Kampf gegen Corona-Pandemie Merkel: Entscheidung über weitere Schul- und Kitaöffnungen kommende Woche

Von dpa

Bundeskanzlerin Angela Merkel, Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (l,) und Hamburgs Bürgermeister Peter Tschentscher (r) erklären die weiteren Maßnahmen im Kampf gegen die Corona-Pandemie.Bundeskanzlerin Angela Merkel, Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (l,) und Hamburgs Bürgermeister Peter Tschentscher (r) erklären die weiteren Maßnahmen im Kampf gegen die Corona-Pandemie.
Kay Nietfeld

Berlin. Erst in der kommenden Woche wollen Bund und Länder "sehr klare Entscheidungen" hinsichtlich weiterer Lockerungen beschließen.

In der Coronakrise vertagen Bund und Länder die Entscheidung über weitere Öffnungen von Schulen und Kitas auf den 6. Mai. Dann sollten "sehr klare Entscheidungen" fallen, "in welcher Folge und in welcher Art und Weise Schule, Kita wieder möglich sind", kündigte Kanzlerin Angela Merkel (CDU) am Donnerstag in Berlin nach einer Schaltkonferenz mit den Ministerpräsidenten an. Für den kommenden Mittwoch ist die nächste Beratungsrunde von Bund und Ländern geplant.

Sie gehe bei der Rückkehr nicht von einem "Entweder-Oder" aus, "nur die großen Schüler oder nur die kleinen", sagte Merkel. Sie denke eher an einen "parallelen Prozess der verschiedenen Altersgruppen", bei dem zunächst aber keine Gruppe komplett zurückkehre.

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NRW: Ab 11. Mai alle Grundschüler wieder tageweise in die Schule

Die Länder schaffen derweil bereits Fakten. Das NRW-Schulministerium kündigte an, dass ab dem 11. Mai alle Grundschüler wieder tageweise in die Schule gehen sollten. Dies solle in einem "rollierenden System" geschehen. Den Anfang sollen die Viertklässler ab dem 7. Mai machen. Auch andere Länder wie Sachsen-Anhalt, das Saarland oder Bremen planen bislang für den Montag die Rückkehr bestimmter Schülergruppen. In den meisten Bundesländer sind die Schulen seit Mitte März bis auf eine Notbetreuung geschlossen.

Virologe Drosten warnt vor uneingeschränkten Öffnungen der Kitas und Schulen

Eine Forschergruppe um den Virologen Christian Drosten von der Berliner Charité warnt in einer vorab veröffentlichten Studie vor einer uneingeschränkten Öffnung von Schulen und Kindergärten in Deutschland. Kinder sind laut der noch nicht von unabhängigen Experten geprüften Analyse in der Corona-Pandemie vermutlich genauso ansteckend wie Erwachsene. Die Zahl der Viren, die sich in den Atemwegen nachweisen lässt, unterscheide sich bei verschiedenen Altersgruppen nicht, berichteten die Wissenschaftler.

Merkel verwies auch auf eine Vereinbarung der Kultusminister der Länder vom Dienstag, wonach ab dem 4. Mai schrittweise die letzten Klassen der Grundschulen wieder in die Schulen zurückkehren könnten sowie Schüler, die 2021 ihren Abschluss machen wollen.

Schüler bereits teilweise schon zurück in den Schulen

Nach dem Beschluss der Kultusminister soll jede Schülerin und jeder Schüler vor den Sommerferien zumindest tage- oder wochenweise die Schule besuchen können. Die konkreten Entscheidungen blieben aber am Ende Ländersache. Den Kultusministern zufolge wird es für die rund elf Millionen Schüler in Deutschland vor den Sommerferien aber keine richtige Rückkehr in den Schulalltag mehr geben. Geplant ist eine Mischung aus Präsenzunterricht und Lernen daheim.

Bereits in der vergangenen Woche kehrten Tausende Jugendliche in vielen Bundesländern zurück, allerdings nur die Abschlussklassen - für Prüfungen oder Prüfungsvorbereitungen. Am Montag waren in weiteren Ländern Abiturienten, Berufsschüler und Schüler gefolgt, die vor dem mittleren Schulabschluss stehen.

Familienminister wollen Kitas schrittweise wieder öffnen

Die Familienminister von Bund und Ländern hatten zuletzt vorgeschlagen, dass die Kitas vorsichtig und schrittweise wieder aufmachen sollten - aber ebenfalls keinen konkreten Zeitplan genannt. Sie gaben lediglich die Empfehlung, "in den kommenden Wochen und Monaten aus bildungs- und entwicklungspsychologischen Gründen" einen Wiedereinstieg zu ermöglichen. Der solle stufenweise mit immer mehr Kindern erfolgen, nach jeder Stufe solle abgewartet werden, wie sich die Infektionszahlen entwickeln. Klar sei aber, dass Erzieherinnen und Erzieher die vorgegebenen 1,5 Meter Abstand bei der Arbeit mit Kindern unter sechs Jahren nicht einhalten könnten, betonten die Minister.

Kanzleramtschef Helge Braun äußerte am Donnerstag die Hoffnung, dass alle Kita-Kinder vor den Sommerferien noch einmal in den Betreuung könnten. Letztlich hänge das aber von der Entwicklung der Infektionszahlen ab, sagte er dem Sender Hit Radio FFH.

Viele Eltern kleiner Kinder fühlen sich von der Politik alleine gelassen, weil zwar Geschäfte und Schulen nach und nach wieder öffnen, es aber bei Kitas noch keine Perspektive gibt. Notbetreut werden vor allem Kinder, deren Eltern dringend am Arbeitsplatz gebraucht werden, etwa im Gesundheitswesen. Die Notbetreuung war zuletzt erweitert worden, in vielen Ländern zum Beispiel auf Alleinerziehende.


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