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Chronologie der Ereignisse Beispiellose Proteste in den USA: George Floyds Tod und die Folgen

Nach dem Tod des Afroamerikaners George Floyd nach einem brutalen Polizeieinsatz demonstrieren US-Amerikaner landesweit gegen Polizeigewalt, Rassismus und soziale Ungerechtigkeit. Eine Chronologie.Nach dem Tod des Afroamerikaners George Floyd nach einem brutalen Polizeieinsatz demonstrieren US-Amerikaner landesweit gegen Polizeigewalt, Rassismus und soziale Ungerechtigkeit. Eine Chronologie.
Bryan Smith/ZUMA Wire/dpa

Washington. Ein brutaler Polizeieinsatz gegen einen Schwarzen hat für beispiellose Proteste in den USA gesorgt. Lesen Sie in unserer Chronologie alle Hintergründe zum Tod von George Floyd, die Folgen für die USA und die Rolle Donald Trumps.

Mitten in der Corona-Krise hat ein brutaler Polizeieinsatz für landesweite Unruhen in den USA gesorgt. Bei dem Vorfall in Minneapolis am 20. Mai 2020 hatte einer von vier beteiligten Polizeibeamten dem Schwarzen George Floyd fast neun Minuten lang sein Knie in den Nacken gedrückt. Alle Bitten des 46-Jährigen, ihn atmen zu lassen, ignorierte der Polizist. Floyd starb bei seiner Festnahme. Er war festgenommen worden, weil er verdächtigt wurde, mit einem gefälschten 20-Dollar-Schein bezahlt zu haben. 

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Video des Polizeieinsatzes verbreitet sich

Ein Passant filmte die Festnahme – und den Tod Floyds. Schnell verbreitete sich das Video im Internet. Am Dienstag, 26. Mai 2020, fordern Hunderte Demonstranten auf den Straßen Minneapolis' Gerechtigkeit für den Tod George Floyds. Einsatzkräfte gehen mit Tränengas und Geschossen gegen die Demonstranten vor.

imago images/UPI Photo
Das Konterfei George Floyds ist allgegenwärtig bei den Protesten gegen Rassismus.

Beteiligte Polizisten entlassen

Die vier in den Einsatz involvierten Polizisten wurden nach Bekanntwerden von Videos der brutalen Festnahme entlassen. Der weiße Ex-Polizist, der Floyd sein Knie in den Nacken gedrückt hatte, muss sich wegen Totschlags (bis zu zehn Jahre Gefängnis) und "Mordes dritten Grades" (bis zu 25 Jahre Gefängnis) verantworten. Er sitzt in Untersuchungshaft.

Mark Vancleave/Star Tribune/AP/dpa
Kurz nach dem Tod Floyds ist die Wut auf die Polizei riesengroß.

Plünderungen, Tränengas, Pfefferspray

Neben friedlichen Protesten am Mittwoch, 27. Mai 2020, kommt es in der Nacht zu Donnerstag (Ortszeit) erneut zu schweren Ausschreitungen. Bilder zeigen geplünderte und brennende Läden, die Polizei geht mit Tränengas, Pfefferspray und Schlagstöcken gegen Demonstranten vor.

Ben Gray/Atlanta Journal-Constitution/AP/dpa
Nicht überall bleiben die Proteste friedlich.

Nationalgarde macht mobil

Am 28. Mai wird die Nationalgarde in Minnesota mobilisiert. Der Gouverneur verhängt den Notstand. Die Proteste weiten sich in den folgenden Tagen aus. Am 31. Mai 2020 kommt es auch in New York und anderen großen US-Städten zu Demonstrationen. Oftmals laufen die Proteste friedlich ab – vielerorts jedoch nicht. Randalierer werfen Flaschen, zertrümmern Geschäfte und zünden Polizeiautos an. Polizisten setzen Pfefferspray ein. Dutzende Menschen werden festgenommen.

Julio Cortez/AP/dpa
Mitglieder der Nationalgarde sichern ein Gebiet in Minneapolis, während Feuerwehrleute weiterhin die Flammen löschen.

Trump will Militär einsetzen

Immer lauter werden nun die Drohgebärden von US-Präsident Donald Trump. Am 1. Juni 2020 macht er die Antifa für die Ausschreitungen verantwortlich und will sie daraufhin als Terrororganisation einstufen lassen. Außerdem droht er, die Unruhen in den USA notfalls mit militärischer Gewalt stoppen zu lassen.

Demonstrationen trotz Ausgangssperre

Auch am 2. Juni 2020 ebbt die Welle der Anti-Rassismus-Proteste nicht ab. Dabei setzten sich die Demonstranten teilweise über Ausgangssperren hinweg. Zu der wohl größten Demonstration des Tages strömten schätzungsweise 60.000 Menschen im texanischen Houston zusammen. Die erneuten Proteste blieben zunächst überwiegend friedlich.

David J. Phillip/AP/dpa
LaTonya Floyd (M), Schwester des verstorbenen George Floyd, nimmt an einem Protestmarsch in Houston teil.

Anklage gegen Polizist verschärft

Die Staatsanwaltschaft im US-Bundesstaat Minnesota klagte am 3. Juni 2020 drei an Floyds Festnahme beteiligte, mittlerweile entlassene Polizisten wegen Mittäterschaft an und ließ sie festnehmen. Die Anklage gegen den Polizisten, der für den Tod Floyds verantwortlich gemacht wird, wurde zudem verschärft. Er muss sich jetzt unter anderem wegen Mordes zweiten Grades vor Gericht verantworten, worauf bis zu 40 Jahre Haft stehen.

Die drei weiteren Polizisten waren an der Festnahme Floyds beteiligt. Alle vier Beamte waren nach Bekanntwerden des Vorfalls durch Videos von Passanten umgehend entlassen worden. 

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