Vielfältige Gründe Umfrage: Nur wenige Kommunen hatten Notfallplan vor Corona-Pandemie

Von dpa

Derzeit müssen Kommunen in Deutschland umorganisieren. Symbolfoto: dpa/Stefan SauerDerzeit müssen Kommunen in Deutschland umorganisieren. Symbolfoto: dpa/Stefan Sauer
dpa/Stefan Sauer

Berlin. Die Auswirkungen des Coronavirus treffen die Gesellschaft mit voller Wucht. Offenbar waren viele Rathäuser nicht ausreichend vorbereitet.

Viele deutsche Kommunen haben vor der Corona-Krise einer Umfrage zufolge über keine Notfallpläne für eine Epidemie verfügt. 20 Prozent von gut 2300 befragten Rathäusern hatten nach eigenen Angaben einen solchen Plan in der Schublade, wie aus einer am Sonntag veröffentlichten Forsa-Umfrage unter Städten und Gemeinden für die Zeitschrift "Kommunal" hervorgeht. 75 Prozent der befragten Kommunen hatten keinen Notfallplan, 5 Prozent machten keine Angaben. Zuerst hatte die "Welt am Sonntag" über die Umfrage berichtet.

Gerade unter kleineren befragten Kommunen mit weniger als 5000 Einwohnern hatten die wenigsten ein solches Konzept (12 Prozent) - in Großstädten mit mehr als 100.000 Einwohnern jedoch in den meisten Fällen (79 Prozent). Bei vorhandenen Plänen waren diese laut "Kommunal" aber aus Sicht der befragten Kommunen nur in knapp einem Viertel der Fälle weitgehend anwendbar. 

Hochwasser oder Großbrände bislang im Fokus

Die Gründe seien vielfältig, schreibt die Zeitschrift. So hätten einige Kommunen ihre Notfallpläne etwa auf Hochwassersituationen oder Großbrände ausgelegt, in anderen vor allem größeren Städten stammten sie aus Zeiten von Vogelgrippe oder Schweinepest. "Hier gibt es Lücken. Epidemien gehören in jeden Notfallplan", sagte der kommunalpolitische Sprecher der Unionsfraktion im Bundestag,

Christian Haase (CDU), der "Welt am Sonntag". "Diese Pläne waren doch eher von Hochwasserereignissen, Orkanschäden oder Großbränden geprägt. In der Krise wird nun deutlich, wie viele Bereiche von der Kita bis hin zu den Obdachlosen berührt sind." Hier müsse im Nachgang nachgeschärft werden.

Auf die Bewältigung der aktuellen Krise angesprochen, nannten 21 Prozent der befragten Bürgermeister als eine der größten Herausforderungen, zunächst einmal, die Verwaltung aufrechtzuerhalten. Interessant: "Fehlende digitale Strukturen" nannten nur 2 Prozent als eines der größten Probleme.


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