Hamburg-Wahl in Gefahr? AfD kritisiert Höckes geplante Teilnahme an Pegida-Demo

Von dpa

Der Thüringer Partei- und Fraktionschef der AfD, Björn Höcke, will wieder mit Pegida demonstrieren. Foto: dpa/Christian CharisiusDer Thüringer Partei- und Fraktionschef der AfD, Björn Höcke, will wieder mit Pegida demonstrieren. Foto: dpa/Christian Charisius

Berlin. Björn Höcke will am Montag mit Pegida demonstrieren. Aus seiner eigenen Partei gibt es dafür Kritik. Man hat Angst vor negativer Presse.

Die für kommenden Montag geplante Teilnahme des Thüringer AfD-Landesvorsitzenden Björn Höcke an einer Kundgebung des ausländerfeindlichen Pegida-Bündnisses schlägt in seiner Partei hohe Wellen. Dieser Auftritt wenige Tage vor der Bürgerschaftswahl in Hamburg sei riskant, sagte Bundesvorstandsmitglied Alexander Wolf am Freitag der Deutschen Presse-Agentur. "Denn so berechtigt das Anliegen auch sein mag, birgt eine Demonstration doch immer ein Risiko, weil man nicht kontrollieren kann, wer daran teilnimmt". Das habe die AfD bei ihrem "Trauermarsch" in Chemnitz 2018 festgestellt.

AfD-Hamburg hat Angst vor "negativen Bildern"

Er befürchte, dass nun auch bei dieser Pegida-Kundgebung "möglicherweise negative Bilder entstehen könnten, die der AfD angelastet werden". Wolf ist stellvertretender Vorsitzender des AfD-Landesverbandes in Hamburg. Er habe in den vergangenen Tagen mit einer Reihe führender AfD-Politiker über das Thema gesprochen, sagte Wolf. "Wir Hamburger versuchen auch, direkt mit Höcke zu sprechen." In Hamburg wird am 23. Februar eine neue Bürgerschaft gewählt.

200. Pegida-Demo

Höcke hat nach Angaben seiner Partei die Einladung nach Dresden angenommen, wo die selbst ernannten "Patriotischen Europäer gegen die Islamisierung des Abendlandes" zum 200. Mal demonstrieren wollen. Die Kundgebungen hatten zuletzt deutlich an Zuspruch verloren. Der mehrfach vorbestrafte Pegida-Anführer Lutz Bachmann wurde unter anderem wegen Volksverhetzung verurteilt.

Höckes Teilnahme an einer Pegida-Kundgebung dürfte nach Angaben aus Parteikreisen auch bei einer Bundesvorstandssitzung am kommenden Montag Thema sein. Die AfD hatte in ihrem Mitgliedermagazin "AfD Kompakt" im vergangenen Jahr unter Berücksichtigung eines Schiedsgerichtsurteils von 2016 folgende Beschlusslage veröffentlicht: "Der Bundesvorstand beschließt, dass AfD-Mitglieder nicht mit Parteisymbolen bei PEGIDA-Veranstaltungen auftreten sollen. Redeauftritte von PEGIDA-Vertretern und PEGIDA-Symbole auf AfD-Veranstaltungen lehnen wir ab." 

1000 Menschen demonstrieren gegen Höcke-Auftritt in Kulmbach 

Derweil haben rund 1000 Menschen am Freitag vor der Stadthalle im bayrischen Kulmbach gegen einen Wahlkampfauftritt des Thüringer AfD-Fraktionschefs Björn Höcke demonstriert. "Wir können seit 70 Jahren in Deutschland in Frieden und Freiheit leben, das haben wir dem Staatssystem der Demokratie zu verdanken", sagte der FDP-Kommunalpolitiker Karl Schenk Graf von Stauffenberg. Teile der AfD seien angetreten, dieses System zu untergraben. Mitorganisator Michael Otte sagte: "Ich fordere alle verantwortlichen Politiker der demokratischen Mitte auf, mehr zusammenzurücken und einen respektvolleren Umgang untereinander zu pflegen."

Zu der Demonstration hatten Politiker von FDP und SPD aufgerufen. Dem Aufruf hatten sich weitere politische und gesellschaftliche Gruppierungen angeschlossen. 


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