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07.02.2020, 15:32 Uhr KOMMENTAR

Abgabe für Windkraftanlagen? Geld alleine bringt keine Akzeptanz

Ein Kommentar von Nina Kallmeier


Wie kann die Akzeptanz von Windkraftanlagen erhöht werden? Dazu gibt es mehrere Vorschläge. Foto: Christian GeersWie kann die Akzeptanz von Windkraftanlagen erhöht werden? Dazu gibt es mehrere Vorschläge. Foto: Christian Geers

Osnabrück. Der Ausbau der Windkraft an Land ist ins Stocken geraten, auch weil Windräder vor Ort zum Teil heftig umstritten sind. Die Grünen legen nun ein Modell vor, um Gemeinden finanziell zu beteiligen. Ein Kommentar.

Aus der Politik kommt ein Vorschlag nach dem nächsten, wie finanzielle Anreize die Akzeptanz von Windkraftanlagen steigern können. SPD-Bundestagsfraktionsvize Matthias Miersch hatte bereits eine Entschädigung von Anliegern ins Spiel gebracht, die unweit einer Windkraftanlage wohnen. Der Vorschlag der Grünen konzentriert sich auf die Kommunen.

Beides sind gute und wichtige Ansätze, den Bürger zu einem Teil der politisch gewollten Energiewende werden zu lassen. Den Kern des Problems lösen sie jedoch nicht. Der Bürger ist nur bedingt käuflich. Wenn er den Sinn der Windkraftanlage in der Nachbarschaft nicht erkennt, nützen auch ein paar Euro zusätzlich nichts, und es wird weiter gegen den Bau von Windrädern geklagt. Wenn die Politik mit ihrer Energiewende Erfolg haben will, muss sie Skeptiker überzeugen, dass der eingeschlagene Weg richtig ist. Denn eins steht fest: Die Erneuerbaren – dazu zählt nun einmal auch die Windkraft – nicht auszubauen und dann unter anderem Atomstrom aus Frankreich einzukaufen, wenn hierzulande Kohle- und Atomkraftwerke abgeschaltet werden, steht im Gegensatz zur politisch gewollten Energiewende hier vor Ort. Doch genau das wird passieren, wenn Deutschland die Erneuerbaren nicht in höherem Tempo ausbaut. Ohne die Akzeptanz der Bürger geht das aber nicht.

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