue US-Sanktionen haben die Lage verschärft.

„Die Menschen müssen ihre Mahlzeiten verkleinern oder ganz ausfallen lassen“, sagte Kurt. Viele ernährten sich fast nur noch von Brot. „Sie überleben noch, aber sie haben keine ausgewogene Ernährung mehr. Das wird langfristig zu Gesundheitsproblemen führen.“

Schätzungen des Welternährungsprogramms (WFP) zufolge haben mittlerweile rund 9,3 Millionen Syrer nicht mehr genug zu essen. Das sei eine Zunahme um 1,4 Millionen Menschen in den vergangenen sechs Monaten. WFP sprach im Vorfeld der Konferenz von einer „beispiellosen Hungerkrise“.


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