US-Präsidentschaftswahlen 2020 Trump-Herausforderer wird später gekürt – Biden und Sanders im Krisenmodus

Von afp, dpa, lod

Schon bei ihrem ersten TV-Duell Mitte März galten Kontaktregeln wegen der Corona-Pandemie. Foto: AFP/Mandel NGANSchon bei ihrem ersten TV-Duell Mitte März galten Kontaktregeln wegen der Corona-Pandemie. Foto: AFP/Mandel NGAN
AFP/Mandel NGAN

Washington. Die Corona-Krise stört den Vorwahlprozess in den USA. Die US-Demokraten verschieben daher ihren Nominierungsparteitag.

Wegen der Coronavirus-Pandemie verschieben die US-Demokraten ihren für Juli geplanten Parteitag zur Nominierung des Präsidentschaftskandidaten. Der Parteitag in Milwaukee im Bundesstaat Wisconsin solle nun in der Woche vom 17. August stattfinden, teilte die Oppositionspartei am Donnerstag mit. Bei dem Treffen soll der Herausforderer von US-Präsident Donald Trump bei der Wahl im November gekürt werden.

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Im "Klima der Unsicherheit" mehr Zeit verschaffen

Ursprünglich sollte der Parteitag, zu dem tausende Delegierte anreisen, vom 13. bis 16. Juli ausgetragen werden. Parteitagsorganisator Joe Solmonese erklärte nun aber, angesichts des derzeitigen "Klimas der Unsicherheit" sei es das Beste, sich mehr Zeit zu verschaffen, um die Lage zu beobachten und einen "sicheren und erfolgreichen" Parteitag zu ermöglichen. Noch seien Ausmaß und Folgen der Pandemie schwer abzuschätzen.

Das Präsidentschaftsrennen der US-Demokraten ist inzwischen zu einem Duell zwischen Ex-Vizepräsident Joe Biden und dem linksgerichteten Senator Bernie Sanders geworden. 

 

Biden ist zwar klarer Favorit; Wahlkampf und Vorwahlen sind wegen der Coronavirus-Pandemie aber faktisch zum Erliegen gekommen. Mehrere Bundesstaaten haben ihre Vorwahlen verschoben oder stellen auf Briefwahlen um, was mehr Zeit in Anspruch nimmt.

Biden und Sanders – Wahlkämpfer im Krisenmodus

Online geht der Wahlkampf jedoch weiter. Biden versucht vor allem mit zusammengeschnittenen Videos, den Kontrast zum Amtsinhaber hervorzuheben und sich als geeigneteren Präsidenten darzustellen:

Sanders nutzt die Krise, um auf seine Kernforderungen hinzuweisen: medizinische Versorgung für alle und das Abstrafen untätiger Superreicher. Seine Kampagne schaltet immer wieder live zu Immunologen, Ärzten und Pflegern, die ihre Sicht der Krise darlegen und in die Sanders seine Forderungen einbetten kann:

USA von Corona-Pandemie arg gebeutelt

In den USA wurden bereits mehr als 217.000 Coronavirus-Infektionsfälle bestätigt und damit mehr als in jedem anderen Land der Welt. Mehr als 5100 Menschen starben. Schätzungen zufolge könnten 100.000 bis 240.000 Menschen ums Leben kommen – selbst bei Einhaltung von Maßnahmen wie dem Abstandhalten.

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US-Präsident Donald Trump will bei der Wahl Anfang November für eine zweite Amtszeit antreten. Der Parteitag seiner Republikaner, bei dem Trump offiziell als Kandidat gekürt werden soll, ist ebenfalls für August geplant und soll vom 24. bis 27. August in Charlotte im US-Bundesstaat North Carolina stattfinden.


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