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29.05.2020, 17:53 Uhr KOMMENTAR

Unterricht ist systemrelevant!

Ein Kommentar von Stefanie Witte



Ute Grabowsky/photothek.net via www.imago-images.de

Osnabrück. Niemand kann mit Sicherheit vorhersagen, wie sich die Pandemie in den nächsten Monaten entwickelt. Schnellen die Zahlen im Herbst in die Höhe oder mutiert das Virus, kann allerdings kein Bildungsministerium behaupten, damit sei nicht zu rechnen gewesen. Die erste Corona-Welle kam überraschend. Auf eine mögliche zweite sollten die Schulen vorbereitet sein.

Das eine sind Stufenpläne, die regeln, bei welchem Infektionsstand was geöffnet wird. Das andere sind langfristige Unterrichtskonzepte. Die Debatte hat sich weiterentwickelt. Von Kindern, die als Virenschleudern diffamiert wurden, hin zur Vermutung, dass Schulen und Kitas nicht gefährlicher sind als andere Bereiche der Gesellschaft. Wichtig scheint vor allem die Trennung von Gruppen zu sein - für den Fall, dass sich doch jemand ansteckt. 

Sollten die Zahlen wieder steigen, ist also Flexibilität gefragt. Ist eine Schule zu klein oder lassen sich Klassenräume schlecht lüften? Warum dann nicht auf das benachbarte Fußballvereinsheim ausweichen? Warum nicht die Stadthalle nutzen oder eine Turnhalle?

Praktische Ideen gibt es viele. Spätestens die Sommerferien böten Zeit, dafür einen Rahmen abzustecken, damit der Unterricht am Ende nicht den Wirren von Bürokratie und Zuständigkeiten zum Opfer fällt. Wenn aus deutscher Gründlichkeit deutsche Trägheit wird, ist jedenfalls niemandem geholfen. Unterricht ist systemrelevant!


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