Impeachment-Verfahren US-Präsident Trump lässt sich von Clinton-Sonderermittler Starr verteidigen

Von dpa

Staranwalt Keneth Starr soll US-Präsident Donald Trump im Impeachment-Verfahren vertreten. Foto: imago images/ZUMA PressStaranwalt Keneth Starr soll US-Präsident Donald Trump im Impeachment-Verfahren vertreten. Foto: imago images/ZUMA Press
Richard Graulich

Washington. Im Kampf um seine Präsidentschaft stellt sich Donald Trump ein erfahrenes Anwaltsteam zusammen, dass schon Bill Clinton und O.J. Simpson vertrat.

Im Amtsenthebungsverfahren im US-Senat hat sich US-Präsident Donald Trump prominente Verteidiger in sein Team geholt. Das Weiße Haus teilte am Freitagabend (Ortszeit) mit, der Sonderermittler im Amtsenthebungsverfahren gegen den damaligen US-Präsidenten Bill Clinton, Kenneth Starr, werde dem Team der Verteidiger angehören. Auch US-Staranwalt Alan Dershowitz werde im Senat für Trump auftreten. Angeführt werde die achtköpfige Mannschaft vom Rechtsberater des Weißen Hauses, Pat Cipollone, und von Trumps persönlichem Anwalt Jay Sekulow.

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In der Mitteilung des Weißen Hauses hieß es weiter: "Präsident Trump hat nichts falsch gemacht und ist zuversichtlich, dass dieses Team ihn, die Wähler und unsere Demokratie vor dieser grundlosen, unrechtmäßigen Anklage verteidigen wird." Dem Team würden zudem Robert Ray, Pam Bondi, Jane Raskin und Eric Herschmann angehören.

Starr vertrat schon Bill Clinton

Ray spielte ebenfalls eine Rolle im Amtsenthebungsverfahren gegen Clinton. Bondi ist die frühere Generalstaatsanwältin Floridas, Raskin und Herschmann haben Trump in der Vergangenheit als Anwälte vertreten. Der emeritierte Harvard-Professor Dershowitz wurde Mitte der 1990er Jahre als Mitglied des Verteidigerteams des Football-Stars O.J. Simpson bekannt. Starr und Dershowitz treten regelmäßig in Trumps Lieblingssender Fox News auf.

Dershowitz teilte am Freitag auf Twitter mit, er nehme an dem Verfahren teil, "um die Integrität der Verfassung zu verteidigen". Er werde verfassungsrechtlich Argumente gegen eine Amtsenthebung Trumps vortragen. Das Amtsenthebungsverfahren gegen Trump im Senat war am Donnerstag formell eröffnet worden. Dem Republikaner werden Machtmissbrauch und Behinderung der Ermittlungen des Repräsentantenhauses vorgeworfen. Am Dienstag kommender Woche soll der inhaltliche Teil des Verfahrens beginnen.

Clinton war in dem Amtsenthebungsverfahren im Februar 1999 freigesprochen worden, weil die nötige Zweidrittelmehrheit von 67 Senatoren für eine Amtsenthebung nicht zusammenkam. Trump hatte den Sonderermittler Starr im Oktober desselben Jahres als einen "Verrückten" und als eine "Katastrophe" bezeichnet. Starr sei in dem Verfahren "furchtbar" gewesen, sagte Trump damals.


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