Spendenmarathon Welt gegen Corona: Staaten und Stars mobilisieren Milliarden

Von dpa

Weltstars wie Dwayne Johnson engagieren sich mit Staats- und Regierungschefs im Kampf gegen Corona.Weltstars wie Dwayne Johnson engagieren sich mit Staats- und Regierungschefs im Kampf gegen Corona.
Richard Shotwell/Invision/AP/dpa

New York City. Miley Cyrus, Shakira und Angela Merkel: Weltstars engagierten sich am Wochenende gemeinsam mit Staats- und Regierungschefs im Kampf gegen die Corona-Pandemie. Am Ende steht eine zehnstellige Zahl.

Beim internationalen Spendenmarathon im Kampf gegen die Corona-Pandemie sind für Impfstoffe und Behandlungen neue Hilfszusagen in Höhe von 6,15 Milliarden Euro zusammengekommen.

Allein die EU-Kommission und Deutschland sagten am Samstag bei einer virtuellen Geberkonferenz zusammen knapp 5,3 Milliarden Euro zu. Weitere Großspenden kamen zum Beispiel aus den USA und Kanada. Damit stiegen die bisherigen Hilfszusagen auf 15,9 Milliarden Euro. Zum Abschluss der virtuellen Geberkonferenz traten am Samstagabend internationale Stars bei einem großen Online-Konzert auf.

EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen sprach von einem unglaublichen Ergebnis. Der Spendenmarathon sei ein bewegender und zugleich greifbarer Moment der Einigkeit zwischen Bürgern, Regierungen, Philanthropen, Gesundheitsorganisationen und Wirtschaftsführern.

Bundeskanzlerin Angela Merkel: «Impfstoffe, Tests und Medikamente müssen weltweit verfügbar, bezahlbar und zugänglich sein.»

„Das Coronavirus brachte uns Schmerz und Unsicherheit“, sagte der Moderator, Schauspieler Dwayne „The Rock“ Johnson, zum Auftakt des Konzerts, das weltweit zu sehen war. „Wir können diese Krise nur gemeinsam bekämpfen.“

Die Musikerin Miley Cyrus sang vor den leeren Rängen eines Football-Stadions ein Lied, das sie Ärzten und Pflegern widmete. Auf die Rasenfläche wurde das Wort „Help“ („Hilfe“) projiziert. Shakira trat mit einem optimistischen Song über den Moment auf, „wenn nach dunklen Zeiten wieder die Sonne scheint“, wie sie sagte. Der Star aus Kolumbien sang unter einem schwarzen Himmel - bis in den letzten Sekunden ihres Videos Lichtstrahlen durch die Wolken brachen.

Deutschland sagte bei der Konferenz konkret zusätzliche 383 Millionen Euro zu, während von der Leyen weitere 4,9 Milliarden Euro an EU-Mitteln ankündigte. „Ich bin der festen Überzeugung: Impfstoffe, Tests und Medikamente müssen weltweit verfügbar, bezahlbar und zugänglich sein“, erklärte Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) in ihrer Videobotschaft zum deutschen Beitrag.

Bereits am 4. Mai hatte Deutschland einen Beitrag von 525 Millionen Euro für die Impfstoffallianz CEPI, die Globale Impfallianz GAVI, die Weltgesundheitsorganisation WHO und verschiedene Produktentwicklungspartnerschaften zugesagt. Die Mittel der EU-Kommission sollen als Kredite und Garantien fließen, die deutschen Gelder als Zuschüsse.

Während des Online-Konzerts am Samstagabend wandten sich neben den Musikern auch Models und Sportler sowie andere Unterstützer an das Publikum. In einem Video, das Slums und Flüchtlingslager zeigte, sagte WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus: „Impfstoffe entfalten ihre wahre Kraft erst, wenn sie eingesetzt werden, um die ärmsten und verwundbarsten Menschen zu schützen.“

Das frühere Top-Model Naomi Campbell warnte in einer Videobotschaft, Schwarze litten besonders stark unter den Folgen der Epidemie. Und Ex-Fußballprofi David Beckham betonte, es sei für die Menschen wichtig, dass Sportveranstaltungen wieder starteten, wenn auch zunächst ohne Stadionzuschauer.

Wann Impfstoffe und wirksame Arzneien gegen das Coronavirus einsatzbereit sein werden, ist derzeit noch unklar. Der britische Premierminister Boris Johnson sagte, das Rennen um einen Impfstoff, bessere Behandlungsmethoden und schnelle, verlässlichere Tests müsse weitergehen. Britische Forscher hätten mit dem Entzündungshemmer Dexamethason einen lebensrettenden Durchbruch bei der Behandlung erreicht. Zudem seien Tests mit Impfstoffen von Wissenschaftlern der Universität Oxford und des Imperial College London in einer fortgeschrittenen Phase. Sobald es einen Impfstoff gebe, müsse sichergestellt werden, dass er wirklich für alle verfügbar sei, sagte Johnson.

Nach Angaben von Bundesentwicklungsminister Gerd Müller soll mit den deutschen Hilfsgeldern unter anderem das Gesundheitspersonal in Entwicklungsländern mit Schutzausrüstung, Desinfektionsmitteln und Testkits versorgt werden. Zudem würden Labore und lokale Gesundheitszentren profitieren. Es gehe darum, „lebensrettende Arbeit“ sicherzustellen, kommentierte der CSU-Politiker.


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