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Corona-Pandemie Britischer Premierminister Boris Johnson positiv auf Coronavirus getestet

Von dpa

Nach Prinz Charles nun auch der Premierminister: Boris Johnson hat Covid-19. Foto: dpa/Matt Dunham/PA WireNach Prinz Charles nun auch der Premierminister: Boris Johnson hat Covid-19. Foto: dpa/Matt Dunham/PA Wire
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London. Der britische Premierminister Boris Johnson wurde positiv auf das Coronavirus getestet. Auch Gesundheitsminister Matt Hancock ist infiziert.

Der britische Premierminister Boris Johnson hat sich mit dem Coronavirus angesteckt. Das teilte er am Freitag per Kurznachrichtendienst Twitter mit. Er habe milde Symptome, Husten und Fieber, entwickelt, sagte Johnson in einer Videobotschaft. "Ich arbeite von zuhause, ich bin in Selbstisolation", sagte der Premier. Dank moderner Technologie könne er weiterhin mit seinem Top-Team kommunizieren, um den Kampf gegen die Coronavirus-Pandemie in seinem Land anzuführen. Johnson dankte dem Nationalen Gesundheitsdienst NHS, weiteren Mitarbeitern des Öffentlichen Diensts und etwa 600.000 Menschen, die sich als freiwillige Helfer gemeldet hatten.

Großbritannien: Auch Gesundheitsminister mit Coronavirus infiziert

Kurz nach Johnson erklärte auch Gesundheitsminister Matt Hancock, er sei positiv auf das Virus getestet worden, doch auch er habe nur milde Symptome. Ob sich noch weitere Kabinettsmitglieder und Regierungsmitarbeiter angesteckt hatten, war zunächst unklar. Sollte Johnson wegen der Erkrankung ausfallen, würde der BBC zufolge Außenminister Dominic Raab an seine Stelle treten. Johnson zeigte sich trotz allem optimistisch. "Wir werden es (das Virus) besiegen, wir werden es gemeinsam besiegen", sagte der Premier.

Großbritanniens Gesundheitsminister Matt Hancock ist ebenfalls mit dem Coronavirus infiziert. Foto: imago images/Xinhua/Han Yan

Unklar ist, ob sich auch die schwangere Verlobte Johnsons, Carrie Symonds, angesteckt hat. Das gemeinsame Baby soll im Frühsommer auf die Welt kommen. Johnson ist zweimal geschieden und wohnt seit der Regierungsübernahme im vergangenen Juli mit der über 20 Jahre jüngeren Ex-Medienberaterin der Konservativen Partei im Amtssitz in der Londoner Downing Street. Johnson trennte sich 2018 von Marina Wheeler. Mit ihr hat er vier Kinder.

Großbritannien hatte am Donnerstag erstmals mehr als 100 Todesfälle in einem Zeitraum von 24 Stunden durch das neuartige Coronavirus verzeichnet. Wie das Gesundheitsministerium in London mitteilte, starben seit Mittwoch 115 Menschen an der Lungenkrankheit Covid-19. Die Zahl der Toten im Vereinigten Königreich stieg damit auf 578 an.

Erst wenige Tests in Großbritannien

Rund 11.700 Menschen waren in dem Land nachweislich mit dem Virus infiziert. Die tatsächliche Zahl der Infizierten dürfte allerdings sehr viel höher sein. Großbritannien hat bislang im Vergleich zu Deutschland nur wenige Tests durchgeführt und lange mit der Einführung drastischer Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie gezögert.


Ziel war es, auf diese Weise zu verhindern, dass der Ausbruch zu stark unterdrückt wird und im Herbst mit voller Wucht zurückkehrt. Von diesem Ansatz distanzierte sich die Regierung aber inzwischen und korrigierte ihren Kurs. Aufgeschreckt wurde sie von einer Studie des Imperial College in London. Die Forscher hatten ausgerechnet, dass die ursprüngliche Strategie bis August 250 000 Menschen das Leben kosten könnte. Ziel der Regierung ist es nun, die Zahl der Toten auf etwa 20 000 zu begrenzen. 

Britische Royals: Prinz Charles mit Coronavirus infiziert

Bereits am Mittwoch war bekannt geworden, dass sich auch Thronfolger Prinz Charles mit dem Erreger Sars-CoV-2 infiziert hat. Doch auch bei ihm sollen die Symptome mild sein. Königin Elizabeth II., die im kommenden Monat 94 Jahre alt wird, und Prinz Philip (98) haben sich bereits vorsichtshalber auf Schloss Windsor zurückgezogen. Die Queen sei weiterhin bei guter Gesundheit, teilte der Palast am Freitag mit. Sie habe Johnson zuletzt am 11. März gesehen und folge den entsprechenden Ratschlägen hinsichtlich ihres Wohlergehens. 

Auch Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hatte sich am vergangenen Sonntag in häusliche Quarantäne begeben, nachdem ein Arzt, der ihr vorher eine Schutzimpfung gegeben hatte, positiv auf das Coronavirus getestet worden war.

Die häusliche Corona-Quarantäne von Merkel wird noch mindestens bis Anfang nächster Woche dauern. Auch beim zweiten Test auf das neuartige Coronavirus sei bei Merkel keine Infektion festgestellt worden, hatte ein Regierungssprecher am Mittwoch in Berlin mitgeteilt. "Die Bundeskanzlerin arbeitet weiterhin aus der häuslichen Quarantäne und wird sich Anfang der kommenden Woche erneut testen lassen".

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