Menschen aus Gambia Flüchtlingsboot kentert vor Mauretaniens Küste – mindestens 63 Tote

Von dpa

150 Migrantensollen an Bord gewesen sein. Symbolfoto: imago images/Lars Berg150 Migrantensollen an Bord gewesen sein. Symbolfoto: imago images/Lars Berg

Nouakchott. Von Westafrika aus versuchen Migranten immer wieder, die Kanarischen Inseln zu erreichen – ein Boot mit ein 150 Menschen an Bord ist nun gekentert.

Beim Kentern eines Bootes mit Migranten vor der Küste Mauretaniens sind mehr Menschen umgekommen als zunächst angenommen. Fünf weitere Leichen seien geborgen worden, teilten mauretanische Sicherheitskräfte am Freitag mit. Damit stieg die Zahl der Toten auf 63. Die Suche nach mindestens 20 Vermissten im Meer vor der Stadt Nouadhibou laufe noch, sagten Behördenvertreter der Nachrichtenagentur AMI. Nach Angaben des Innenministeriums vom Donnerstag waren 95 Menschen gerettet worden.

Das Boot aus Gambia hatte Spanien zum Ziel. Als es am Mittwoch vor Mauretanien kenterte, sollen sich bis zu 180 Menschen an Bord befunden haben. Am Freitag fing Mauretaniens Küstenwache nach eigenen Angaben nördlich der Hauptstadt Nouakchott ein weiteres Boot aus Gambia ab. 150 Migranten, darunter Frauen und Kinder, seien an Bord gewesen, sagte ein Beamter der Küstenwache.

Aus dem nur zwei Millionen Einwohner zählenden Gambia haben sich viele vor allem junge Menschen in den vergangenen Jahren aufgemacht. Von Westafrika aus versuchen Migranten immer wieder, die Kanarischen Inseln zu erreichen. Die Internationale Organisation für Migration (IOM) und die EU unterstützen Mauretanien im Kampf gegen Schmuggel und illegale Migration. Laut IOM reisten zwischen 2014 und 2018 mehr als 35.000 Gambier irregulär nach Europa ein.


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